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Formel 1: Großer Preis von Bahrain

Vor dem Saisonstart: Wie ist die Lage zwischen Red Bull und Mercedes?

Münster

Am kommenden Sonntag geht es in die neue Saison der Formel 1. Es gibt neue Autos und neue Regeln, die Rivalitäten aber sind dieselben geblieben. Bereits vor dem Auftakt in Bahrain gab es die ersten verbalen Hiebe zwischen Mercedes und Red Bull. Wie sieht es mit den sportlichen aus?

Von Camillo von Ketteler

Teilt vor dem Saisonstart schon mal ordentlich aus gegen Mercedes-Chef Toto Wolff: Christian Horner, Teamchef von Red Bull Foto: Imago/Every Second Media

Drei Monate sind seit der finalen Rennrunde vergangen, die Max Verstappen 2021 in Abu Dhabi das erste Mal zum Weltmeister machte. Das nächste Formel-1-Jahr steht vor der Tür, es gibt neue Autos, neue Regularien, teilweise neue Fahrer. Und doch ist der kontroverse Abschluss der Vorsaison nicht vergessen, im Gegenteil, seine Konsequenzen reichen bis in die neue Saison.

Wenn es am Sonntag (16 Uhr/Sky) in Bahrain ins erste Rennen des Jahres geht, wird Rennleiter Michael Masi, der das WM-Finale mit seinen Entscheidungen zumindest mitentschied, nicht mehr auf seinem Stuhl sitzen. Der Deutsche Niels Wittich und Eduardo Freitas aus Portugal werden ein wachsames Auge auf die 20 Piloten haben und sich in der Funktion des Renndirektors in Zukunft abwechseln. Bereits beim finalen Testen in ­Bahrain am vergangenen Wochenende deutete sich an – die beiden werden auch in der kommenden Saison einiges zu tun haben.

Neue Saison, alte Rivalitäten

Als der neue Mercedes am vergangenen Freitag mit etwas verändertem Design der Seitenkästen auf den Asphalt rollte, staunte Christian Horner nicht schlecht. Der Teamchef von Red Bull kritisierte prompt, witterte einen Regelverstoß, ließ ein kritisches Zitat aber später über seine Presseabteilung zurückziehen. „Das gehört natürlich dazu“, sagte TV-Experte und Ex-Pilot Ralf Schumacher am Montag in einer Presserunde. Ein Konstrukteur versuche eben immer, die Regeln so weit auszureizen, wie es irgendwie geht. „Dass Mercedes so früh damit anfängt, ist aber auch ein Zeichen, dass sie sich selber nicht besonders sicher waren“, meinte er.

Auf einen Protest verzichtete Horner, schob ein paar Tage später in einem Interview mit der Daily Mail aber direkt die nächste Provokation hinterher. Auf die Frage, was der Unterschied zwischen ihm und Mercedes-Teamchef Toto Wolff sei, antwortete der 48-Jährige: „Ich lebe nicht als Steuerflüchtling in Monaco und leite ein Team aus der Ferne.“ Wolff sei leicht zu reizen, es mache Spaß, ihn zwischendurch ein bisschen zu ärgern, so der gewohnt angriffslustige Horner weiter.

Hamilton schlägt bereits Alarm

Die ersten verbalen Hiebe sind gesetzt, wie es mit den sportlichen aussieht, ist wohl erst nach dem ersten Rennen so richtig zu bewerten. Zwar schlug Lewis Hamilton am Wochenende nach den eher schlechten Trainingsergebnissen bereits Alarm: „Wir sind derzeit nicht an der Spitze. Es ist aktuell noch zu früh, um sich Gedanken um die WM zu machen, aber im Moment glaube ich nicht, dass wir um Siege kämpfen werden.“ Doch es wäre nicht das erste Mal, dass Mercedes im Vorfeld tiefstapelt, nur um dann, wenn es drauf ankommt, mit voller Stärke da zu sein.

Sieht seinen Mercedes vor dem Saisonstart hintendran: der siebenmalige Weltmeister Lewis Hamilton. Foto: Imago/Every Second Media

Experten sehen Mercedes und Red Bull wieder vorne

„Wir sprechen über Mercedes. Ich glaube, dass sie im ersten Rennen auf jeden Fall wettbewerbsfähig sein werden“, sagte Ex-Weltmeister Damian Hill, der in Großbritannien als TV-Experte tätig ist und von dort in die Runde zugeschaltet wurde. Sein Pendant auf deutscher Seite unterstützt seine Einschätzung. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass da noch was kommt“, sagte Ralf Schumacher, der Hamilton und seinen neuen Kollegen George Russel, der seine Qualitäten im Mercedes in Bahrain bereits 2020 als Ersatzfahrer für den mit Corona infizierten Hamilton bewies, vorne sieht: „Wenn es um die WM geht, dann werden die beiden sehr stark sein“, sagte er.

Und Titelverteidiger Red Bull? „Ich bin immer ein großer Fan von Sergio Perez gewesen, er ist ein fantastischer Rennfahrer“, hebt Hill Verstappens Teamkollegen hervor, der einen großen Anteil am Weltmeistertitel des Niederländers habe. „Ich glaube, wir haben zwei richtig gute Fahrerpaare“, sagte der 61-Jährige, der seine Meinung mit Schumacher teilt. „Am Ende wird es wieder um die beiden Teams gehen. Allerdings muss man auch sagen“, blickt er auf den Saisonstart voraus, „historisch ist Bahrain kein Mercedespflaster.“ Für Spannung ist also gesorgt.

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