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Fußball: Champions League

Der Ton beim BVB stimmt – aber was ist das gegen Haaland und Co. wert?

Dortmund

Am Ende gab es nur fröhliche Gesichter. Mit einem souveränen 3:0-Erfolg über Kopenhagen startete Borussia Dortmund in die Champions-League-Spielzeit. Besonders hervor tat sich ein Duo in der Zentrale und natürlich der Kapitän.

Von Wilfried Sprenger

Nico Schlotterbeck, Jude Bellingham (M.) und Giovanni Reyna (r.) sind mit dem BVB gut in die Königsklasse gestartet.  Foto: Imago/Moritz Müller

Es ist beileibe nicht so, dass der Fußball-Himmel über Dortmund schon so früh in der Saison voller edler und wohlklingender Geigen hängen würde. Doch Ton und Kompass stimmen. In der Bundesliga liegt der BVB als Zweiter einen Punkt vor den großen Bayern und satte sieben respektive neun vor RB Leipzig und Bayer Leverkusen, die im Sommer noch als schärfste Rivalen um den ersten Platz hinter dem Abonnementmeister aus München ausgemacht worden waren.

Da fügte sich der saubere 3:0-Start in der Champions League gegen den FC Kopenhagen nahtlos ins Bild ein. Trainer Edin Terzic und Sportdirektor Sebastian Kehl schrieben Kollektiv und Protagonisten hernach mehrfach ein „sehr gut“ ins Zeugnis. Ob die Note eins zu halten ist, wird sich in den wirklichen Reifeprüfungen gegen Manchester City um Top-Torjäger Erling Haaland und den FC Sevilla erweisen. Bei aller Wertschätzung: Kopenhagen ist nicht mehr als ein dankbarer Gast auf Zeit im Konzert der wirklich Großen.

BVB: Sieben Spiele, fünf Mal ohne Gegentor

Dortmund wird den Auftakterfolg aus schmerzhafter Erfahrung sehr gut einzuordnen wissen. In der vergangenen Saison reihte der BVB in der Königsklasse zunächst sogar zwei Siege aneinander – und stieg dann doch kurz vor Weihnachten aus der Königsklasse ab. Die Violinen verstummten vollends, als die Mannschaft dann auch noch aus der Europa League flog. Ein Paukenschlag – dröhnend und schmerzend.

Um eine Wiederholung dieses Szenarios zu vermeiden, hat sich der Club auf dem Transfermarkt kräftig angestrengt. Besonders auffällig schlägt aktuell die Qualitäts-Offensive in der zuvor so zerbrechlichen Defensive zu Buche. Neuzugang Nico Schlotterbeck verteidigt mit Konsequenz und Verve, auf der „Sechs“ ist sich der Ex-Kölner Salih Özcan für keinen Meter und keinen Zweikampf zu schade. Im zentralen Verbund mit Publikumsliebling Jude Bellingham, der sich ebenfalls mit großer Ballgier in jedes Duell stürzt und dazu noch kreative Impulse setzt, bildet er ein Pärchen, das in der Lage zu sein scheint, auch große Herausforderungen zu bestehen.

Borussia Dortmunds Neuzugang Sébastien Haller (2. von links) saß beim Champions-League-Heimspiel gegen den FC Kopenhagen erstmals als Zuschauer auf der Tribüne. Der Angreifer hatte sich nach dem Befund Hodenkrebs einer Tumor-Operation unterziehen müssen.  Foto: Imago/Kirchner-Media

So lässig, wie es manchem gar nicht übermächtigen Gegner noch in der vergangenen Saison gelungen ist, lässt sich der BVB offenbar nicht mehr auskontern. Dass bei Dortmund gegen Kopenhagen im siebten Pflichtspiel dieser Spielzeit zum fünften Mal die Null stand, werden Beteiligte und Verantwortliche jedenfalls mit Freude zur Kenntnis genommen haben.

Auf den BVB warten Haaland und Guardiola

Und vorn? Trifft Marco Reus! Am Dienstag eröffnete der Kapitän wieder einmal den kleinen Torreigen. Kehl attestierte ihm „ein großes Spiel“, Terzic bezeichnete die Leistung des 33-Jährigen sogar als „Wahnsinn“ und bezog dabei Özcan und den unter dem neuen Trainer spürbar aufblühenden Julian Brandt im temporären Überschwang direkt mit ein.

Am Mittwoch setzt Dortmund die Reise auf Europas Bühne in Manchester fort. Nach dem Blasmusik-Abend gegen Kopenhagen wartet im Etihad Stadium ein erlesen besetztes und beim 4:0-Coup in Sevilla bereits fein eingestimmtes Streichorchester auf die Borussia.

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