1. www.wn.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Erste-bundesliga
  6. >
  7. Borussia Dortmund finalisiert Trikot-Deal

  8. >

Fußball: Bundesliga

Borussia Dortmund finalisiert Trikot-Deal

Münster

Der Namenszug des langjährigen Geldgebers Evonik wird beim BVB bald nur noch in den Pokalwettbewerben die Brust der Spieler zieren. In der Bundesliga wirbt der Club dann mit einem anderen Trikotsponsor. Das hat es im deutschen Profifußball noch nicht gegeben.

Wilfried Sprenger

Innovativ und geschäftstüchtig: BVB-Boss Hans-Joachim Watzke (links) und Geschäftsführer Carsten Cramer. Foto:

Borussia Dortmund hat einen „langwierigen Ideen- und Verhandlungsmarathon“ (Geschäftsführer Carsten Cramer) erfolgreich finalisiert. Als erster Fußball-Bundesligist bestreitet der BVB die kommenden fünf Spielzeiten mit zwei Trikot-Sponsoren. Der Namenszug des aktuellen und langjährigen Hauptsponsors Evonik wird künftig nur noch im internationalen Geschäft, im DFB-Pokal und bei Freundschaftsspielen im Ausland zu sehen sein.

In der Bundesliga macht der Konzern Platz für das Logo des Kommunikationsunternehmens 1&1. „Für uns ist der heutige Tag ein Meilenstein auf dem Weg der wirtschaftlichen und damit auch sportlichen Weiterentwicklung des BVB“, erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Hans-Joachim Watzke, am Donnerstag.

Die Verträge mit beiden Unterstützern haben eine Laufzeit bis 2025 und spülen den Dortmundern in Summe und über fünf Jahre etwa 200 Millionen Euro in die Kasse. Damit schließen die Westfalen zwar immer noch nicht zum Branchenriesen FC Bayern auf, doch die Kluft wird spürbar kleiner. Die Münchner werden von der Telekom mit kolportierten 45 bis 50 Millionen Euro per anno beglückt.

Einzigartige Vorgehensweise

Mit dem Trikot-Split betritt der BVB ein komplett neues Terrain. „Wir sind in Europa der erste Verein, der dies macht. Es eröffnet uns die Möglichkeit, weiter zu wachsen“, sagt Cramer. Der Münsteraner und sein Team hatten die Idee für das fraglos innovative Modell und leisteten beim Hauptsponsor Überzeugungsarbeit.„Ohne die Bereitschaft von Evonik, diesen Weg mitzugehen, wäre dieser Schritt nicht möglich gewesen“, so Cramer.

Dass der Chemie-Riese aus Essen, der die Borussia seit 2006 unterstützt und dessen Zuwendungen nun angepasst werden, fast 15 Prozent der Anteile am börsennotierten Fußball-Unternehmen hält und damit größter Anteilseigner ist, wird in den Verhandlungen sicher nicht von Nachteil gewesen sein. „In Deutschland ist der BVB fest in der Liga-Spitze etabliert und unsere Marke auch deshalb sehr bekannt. Nun wollen wir unsere Partnerschaft gemeinsam auf den internationalen Erfolg ausrichten“, sagte Evonik-Chef Christian Kullmann.

Für den Bundesligisten ist die neue Trikot-Vermarktung der zweite große Deal binnen weniger Monate. Ende November vergangenen Jahres hatte der Tabellendritte den Kontrakt mit Ausrüster Puma bis ins Jahr 2028 verlängert. Er sichert dem BVB eine Gesamteinnahme von etwa 250 Millionen Euro.

Startseite