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19. Spieltag

Druck auf die Bayern: Union springt an die Spitze

Berlin (dpa)

Union Berlin ist wieder Tabellenführer - mindestens für eine Nacht. Was ist für die Köpenicker in dieser Saison noch möglich? Der Gegner aus Mainz traut ihnen alles zu.

Von David Langenbein, dpa

Die Unioner bejubeln das Tor von Kevin Behrens (2.v.l). Foto: Andreas Gora/dpa

Die Fans des 1. FC Union Berlin sendeten nach dem Sprung an die Tabellenspitze direkt eine Nachricht nach München. «Zieht den Bayern die Lederhosen aus», schallte es durch das ausverkaufte Stadion An der Alten Försterei.

Die Köpenicker, die in der Hinrunde schon mehrere Wochen den Platz an der Sonne innehatten, sind vorerst zurück auf Platz eins der Fußball-Bundesliga. Serienmeister FC Bayern München braucht am Sonntag beim VfL Wolfsburg (17.30 Uhr/DAZN) einen Sieg, um wieder an den Berlinern vorbeizuziehen. 

«Wir nehmen die Spiele, wie sie kommen. Eins nach dem anderen. Aber es stimmt, heute sind wir oben in der Tabelle und wir werden alles tun, um da zu bleiben», sagte Sieg-Torschütze Jordan Siebatcheu nach dem 2:1 (1:0) gegen den FSV Mainz 05 am Samstag. Mit jedem Erfolg werden die Eisernen ein Stück mehr zu einem ernsthaften Titelkandidaten. Alle fünf Pflichtspiele haben sie in diesem Jahr gewonnen. Seit 15 Ligapartien sind die Unioner in ihrer Alten Försterei ungeschlagen.

Siebatcheu besiegelt Union-Sieg

Vor 22.012 Zuschauerinnen und Zuschauern brachte Kevin Behrens (32. Minute.) die Gastgeber in Führung. Ex-Unioner Marcus Ingvartsen (79.) glich für die Gäste von Trainer Bo Svensson per Handelfmeter aus, ehe Siebatcheu (84.) mit seinem ersten Tor seit September für den Sieg der Berliner sorgte.

Es war wieder ein enges Spiel, in dem am Ende die Köpenicker das glücklichere Ende für sich hatten. Viele Zweikämpfe, wenige Torchancen. «Die Mannschaft wendet auf, unermüdlich. Dann kommt das notwendige Spielglück dazu. Aber das bekommst du nicht geschenkt», lobte Trainer Urs Fischer sein Team. «Die Mannschaft ist gewillt, an jedem Spieltag ans Limit zu gehen.» Sie habe durch ihre starken Leistungen in dieser Saison nun auch das gewisse Selbstbewusstsein.

Dazu hat Fischer immer mehr Alternativen. Der Kader ist breit. Behrens traf im Pokal gegen den VfL Wolfsburg zum Sieg und nun auch gegen Mainz. Doch dann kommt der monatelang so glücklose Siebatcheu ins Spiel und trägt sich in die Torschützenliste ein. Nun hat der Schweizer weiter die Qual der Wahl, wer neben Sheraldo Becker stürmt. «Es wird weitergehen. Sie lassen mir keine Wahl, die beiden», sagte Fischer mit einem Lächeln. Und weiter: «Ich freue mich heute vor allem für Jordan, dass er endlich mal wieder treffen konnte. Aber auch Kevin hat seine Sache wieder sehr gut gemacht.»

Einwechselspieler trumpfen auf

Doch nicht nur im Angriff sind die Köpenicker tief besetzt. Am Ausgleich waren gleich drei Einwechselspieler beteiligt. «Man hat heute auch die Bank gesehen, die sie haben», sagte der Mainzer Sportdirektor Martin Schmidt. Man habe gesehen, wie viel Power und Qualität bei den Berlinern noch ins Spiel kommen könne. 

Seinem Team attestierte er eine ordentliche Leistung. «Das 1:1 wäre sportlich gerecht gewesen, aber die Effizienz von Union hat gezeigt, dass sie wenige Chancen brauchen, um Spiele zu gewinnen», sagte er. Das gehe den Mainzern momentan etwas ab. «Die Überzeugung fehlt uns ein bisschen. Das ist, woran wir arbeiten müssen.» 

Die Gäste aus Rheinhessen bleiben durch die Niederlage mit 23 Punkten im unteren Mittelfeld der Tabelle. Aus den ersten vier Ligaspielen des Jahres haben die Mainzer vier Punkte geholt. Trainer Svensson sagte: «Es ist schon enttäuschend, dass wir aus diesen zwei engen Spielen gegen Dortmund und Union nicht wenigstens ein Unentschieden mitnehmen können.» Er könne der Mannschaft aber keinen großen Vorwurf machen, sie habe das Spiel ausgeglichen gestaltet.

Schmidt sieht die Köpenicker dagegen mit realistischen Titelchancen: «Ich glaube, dass man Union alles zutrauen muss im Moment.» Nach zwei englischen Wochen können die Köpenicker etwas durchschnaufen, bevor es am kommenden Samstag (18.30 Uhr/Sky) zum Topspiel nach Leipzig geht. Mit 39 Punkten sind die Berliner nah an ihrem offiziellen Saisonziel 40 Punkte und Klassenerhalt. 

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