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Fußball: DFB-Pokal Achtelfinale

Schalke gelingt sensationelle Aufholjagd gegen Berlin

Gelsenkirchen

Schalke 04 ist nach einer Aufholjagd ins Pokal-Viertelfinale eingezogen. Gegen Hertha BSC hatte es vor allem die Verlängerung in sich.

Jürgen Beckgerd

Das Spiel gedreht: Benito Raman im Freudentaumel nach seinem Treffer zum 3:2 gegen Berlin. Foto: imago-images/Jörg Schüler

Der FC Schalke 04 steht im Viertelfinale des Pokalwettbewerbs. Mit einem 3:2-Erfolg nach 0:2-Rückstand setzten sich die „Knappen“ nach einer sensationellen Aufholjagd gegen Hertha BSC durch. Benito Raman erzielte den Siegtreffer in der 115. Spielminute.

Die Schalker – in diesem Jahrtausend bereits dreimal Pokalsieger (2001 gegen Union Berlin, 2002 gegen Bayer Leverkusen und 2011 gegen den MSV Duisburg) und 2005 1:2-Finalverlierer gegen die Bayern – hatten sich viel vorgenommen. Die Berliner auch, denn die Endspiel-Gastgeber haben das Finale daheim im Olympiastadion noch nie erreicht. Herthas letzte Endspielteilnahmen liegen lange zurück: 1977 und 1979 verloren sie jeweils 0:1 gegen Düsseldorf und Köln. Nun träumte Trainer Jürgen Klinsmann, der seinen Kader in den letzten Wochen mit rund 80 Millionen Euro für neue Spieler optimierte: „Ein Finale in Berlin, das wünscht sich jeder hier.“

Und es ging auch gut los für Hertha. Just schickte sich Schalke an, die Berliner – anders als beim schlappen 0:0-Bundesliga-Kick vor vier Tagen – unter Druck zu setzen, da klingelte es auch schon. Die neuformierte Innenverteidigung (Jean-Clair Todibo rückte für Ozan Kabak erstmals ins Team) war nicht ansatzweise im Bilde und Pascal Köpke traf zum 0:1 (12.).

Ein früher Punch der Berliner, den Amine Harit zwei Minuten später fast gekontert hätte: Erst rettete Jordan Torunarigha auf der Linie, dann Keeper Rune Jarstein in höchster Not (14.). Schalke war noch nicht drin im Spiel, brauchte Zeit, um die früh angreifenden Berliner ihrerseits unter Druck zu setzen. Durchdacht war das alles nicht, auch nicht konstruktiv. Hertha stand sicher und nutzte Schalker Nachlässigkeiten: Köpke vernaschte Todibo, Pass auf Herthas Neuzugang vom AC Mailand, Krzysztof Piatek, und der traf zum 2:0 (39.). Einfach billig dieser Gegentreffer aus Schalker Sicht. Und vorne? Kein Durchkommen. Hertha machte und hielt dicht – und hatte leichtes Spiel gegen konzept- und ideenlos anrennende Schalker. Pfiffe zur Pause.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit stabilisierte der Coach aber zunächst einmal die Abwehr, brachte Innenverteidiger Kabak für Todibo. Paradox bei einem 0:2-Rückstand? Zumal dem Schalker Offensivpersonal nichts einfiel, bis auf Pässe ins Nirwana. Herthas Abwehr hatte noch leichtes Spiel. Wagner reagierte noch mal. Raman und McKennie kamen nach einer Stunde für Ahmed Kutucu und Nassim Boujellab auf den Rasen. Schalke lebte auf, doch Hertha behielt die Kontrolle, verstärkte nun die Defensive und überließ den Gastgebern die Initiative. Die damit erst einmal nichts anzufangen wussten.

Geschlagen gaben sich die Knappen aber längst nicht. Und wenn es im Kollektiv nicht so recht funktionierte, dann eben so: Harit auf Daniel Caligiuri – 1:2 in der 77. Spielminute. Und weil es so schön war, funktionierte das auch andersherum: Caligiuri auf Harit – 2:2 in der 82. Minute. Die Arena – ein Tollhaus. Die Karten: neu gemischt. 30 Minuten gab es obendrauf.

In der Verlängerung ging es dann kunterbunt zu: Erst zeigte Schiedsrichter Harm Osmers Herthas Torunarigha Gelb-Rot nach einem Ausraster vor der Schalker Bank, dann sah (nach Videobeweis) auch David Wagner Rot (102.). Hertha in Unterzahl auf dem Platz – Schalke sorglos: Juan Miranda klärte auf der Linie und hielt die Knappen im Spiel. Und dann kam ja noch Raman.

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