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Fußball: Bundesliga

Kapitale Fehler! So wird's nichts mit dem Titel für Borussia Dortmund

Dortmund

Borussia Dortmund hat das Bundesliga-Spitzenspiel gegen den FC Bayern München mit 2:3 verloren. Danach ging's vor allem um Schiedsrichter Felix Zwayer - dabei brachte sich der BVB mit eigenen Fehlern um einen möglichen Sieg.

Von Jonas Austermann

Erling Haaland entlädt seine Wut nach der Auswechslung an seiner Trainingsjacke. Foto: Imago

„Wer wird Deutscher Meister? BVB Borussia! Wer wird Deutscher Meister? Borussia BVB!“ Kurz vor der Halbzeit des Bundesliga-Gipfeltreffens zwischen Dortmund und dem FC Bayern waberte dieser Gesang durch den Signal Iduna Park. Das Problem aus Dortmunder Sicht: Die rund 500 Gästefans hatten ihn voller Häme angestimmt.

Als die Roten feierten, stand es gerade 2:1 für die Münchner. Das rasante Topspiel endete mit 3:2 für die Gäste aus dem Freistaat – und mit der bitteren BVB-Erkenntnis, dass es auch diese Saison wohl nichts wird mit dem Meistertitel. Die Schwarz-Gelben leisteten sich einmal mehr zu viele Aussetzer in der Defensive – darüber darf die hitzig diskutierte Leistung von Schiedsrichter Felix Zwayer nicht hinwegtäuschen.

Hummels und Guerreiro patzen

Aber der Reihe nach: Der BVB legte furios los, Julian Brandt erzielte nach nur fünf Minuten das 1:0. „Dann haben wir auf einmal den Schalter umgelegt und hätten früher höher führen können“, meinte Bayern-Trainer Julian Nagelsmann – und er hatte recht. Robert Lewandowski stellte nach einem Bock von Mats Hummels auf 1:1 (9.). Leroy Sané (12.), Thomas Müller (18.) und zweimal Kingsley Coman (23., 26.) ließen die Münchner Führung liegen. Erling Haaland schoss für den BVB knapp vorbei (29.).

Dann patzte erneut die Dortmunder Abwehr: Raphael Guerreiro drosch Hummels den Ball in die Magenregion, den Abpraller feuerte Coman ins BVB-Tor. 1:2 in der 44. Minute, die Bayern-Fans sangen.

Der BVB kam in einem atemberaubenden Schlagabtausch – über weite Strecken fand kaum Mittelfeldspiel statt – wütend aus der Kabine. Haaland traf zum 2:2 (47.). Statt die folgende Drangphase zur Führung zu nutzen, beschäftigten sich die Dortmunder lieber mit Schiedsrichter Zwayer. Marco Reus wurde von Lucas Hernandez im Strafraum zu Boden gerempelt, der Pfiff blieb aus, der BVB tobte. „Für mich ist die Situation an Marco ein Elfmeter“, meinte BVB-Coach Marco Rose. Reus selbst sagte nach dem Studium der TV-Bilder: „Oh, mein Gott. Im Spiel habe ich das gar nicht so krass wahrgenommen.“

Zwayer erklärt Verzicht auf Videobeweis

Die durchaus verständliche Forderung der Dortmunder: Zwayer hätte sich die Szene noch einmal anschauen sollen. Machte er aber nicht, weil er laut eigener Aussage „eine vollständige Wahrnehmung“ hatte. Zudem musste der Videobeweis nicht einschreiten, weil eben kein glasklarer Fehler vorlag.

Die Bayern sammelten sich wieder, unter anderem in einer Behandlungspause für Brandt, der nach einem heftigen Zusammenprall ins Krankenhaus gebracht werden musste. Dann, eine Viertelstunde vor Schluss, zeigte Zwayer nach Video-Studium auf den Dortmunder Elfmeterpunkt. Hummels war mit dem Ellenbogen voran in eine Bayern-Ecke getaumelt. Handspiel war‘s, gewollt war‘s wohl nicht. Zwayer sprach von einer „unnatürlichen Handhaltung“ – das konnte man so sehen.

Goretzka: "Es ging um die Vormachtstellung"

Lewandowski überwand BVB-Keeper Gregor Kobel aus elf Metern. 3:2, die Bayern vier Punkte voraus in der Bundesliga – und mit dem sechsten Liga-Sieg im Gipfeltreffen nacheinander.
„Einfach schade und bitter“, meinte Rose. „Wir wollten ein Signal aussenden.“ Leon Goretzka sagte: „Es ging heute auch um die Vormachtstellung in Deutschland.“ Die bleibt unverändert: Bayern ganz zu Recht alleine oben, mit etwas Abstand folgt der BVB.

Statt auf die eigenen Fehler zu blicken, ergingen sich die Dortmunder in Schimpftiraden auf Zwayer. Rose sah Gelb-Rot, musste auf die Tribüne. Die Spieler lederten an den TV-Mikros los. Zwayer stellte sich nach Abpfiff im TV, erklärte seine Sicht – dem BVB war‘s egal. Er hatte einen Schuldigen gefunden.

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