1. www.wn.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Erste-bundesliga
  6. >
  7. „Zauberei und Messi-like“: Musiala überragt bei Bayern-Sieg auf Schalke

  8. >

Fußball: Bundesliga

„Zauberei und Messi-like“: Musiala überragt bei Bayern-Sieg auf Schalke

Gelsenkirchen

Die Lobeshymnen nahmen kein Ende: Einmal mehr überragte Jamal Musiala beim 2:0-Sieg der Bayern auf Schalke und wurde von Lothar Matthäus sogar mit Lionel Messi verglichen. Schalke war letztendlich chancenlos, geht aber optimistisch in die Rückrunde.

Auf den Hosenboden gesetzt: Bayerns Jamal Musiala (l.) lässt Schalkes Tom Krauß (r.) aussteigen. Der erst 19-jährige deutsche WM-Fahrer überragte beim Bayernsieg auf Schalke mit zwei Vorlagen. Foto: dpa

Lionel Messi ist so etwas wie die höchstmögliche Vergleichsgröße im Weltfußball. Wer bescheinigt bekommt, so zu kicken, wie der siebenmalige Ballon-d’Or-Champion zu seinen besten Zeiten, dem scheint eine große Zukunft gewiss. „Das macht Spaß und zaubert bei mir ein Lächeln hervor, wenn man sieht, was er veranstaltet. Das ist Zauberei und Messi-like“, sagte TV-Experte Lothar Matthäus und kam nach dem 2:0 (1:0)-Sieg des FC Bayern beim FC Schalke 04 gar nicht mehr heraus aus dem Schwärmen. Der Zielspieler seiner Lobeshymnen: Jamal Musiala. Mit zwei wunderschönen Vorlagen und einem Abseitstreffer überragte der 19-Jährige am Samstagabend. „Er darf Bayern nie verlassen, er verzaubert uns alle. Das ist Hollywood für mich“, sagte Matthäus. Der 61-Jährige muss es wissen – schließlich ist er bis heute der einzige deutsche Weltfußballer.

Tatsächlich konnte sich der Bayern-Motor, der auf Schalke etwas Zeit brauchte, um anzulaufen, mal wieder auf seinen Jungstar verlassen. Musiala, der mit der deutschen Elf zur WM nach Katar reisen wird und bereits sein 100. Pflichtspiel für die Bayern absolvierte, besorgte in der ausverkauften Veltins-Arena seine Torbeteiligungen 14 und 15 in dieser Bundesligasaison. „Er hat eine herausragende Hinrunde gespielt und wird hoffentlich die WM und auch die Rückrunde genauso spielen“, lobte Bayern-Trainer Julian Nagelsmann.

Musiala bedient Gnabry per Hackenpass

Dass er auf die ungewohnte Sechserposition ausweichen musste, hielt Musiala nicht davon ab, offensive Akzente zu setzen. In der 38. Minute spielte er einen Hacken-Doppelpass mit dem ebenfalls stark aufgelegten Serge Gnabry und ermöglichte dem Flügelflitzer seinen achten Saisontreffer. Beim 2:0 halfen die Gastgeber mit, rückten bei einem schwach getretenen Freistoß von Tobias Mohr komplett auf und ermöglichten den Bayern einen Konter. Kingsley Coman spielte auf Musiala, der den Ex-Schalker Eric-Maxim Choupo-Moting bediente (52.). „Das ist ein ruhender Ball und der muss auf den Punkt kommen. Das tut uns dann extrem weh“, sagte Schalkes Trainer Thomas Reis und Matthäus ergänzte: „Wenn dir solche Fehler passieren, dann hast du, egal wie der Gegner heißt, keine Chance.“

In der 67. Minute setzte Musiala seinem überragenden Auftritt dann fast die Sahnekrone auf. Nach einem wunderschönen Direktpass von Choupo-Moting umkurvte Bayerns Dribbelkönig Schalke-Keeper Alexander Schwolow und schob zum vermeintlichen 3:0 ein – stand dabei aber einen Meter im Abseits. Lob von seinem Coach gab es trotzdem: „Wie er den noch rum legt, ist extrem gut. Abpraller kommen immer wieder an seine Füße, wie Schlangenbeine“, sagte Nagelsmann.

Schalke vergab gute Möglichkeiten

Dabei sah es über weite Strecken der ersten Halbzeit noch nicht unbedingt nach einem Gala-Auftritt der Münchener aus. „Die machen das erste Tor mit der ersten echten Chance. Da brauchst du ein bisschen Glück, dass sie auch mal daneben schießen“, sagte S04-Stürmer Simon Terodde nach der Partie. Reis: „Wir haben es in der ersten Halbzeit noch relativ ordentlich gemacht. Wir waren relativ aktiv und hatten auch die Momente, in denen man zum Torerfolg hätte kommen können.“ Zum Beispiel nach 24 Minuten, als Marius Bülter Rechtsverteidiger Joshua Kimmich entwischte und aus spitzem Winkel an Bayern-Keeper Manuel Neuer scheiterte. Oder Sekunden vor der Halbzeit, als Terodde eine Flanke von Tobias Mohr verpasste.

„Bayern ist zu clever in vielen Situationen. Aber wenn die Mannschaft alles probiert, dann überträgt sich das auch auf die Zuschauer“, lobte Reis den Anhang, der zwar Bayerns Ex-Schalker Neuer, Choupo-Moting, Leroy Sané und Leon Goretzka mit Pfiffen bedachte, das eigene Team aber stets feierte.

Schalke „hat Bock“ auf die Rückrunde

Nun aber ist erstmal WM-Pause in der Arena – und Reis bekommt die Zeit, sich mit seiner Mannschaft auf die schwere Rückrunde einzuschwören. „Ein kleines Break, wo die Jungs ein bisschen Homeoffice machen – den Begriff Urlaub finde ich einfach nicht passend“, wie Reis mit Blick auf die schwierige Lage sagte. „Ich bin froh, dass jetzt die Möglichkeit besteht, nachzujustieren“, meinte der Coach. „Ich glaube, jeder geht hier mit viel Optimismus in die Rückrunde“, sagte Terodde und verabschiedete sich mit den Worten: „Ich habe Bock.“

Startseite