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Zitter-Sieg gegen Bielefeld

Elfer vergeben: Sörloth als Leipzigs tragische Figur

Alexander Sörloth trifft für Leipzig auch nicht vom Elfmeterpunkt. Zudem steht der Stürmer für das Problem der Sachsen, dass Spiele gegen Gegner wie Bielefeld nicht souverän mit einer B-Elf gewonnen werden.

dpa

Leipzigs Alexander Sörloth konnte den Strafstoß gegen Bielefeld nicht verwandeln. Foto: Jan Woitas

Leipzig (dpa) - Als Alexander Sörloth mit hängendem Kopf vom Platz trottete, konnte er sich vor Schulterklopfern kaum retten. Die Zuwendungen von Mitspielern und Trainern waren allerdings keine Glückwünsche, sondern sollten dem langsam zur tragischen Figur werdenden Norweger vielmehr Mut machen.

Schließlich war beim letztlich mühevollen 2:1 gegen Arminia Bielefeld alles für sein erstes Tor im RB-Trikot angerichtet, doch am Ende verschoss der 20 Millionen teure Neuzugang sogar einen Elfmeter. Julian Nagelsmann nahm es mit Humor, wandte sich nach dem Spiel an seinen erfahrenen Arminia-Amtskollegen Uwe Neuhaus. «Vielleicht hat Uwe ja eine Idee, was man da machen kann», sagte der 33-Jährige. «Ich weiß nicht, ob der Elfmeter für einen Stürmer der mega Knotenlöser gewesen wäre, aber ihn nicht zu machen, ist eigentlich noch schlimmer.» Immerhin bescheinigte Nagelsmann Sörloth doch noch einen «Schritt in die richtige Richtung».

Dabei stand der von Sörloth selbst herausgeholte Elfmeter nach 73 Minuten sinnbildlich für ein weiteres Leipziger Problem. Die Mannschaft schaffte es einfach nicht, in diesen kräftezehrenden Wochen gegen Teams wie Bielefeld auch mal souverän im Schongang zu gewinnen. Angeliño (29. Minute) und Christopher Nkunku (47.) hatten RB in Führung geschossen, Sörloths Elfmeter sollte die Krönung werden. Stattdessen traf Fabian Klos (75.) im Gegenzug, und RB fing an zu wackeln. «Wir haben praktisch um den Ausgleich gebettelt», befand Ex-Kapitän Willi Orban.

Auch Nagelsmann war nach der «insgesamt schlechtesten Saisonleistung» genervt. «Wir freuen uns nur über die drei Punkte», sagte der Coach. «Wir mussten wieder bis zur 93. Minute alles reinwerfen. Es wäre ratsam, solche Spiele etwas frühzeitiger zu beenden.» Schon am Mittwoch tritt RB in der Champions League bei Istanbul Basaksehir an, muss für ein Weiterkommen unbedingt gewinnen.

Dann wird auch der am Samstag einmal mehr starke Angeliño in der Startelf stehen. Dabei hätte Nagelsmann seinen Dauerbrenner - er verpasste bisher erst sieben Minuten der Saison - liebend gern geschont. «Ich wollte ihn eigentlich vom Platz nehmen, aber der Spielverlauf gab es einfach nicht her», erklärte der Trainer. Zumal er für die Position des offensiven linken Außenverteidigers außer dem bereits ausgewechselten Marcel Halstenberg keine Alternative hat.

Ist man bei Angeliño, landet man zwangsläufig bei Sörloth. Denn der Spanier erzielte bereits sein viertes Bundesliga-Tor der laufenden Saison. Die Abwehrspieler machen bei RB gerade den Job der Stürmer, haben insgesamt bereits acht der 18 Treffer erzielt. Was noch kurioser wird, wenn man hinzuzieht, dass Leipzig nach neun Spieltagen noch nie so oft getroffen hatte. Und so gab es auch von Angeliño noch ein paar aufmunternde Worte in Richtung Sörloth: «Die Stürmer werden wichtig für uns, sie werden da sein.»

© dpa-infocom, dpa:201129-99-504308/3

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