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Bundesliga

Hoffenheims große Moral: «Wir wollen in den Europapokal»

Wolfsburg (dpa)

Die TSG Hoffenheim wächst in dieser Bundesliga-Saison immer mehr in die Rolle hinein, die vor einem Jahr der VfL Wolfsburg spielte: Eine Mannschaft auf Champions-League-Kurs, die kaum jemand beachtet.

Von Sebastian Stiekel, dpa

Hoffenheims Andrej Kramaric (r) versenkt gegen Wolfsburg den entscheidenden Treffer zum 2:1. Foto: Swen Pförtner/dpa

Vom VfL Wolfsburg kann man sich bei der TSG 1899 Hoffenheim einiges abschauen. Wie man weitgehend unbeachtet die Champions League erreicht, zum Beispiel.

Oder vielleicht auch: Wie groß die Gefahr ist, einen solchen Erfolg nur ein halbes Jahr später schon wieder an die Wand zu fahren, wenn man es denn einmal geschafft hat.

An diesem Samstag jedenfalls gewannen die Hoffenheimer nach zwei Toren in nur vier Minuten mit 2:1 (0:1) in Wolfsburg und schicken sich immer mehr an, eine Rolle zu übernehmen, die an die des VfL in der vergangenen Bundesliga-Saison erinnert. Es gibt eine Reihe von Clubs wie Frankfurt, Leipzig oder auch Wolfsburg selbst, die ihr hohes Vorjahresniveau nicht halten konnten. Und es gibt dann auch fast immer jemanden, der so etwas ausnutzt.

Der Traum vom Europapokal

Hoffenheim könnte das in dieser Saison werden, die Europa League scheint realistisch, die Champions League nicht ausgeschlossen zu sein. «Wir wollen in den Europapokal, das ist unser Traum und auch unser Ziel», sagte Stürmer Andrej Kramaric. «Dafür werden wir alles geben. Und dafür brauchen wir auch in Zukunft die Mentalität von heute auf dem Rasen.»

Der Vize-Weltmeister von 2018 krönte die entscheidenden sechs Minuten dieser Partie mit seinem Siegtor zum 2:1. In der 72. und 73. Minute ließ Wolfsburgs Jérôme Roussillon beim Stand von 1:0 für den VfL zwei Großchancen ungenutzt. In der 74. und 78. Minute drehte Hoffenheim dann durch Jacob Bruun Larsen und Kramaric das gesamte Spiel.

Europacup soll Kramaric locken

Für den 30 Jahre alten Kroaten waren es der erste Treffer und der erste Einsatz nach der zweiten Corona-Infektion. Sein Vertrag mit der TSG läuft nach dieser Saison aus, was dem immer noch prominentesten Hoffenheimer Spieler die vielleicht letzte Chance eröffnen könnte, doch noch einmal nach Italien oder Spanien zu wechseln. Sein Club hofft weiterhin, diesem Ansinnen ein paar überzeugende Argumente entgegenbringen zu können: ein gutes Gehalt, seine lange Vereinszugehörigkeit, den Wohlfühlfaktor am Wohnort Heidelberg - und vielleicht ja auch noch eine erneute Europacup-Teilnahme.

Dafür spricht, dass sich die Hoffenheimer in dieser Saison eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit angeeignet haben. Kein anderes Team in der Fußball-Bundesliga holte nach Rückständen bereits so viele Punkte wie die TSG: Nach dem Wolfsburg-Spiel sind das schon 18. Hinzu kam, dass der Mannschaft vor und während dieser Partie die beinahe komplette Defensivachse wegbrach. Dennis Geiger und Florian Grillitsch fehlten gelbgesperrt, Abwehrchef Kevin Vogt verletzte sich in der 40. Minute bei einem Laufduell mit Max Kruse.

Ein wichtiger, aber «kein verdienter Sieg»

«Das Sieg war für die Moral und für die Mannschaft, denn wir haben schon ein paar Jungs, die uns nicht zur Verfügung stehen. So gesehen bin ich heute wirklich richtig stolz», sagte Trainer Sebastian Hoeneß. «Unterm Strich ist es sicher kein verdienter Sieg. Ich nehme ihn aber trotzdem gern mit, weil wir das in den letzten Wochen häufig von den gegnerischen Trainern gehört haben.»

Vier Mal nacheinander verloren die Hoffenheimer zwischen Mitte Januar und Anfang Februar in Liga und Pokal. Aber auch davon erholte sich diese Mannschaft, jetzt ist sie wieder da. 11 Siege nach 23 Bundesliga-Spielen sind eine Zwischenbilanz, die nicht einmal Julian Nagelsmann in seinen erfolgreichen Jahren von 2016 bis 2019 erreichte. Und damals landete der Club am Ende zwei Mal auf einem Champions-League-Platz.

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