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Pflichtsieg in Fürth

Kader-Umbruch und Vertragspoker: Gladbacher Baustellen

Mönchengladbach (dpa)

Das Minimalziel hat Gladbach erreicht. Der Bundesliga-Abstieg ist nur noch theoretisch möglich. Doch die nächste Herausforderung wartet schon auf die Borussia und ihren neuen Sportdirektor.

Von Jordan Raza, dpa

Die Spieler von Borussia Mönchengladbach feiern das 2:0 bei der SpVgg Greuther Fürth. Foto: Daniel Karmann/dpa

Der Klassenerhalt ist so gut wie gesichert, und doch ist die To-Do-Liste für Borussia Mönchengladbachs neuen Sportdirektor Roland Virkus weiter prall gefüllt.

Der 2:0-Pflichtsieg bei Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth und ein 11-Punkte-Polster auf Relegationsplatz 16 täuschen kaum darüber hinweg, dass die Saison in der Fußball-Bundesliga letztendlich eine zum Vergessen ist. Wie geht es weiter für die Fohlenelf?

Rund ein Jahr nach der famosen Champions-League-Saison mit dem Aus erst im Achtelfinale muss ein Neuaufbau her. Seit 2019 hat sich der Kader der Borussia nur punktuell verändert. «Die Strukturen innerhalb der Gruppe sind vielleicht etwas verkrustet und müssen aufgebrochen werden. Frischer Wind schadet sicherlich nicht, wenn eine Mannschaft so lange zusammenbleibt», bestätigte Virkus im Interview des «Kicker». Zuvor hatte Kaderplaner Steffen Korell bereits eingeräumt, den ein oder anderen Spieler verkaufen zu müssen, «ohne gleichwertig ersetzen zu können.»

Verantwortung für Junge

Heißt: Ab Sommer werden auch die Jungen am Niederrhein Verantwortung übernehmen müssen. Der 20 Jahre alte Mittelfeldspieler Manu Koné, der gegen die Fürther am Samstag das 1:0 durch Marcus Thuram einleitete, könnte in diese Rolle schlüpfen. Auch die beiden Defensivakteure Luca Netz (18) und Joe Scally (19) gehören zu den Hoffnungsträgern, denen großes Entwicklungspotenzial bescheinigt wird. Doch Virkus weiß auch, dass man mit einer A-Jugend in der Bundesliga nicht wettbewerbsfähig ist. Routiniers wie Torwart Yann Sommer oder Nationalspieler Jonas Hofmann sollen gehalten werden.

Coronabedingt hatte die Borussia im vergangenen Sommer nicht die erhofften Transfers getätigt. Angepeilte Vertragsverlängerungen mit Leistungsträgern scheiterten. Im Winter wechselte bereits Mittelfeldspieler Denis Zakaria zu Juventus Turin.

Weitere Spieler könnten dem Schweizer folgen - etwa das Trio Breel Embolo, Marcus Thuram und Alassane Plea. Die drei Stürmer haben jeweils Verträge bis 2023. Mit einem Verkauf in diesem Sommer könnten also noch ein paar Millionen in die Gladbacher Kasse gespült werden. Doch Virkus kündigte nun an, das Trio grundsätzlich halten zu wollen. «Ich werde um die Jungs kämpfen», sagte der Nachfolger von Max Eberl, der den Club im Frühjahr verlassen hatte.

Taktische Aussagen?

Möglicherweise sind diese Aussagen Taktik. Denn Virkus räumte auch ein, dass alle drei Stürmer, die zehn der vergangenen elf Borussen-Tore erzielten, möglicherweise «andere Ziele verfolgen»: «Für den Fall, dass man keine Übereinstimmung findet, müsste man überlegen, wie man die Situation löst.» Denn sonst droht dasselbe Szenario wie bei Matthias Ginter, der nach der Saison ablösefrei wechselt. Wohin es den 28-Jährigen zieht, ist unklar. «Ich kann noch nichts Neues sagen», berichtete Ginter.

Ein Abgang von Thuram war eigentlich schon letztes Jahr geplant. Doch der Wechsel zum italienischen Meister Inter Mailand platzte - unter anderem wegen der Knieverletzung, die den Franzosen weite Teile des Saisonstarts kostete. Thuram erlebte einen Karriereknick. Aktuell zeigt seine Formkurve wieder nach oben. Drei Tore in den letzten fünf Spielen dürften auch international Begehrlichkeiten wecken.

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