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Volleyball: Bundesliga Frauen

USC-Trainerin Thomsen äußert den Wunsch nach mehr Ruhe und weniger Ausfällen

Münster

Immer wieder Hiobsbotschaften und Rückschläge, immer wieder neue Verletzungen – der USC Münster hat es in dieser Saison bislang nicht leicht. Automatismen stellen sich eben nicht so schnell ein, wenn ständig Umbaumaßnahmen auf dem Feld erforderlich werden.

Von Henner Henning

Maria Schlegel (l.), Aushilfslibera Marta Hurst und Elena Kömmling, die in der Vorbereitung wegen Rückenproblemen lange nur dosiert trainieren konnte, sehen sich Woche für Woche mit taktischen Umbauarbeiten konfrontiert. Foto: Jürgen Peperhowe

Erika Kildau feuerte an, motivierte, klatschte in die Hände, munterte auf – die Libera war ganz in ihrem Element – nur auf der falschen Seite der Spielfeldumrandung. Die 18-Jährige trug zwar ein Trikot des USC Münster und gehörte am Samstagabend gegen den SSC Palmberg Schwerin auch zum Kader des Volleyball-Bundesligisten, mehr aber auch nicht. Kildau plagen derzeit anhaltende muskuläre Probleme in der Schulter, die ihr Mitwirken erneut verhinderten.

Kildau ist der jüngste Fall in der Verletzungsmisere, die den USC seit der Vorbereitung begleitet. Ein kleiner Auszug aus den Krankenakten: Mittelblockerin Sara Dukic knickte wenige Tage nach dem Trainingsstart um, musste zunächst pausieren. Zur Pause gezwungen war auch Angreiferin Elena Kömmling wegen anhaltender Rückenprobleme. Dann fiel passend zum Saisonauftakt Zuspielerin Katerina Valkova, die wegen ihrer EM-Teilnahme ohnehin verspätet am Berg Fidel eingetroffen war, in den ersten beiden Liga-Partien mit Schmerzen im Knie aus. Es folgten vor dem Gastspiel in Aachen die Daumenbrüche bei Hauptangreiferin Iris Scholten und Dukic sowie Schulterprobleme bei Maria Schlegel, die daher vor dem Pokal-Achtelfinale in Unterhaching nur dosierte Einheiten absolvierte und dann die Kildau-Rolle übernahm.

Stattliche Liste an Ausfällen

Eine stattliche Liste, die sicher auch die Probleme erklärt, die der USC mit sich herumschleppt. „Inklusive der Vorbereitungsspiele konnten wir noch nie so spielen, wie wir wollten, mussten immer wieder umbauen. Das ist schon extrem, damit kämpfen wir seit Wochen“, sagt USC-Trainerin Lisa Thomsen. „Gerade bei einer Mannschaft, die komplett neu zusammen ist und die sich zum Teil noch an das Niveau in der Bundesliga gewöhnen muss, sind solche Störfaktoren nur schwer zu kompensieren.“ Dabei sucht die 36-Jährige mehr nach Lösungen als nach Ausreden. Dass die ewigen Umstellungen aber den Entwicklungsprozess hemmen und damit auch die Ergebnisse beeinträchtigen, ist die Folge. Wie beim 1:3 gegen den SSC, der selbst Probleme hat und sicher nicht ganz unschlagbar war. Kildaus Ausfall versuchte Kapitänin Marta Hurst, eigentlich als Außenangreiferin unterwegs, zu kompensieren, tat dies mit großer Leidenschaft und Engagement und auch ganz passablen Werten. „Marta hat es gut gemacht, hat sich reingefuchst. Aber man hat dann doch gesehen, dass unsere Block-Feld-Abwehr nicht so stark war wie sonst“, so Thomsen.

„Lichtblicke“ vor Fahrt nach Potsdam

Das Resultat war die vierte Niederlage in Serie, der USC ist vor dem Gastspiel am Freitag (18.30 Uhr) beim Tabellenzweiten SC Potsdam erstmals in dieser Saison als Neunter aus den Playoff-Plätzen gerutscht. Doch gegen Schwerin sah die Trainerin auch „Lichtblicke“, die Mut machen für die kommenden Aufgaben (fünf Liga-Spiele bis Silvester sowie das Pokal-Viertelfinale in Wiesbaden). Im zweiten Satz (25:20) habe ihre Mannschaft die „Leistung komplett abgerufen“, habe „ihr Potenzial“ gezeigt. Dazu bot Kömmling einen couragierten Auftritt, die zur wertvollsten Spielerin gekürte Schlegel überzeugte spielerisch und als Antreiberin. „Wir sind auf dem richtigen Weg, werden weiterarbeiten. Die Mannschaft zieht super mit, der Charakter ist 1a und bestätigt, wie wir die Gruppe zusammengestellt haben“, sagt Thomsen, die mittlerweile genug von Hiobsbotschaften und Rückschlägen hat. „Jetzt wünsche ich mir für die kommenden Wochen, mal in Ruhe arbeiten zu können.“ Mit Blick auf das anstehende Programm und die Ziele eine nachvollziehbare Hoffnung

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