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Fußball: Regionalliga

Velichkov und RW Ahlen werden erst nach 98 Minuten erlöst

Ahlen/Köln

In der Schlussviertelstunde nahm der Druck mit jeder Minuten zu. Und von denen gab es auch noch acht (!) als Nachspielzeit dazu. Danach aber konnten sich die Rot-Weißen über den Lohn freuen - und bei ihrem Torhüter Martin Velichkov bedanken, der für den Schlussakkord gesorgt hatte.

Von Uwe Niemeyer

Premieren-Tor: Jan Holldack (M.) traf mit seinem ersten Pflichtspieltreffer nach seiner Rückkehr zu RW Ahlen zum 1:1-Ausgleich. Foto: Marc Kreisel

„Von wegen, ein Spiel dauert 90 Minuten. Die Regionalliga-Begegnung im Kölner Südstadion ging am Mittwochabend tatsächlich über 98 Minuten! Denn überzogene acht Minuten packte der Unparteiische oben drauf. Doch das Zittern und der aufopferungsvolle Kampf wurden belohnt. Mit 1:1 (1:1) entführte Rot-Weiß Ahlen verdient einen Zähler bei Fortuna Köln.

„Das ist wohl nicht unsere Kragenweite“, mutmaßte Joachim Krug noch vor der Begegnung. Der Sportliche Leiter der Rot-Weißen zielte auf die wirtschaftlichen und damit verbundenen sportlichen der Rheinländer ab, die nach zwei Auftaktsiegen auch den dritten fest eingeplant hatten. Aber die Elf von Trainer Andreas Zimmermann musste sich nicht verstecken. Schon gar nicht in Sachen Einsatz, Kampf und Entschlossenheit. Diese drei Kriterien waren mit zunehmender Spieldauer gefragt. Und die Rot-Weißen rief sie ab. Spätestens als Zweikämpfe und Aggressivität sowie Wille mehr gefragt waren. Auch in der Schlussphase, als die Gäste in die Defensive gedrängt wurden.

Unnötiges 0:1 wirft RWA nur kurz zurück

Und beinahe wäre aller Aufwand und alle Gegenwehr vergebens gewesen. Doch Sekunden vor dem Abpfiff lag Torhüter RW-Torhüter Martin Velichkov quer unter der Latte und kratzte einen fulminanten Schuss von Suheyel Najar gerade noch zur Ecke. Sekunden später war das zweite Saison-Remis perfekt.

Ohnehin hatten sich die Rot-Weißen etwas vorgenommen. Das war unübersehbar. In den ersten Minuten warteten die Gäste nicht ab, sondern pressten offensiv, attackierten die Rheinländer an deren Strafraum. Was zunächst Wirkung zeigte. Doch wie eine kalte Dusche wirkte das 0:1 (9.). Ein völlig unnötiger Rückstand, einer ohne Not. Denn Oktay Dal hatte den Ball eigentlich sicher, verlor aber unnötig die Kontrolle. Danach ging es schnell und fand in Sascha Marquet den Vollstrecker. 120 Sekunden später jagte Mike Owusu den Ball nicht zum 2:0 ins RW-Tor, sondern in den Abendhimmel. Patrik Twardzik war zuvor nicht konsequent in seiner Aktion. Wie schon beim 0:1 stand ein Gäste-Akteur Pate.

Halldack-Treffer bringt Ahlen zurück

Nach 18 Minuten war die Fußballwelt für die Rot-Weißen aber wieder in Ordnung. Auch weil es Twardzik nun besser machte. Denn per mustergültigem Rückpass von der Grundlinie legte er für Jan Holldack – das erste Tor des Rückkehrers – zum Ausgleich auf. Zweimal hatte der Torschütze zuvor bereits geübt. Fast hätte es ihm Sebastian Mai in Minute nachgemacht. Doch aus sechs Metern setzte er den Ball per Kopf am linken Pfosten vorbei. 60 Sekunden später bekam er schon die zweite Chance, konnte aber Andre Weis nicht überwinden. Was auch auf der Gegenseite galt. Denn in einer bis zur Pause abflachenden und bisweilen zerfahren Partie, war Martin Velichkov zweimal gefordert (33. und 37.) – und auf der Hut.

Gegenwehr bis zur letzten Sekunde

Nicht reaktionsschnell, wohl aber auch überrascht, war Gianluca Marzullo gleich in der Anfangsphase (54.) von Durchgang zwei. Eine Direktabnahme eins Abprallers von Mike Pihl rauschte an dem aussichtsreich – und frei – stehenden Sturmführer vorbei ins Toraus. Bei allen Bemühungen blieb es eine der wenigen Entlastungen. Gegenwehr war gefragt. Mit Erfolg.

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