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Volleyball: Bundesliga Frauen

USC holt sich in Potsdam einen Booster für das Selbstvertrauen

Münster

Dieser Sieg war ungemein wichtig. Nur nur fürs Punktekonto, sondern auch für den Kopf. Der USC Münster beendete mit dem 3:2 beim SC Potsdam die eigene kleine Negativserie und bewies sich selbst viel Qualität. Zur Belohnung gab’s ein freies Wochenende.

Von Henner Henning

Nein, ich lass mich nicht wegdrücken: Mia Kirchhoff bietet in Potsdam Maja Savic und Adela Helic (r.) Paroli. Foto: Imago/Beautiful Sports

Als in der Pause zwischen dem zweiten und dritten Abschnitt aus den Lautsprecher der MBS-Arena der Klassiker „Sweet Dreams“ von „Eurythmics“ zu hören war, hatten die Träume des USC Münster vom Auswärtssieg gerade einen kleinen Dämpfer erhalten. Durchgang zwei ging mit 25:15 an den bis Freitagabend ungeschlagenen SC Potsdam, der damit den Satzausgleich geschafft und eine gute halbe Stunde später mit 25:19 nachgelegt hatte. Der Tabellenzweite war auf Kurs, dem USC drohte die fünfte Niederlage in Serie. Doch die gab es nicht, weil Münster stabil blieb und seinen Streifen durchspielte. Unbeeindruckt, leidenschaftlich, konsequent – so startete das Team nach über zwei Stunden Spielzeit eine kleine Jubelfeier.

Barbara Wezorke

Beim Siegerfoto vor der Ecke, in der die wenigen mitgereisten USC-Fans Platz genommen hatten, saß Elena Kömmling huckepack auf dem Rücken von Barbara Wezorke, Aushilfslibera Marta Hurst zeigte eine kleine Tanzeinlage, und als Trainerin Lisa Thomsen beim Live-Interview des TV-Senders Sport1 stand, hüpfte das Team ausgelassen im Hintergrund vorbei. „Gewinnen macht einfach mehr Spaß“, sagte Wezorke 24 Stunden nach dem Coup, als sie gerade ihren Ehemann Helge mit den WWU Baskets gegen Iserlohn hatte siegen sehen.

Die Laune war gut, die Stimmung fast schon ausgelassen nach all den negativen Erlebnissen der vergangenen Wochen, in denen das Verletzungspech immer wieder und in schöner Regelmäßigkeit zugeschlagen hatte. In Potsdam aber präsentierte sich der USC mit Ausnahme des zweiten Satzes durchgehend auf der Höhe, spielte „auf konstant hohem Niveau“ (Thomsen), die nach dem Erfolg von einem „mega geilen Gefühl“ sprach. Die Erleichterung war allen anzumerken, endlich einmal passte fast alles zusammen. „Die Mannschaft hat oft gezeigt, was sie draufhat, hat es nur nicht lange genug gespielt. Diesmal hat es geklappt. Das ist unfassbar wichtig für das Team, nun die Gewissheit zu haben, dass sie es kann. Das wird unser Selbstvertrauen boostern“, sagte Thomsen.

Steckenpferd Block-Abwehr

Besonders in der Block-Feld-Verteidigung brillierte Münster. Im Kollektiv brachten die Unabhängigen so manchen scheinbar nicht zu verteidigenden Ball zurück übers Netz, kamen sie in der Statistik auf satte 14 Block-Punkte. Potsdam nur auf fünf. „Die Block-Abwehr ist unser Steckenpferd, Herz und Seele unseres Spiel. Die Mannschaft ist ja auch ein Spiegel des Trainers“, sagte Thomsen mit Stolz über die USC-Stärke in ihrem früheren Kerngebiet, der Verteidigung. Und da offensiv Iris Scholten und Maria Schlegel immer wieder durchschlagskräftige Lösungen fanden, Juliane Schröder sich nach schweren Einstieg steigerte und ab dem 18:19 im vierten Satz noch acht Punkte (darunter den Matchball) bis zum Ende beisteuerte und auch Youngster Mia Kirchhoff zur rechten Zeit (etwa zum 6:7 und 9:8 im Tiebreak) zuschlug, entführte der USC zwei Punkte aus Brandenburg. „Diesmal haben wir den taktischen Plan fast von Anfang bis Ende umgesetzt, sind ruhig geblieben und sgut zurückgekommen“, sagte Thomsen,

Zur Belohnung gab es ein freies Wochenende, das Teile der Mannschaft in Berlin verbrachten. „Das haben wir uns verdient, wir können mal abschalten und genießen. Ab Montag liegt dann der volle Fokus auf Wiesbaden.“ Dort spielt der USC um den Einzug ins Pokal-Halbfinale. Und vielleicht erfüllen sich ja auch dort für die Unabängigen „Sweet Dreams“.

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