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Folge 202: Abseits

Großkreutz und die plumpe Stichelei gegen RB Leipzig

Es gibt Hunderte gute Gründe, dem Marketingprodukt Rasenballsport Leipzig kritisch gegenüber zu stehen. Fußball-Traditionalisten fallen wahrscheinlich sogar tausende ein, angefangen beim überbordenden Kommerz über die fehlende Fankultur oder die latente Arroganz der Verantwortlichen bis hin zur Tatsache, dass Vereine, an denen viel mehr Herzen hängen, nach und nach überholt werden.

wn

Kevin Großkreutz 

Es gibt Hunderte gute Gründe, dem Marketingprodukt Rasenballsport Leipzig kritisch gegenüber zu stehen. Fußball-Traditionalisten fallen wahrscheinlich sogar tausende ein, angefangen beim überbordenden Kommerz über die fehlende Fankultur oder die latente Arroganz der Verantwortlichen bis hin zur Tatsache, dass Vereine, an denen viel mehr Herzen hängen, nach und nach überholt werden.

Man kann auch anzweifeln, ob die Clubstrukturen den DFB-Statuten entsprechen – schließlich beschränkt sich der Mitgliederzirkel auf einen Kreis Vertrauter von Redbull-Boss Dietrich Mateschitz. Dem Österreicher werfen viele vor, am sportlichen Abschneiden nur bedingt interessiert zu sein. Er taucht schließlich nur alle paar Monate mal im Stadion auf. Nur die Werbemaschinerie zählt.

Es gibt, gerade aus dem Dunstkreis von Borussia Dortmund, auch viele kreative Formen, den Protest gegen den Plastikclub vorzutragen. Selbst wenn sie natürlich ins Leere laufen, denn spätestens mit dem Bundesliga-Aufstieg ist der Aufschwung der Bullen nicht mehr aufzuhalten. Trotzdem kann man sich auch blamieren, wenn man die Sachsen aufs Korn nimmt. Der BVB verzichtet im Stadion nun auf den Zusatz „RB“ bei Tabellen und Spielplänen – geschenkt. Die schwarzgelben Ultras versuchten im Sommer, zum Boykott der Auswärtspartie in Leipzig aufzurufen. Binnen weniger Stunden war der Gästeblock ausverkauft – blöd gelaufen. Den Vogel schoss aber am Mittwoch ein Ex-Borusse ab. Kevin Großkreutz verkündete – am 31. August, nicht am 1. April – via Facebook in zweifelhaften Worten seinen Wechsel vom VfB Stuttgart zum Brauseclub. Natürlich undenkbar für den einstigen Südtribünendauergast, der die Ironie am Ende des Posts auch noch selbst anmerkte. Kritik gab’s für die plumpe Stichelei von vielen Seiten. Der Ex-Nationalspieler lebt ja auch ganz gut vom kommerzialisierten Fußball. Und Wortbeiträge wie dieser helfen angesichts der Reaktionen fast schon dabei, RBL salonfähig zu machen. Vom Marketingeffekt ganz zu schweigen.

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