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Deutscher Fußball-Bund

Kommentar: Dieses Expertengremium ist kein Signal des Aufbruchs

Münster

Der Deutsche Fußball-Bund setzt bei der Aufarbeitung der enttäuschenden WM in Katar unter anderem auf ein siebenköpfiges Expertenteam. Die Besetzung ist zwar prominent, aber wenig einfallsreich und fortschrittlich – ein Kommentar.

Von Thomas Rellmann

Geht es mit ihnen vorwärts? Bayern Münchens ehemaliger Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge (l.) und sein Nachfolger Oliver Kahn gehören mit siebenköpfigen Expertengremium an, das der Deutsche Fußball-Bund als Reaktion auf das WM-Debakel von Katar gegründet hat. Foto: Imago/Sven Simon

Ein Expertengremium als Konsequenz der abermaligen WM-Enttäuschung klingt nach einer guten Idee. Die Besetzung mag zwar prominent und voller Sachverstand sein. Doch was vollkommen fehlt, ist der Blick über den Tellerrand. Es ist eine Gruppe von (Ex-)Funktionären, von denen jeder einzelne hilfreich sein kann. Doch alle sind so eindeutig mit einem Verein assoziiert, dass eine vollkommen neutrale Herangehensweise nahezu auszuschließen ist.

Die übertragenden TV-Anstalten haben während des Turniers in Katar vermehrt auf frische Gesichter als Fachleute in Studio oder Stadion gesetzt. Angebote aus der Riege von ehemaligen Spielern, dem Verband zu helfen, gab es zu Genüge. Doch der DFB vertraut lieber einem erfahrenen Zirkel.

Das muss nicht zwingend in die Hose gehen, doch warum nicht mal beim SC Freiburg oder Union Berlin einhaken? Warum nicht die Generation mehr einbinden, die vor einem Jahrzehnt noch selbst am Ball war? Stattdessen wurden die Chefetagen der vier wirtschaftlich stärksten Bundesliga-Clubs abgeklopft. Auch die Arbeitsgruppe für den von Oliver Bierhoff verantworteten Sektor kommt größtenteils aus den eigenen Reihen. Ein Signal des Aufbruchs geht von dieser Personalauswahl nicht aus.

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