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Fußball: Regionalliga West

Alle Augen auf RW Essen und Preußen Münster

Münster

Der SV Lippstadt und der SC Wiedenbrück eröffnen die Saison in der Regionalliga West bereits am Freitag. Die Favoriten wie RW Essen, RW Oberhausen, Wuppertaler SV oder Preußen Münster folgen am nächsten Tag. Größtes Sorgenkind der höchsten NRW-Spielklasse ist dabei der KFC Uerdingen.

Von Alexander Heflikund

Treibende Kraft bei RW Essen und dem Projekt Aufstieg in die 3. Liga: Der Ex-Münsteraner Dennis Grote (Mitte), hier im Zweikampf mit den Preußen Joshua Holtby (l.) und Julian Schauerte. Foto: Jürgen Peperhowe

Gerne wird seit einiger Zeit immer von der besten Liga aller Zeiten gesprochen. Beste 2. Bundesliga aller Zeiten, tollste 3. Liga aller Zeiten – und jetzt ist die Regionalliga West die aller, aller, allerbeste vierte Spielklasse aller Zeiten. Einige Clubnamen haben einen Ruf wie Donnerhall, waren mal Deutscher Meister, Erstligist, DFB-Pokal-Finalist, einfach große Nummern im deutschen Fußball. Und keine Frage, da wollen sie alle wieder hin. An erster Stelle: RW Essen.

Hochkarätige Regionalliga West

Wobei das in der West-Staffel so eine Sache ist, vermutlich keine der vier anderen Regionalligen in Deutschland ist so hochkarätig besetzt. Vizemeister RW Essen zum Beispiel versucht seit mittlerweile elf Jahren mehr oder weniger vehement in die 3. Liga zu gelangen. Im Prinzip geht es den Rot-Weißen ähnlich wie Preußen Münster, dem vermutlich stärksten Rivalen um den Titel in der anstehenden Saison. Essen war Pokalsieger (1953), Deutscher Meister (1955), Bundesligist (bis 1977), Zweitligist (bis 2007) – nach einem furchtbaren Intermezzo in der NRW-Liga kehrte RWE 2011 in die Regionalliga zurück. Auch Münsters Tragik lässt sich ähnlich bündeln – in beiden Clubs besteht eine große Sehnsucht auf Profifußball, auf 3. Liga und auf Dauer auch 2. Bundesliga.

RW Essen - 3, 2, ?

Essen, Dritter 2020 und Vizemeister hinter Borussia Dortmund II vor wenigen Monaten, hat dafür schon die Infrastruktur, das Stadion, das Umfeld, das Verlangen. Münster geht es ähnlich, bis auf das Stadion, der Abstieg 2020 war ein Desaster, die letzte Saison eine Art Konsolidierung, eine Bündelung der Kräfte. Nun werden RWE und SCP von Samstag an bedingungslos gejagt.

Essen genügten in der abgelaufenen Saison sensationelle 90 Punkte nicht zum Aufstieg. Nun wurde der Kader wieder umgestaltet, selbst Torjäger Simon Engelmann (29 Tore) muss sich mit Zlatko Janjic (vom SC Verl) interner Konkurrenz stellen. Vieles wird über den Ex-Münsteraner Dennis Grote (35) laufen. Er sagte: „Wir sind gut gerüstet für den nächsten Anlauf“. Trainer Christian Neidhart weiß wie Meisterschaft geht, mit dem SV Meppen stieg er in die 3. Liga auf, die Erwartung bei RWE ist noch höher: „Dass uns die Konkurrenz auf den Favoritenschild heben wird, ist uns klar. Diesen Druck nehmen wir uns aber auch selbst.“

Wuppertaler SV rüstet auf

Derweil hat die Konkurrenz „nachgeladen“. Der Wuppertaler SV stand vor gar nicht so lange Zeit mit rund zwei Millionen Euro in der Kreide. Seitdem Mäzen und Multi-Millionär Friedhelm Runge, Inhaber von EMKA, wieder federführend mitmischt, geht es bergauf. Sportchef Stephan Küsters hat ein griffiges Aufgebot gemixt. Auch Fortuna Köln mit Coach Alexander Ende plant mehr als nur Platz drei. Zudem kommt noch RW Oberhausen, das bereits in der Rückrunde Ambitionen angemeldet hat.

KFC Uerdingen in Bedrängnis

Der Verdrängungskampf setzt nicht nur oben mit Spieltag eins an. Nachdem in der Vorsaison nur Platz 21 mit dem SV Bergisch-Gladbach Abstieg bedeutete, werden aus der aktuellen 20er Staffel mindestens fünf Vereine, möglicherweise sogar ein Sextett absteigen. Für die vermeintlichen Kellerkinder wie SF Lotte oder RW Ahlen, aber gerade für den KFC Uerdingen wird das zu einer Gratwanderung. Der einstige Europapokal-Teilnehmer aus der Grotenburg-Kampfbahn kämpft ums Überleben. Die Regionalliga-Teilnahme sichert dem Verein im schlimmsten Fall 2022/23 das Spielrecht in der Oberliga ab, eine zweite Mannschaft gibt es aktuell nicht, ein Absturz wäre bodenlos. Nachdem der undurchsichtige Finanzier Michael Ponomarev ausstieg, flugs bei Wacker Innsbruck (2. Liga Österreich) wieder auftauchte, herrscht endgültig Ebbe in der Kasse. Uerdingen kämpft ums Überleben, eine Insolvenz könnte helfen. Am Samstag wartet RW Oberhausen – aktuell stehen elf Spieler bereit, drei davon sind Torleute.

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