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Bundesliga

Matthäus über Nagelsmann: «Darf die Kabine nicht verlieren»

Berlin (dpa)

Fußball-Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat nach dem in letzter Sekunde verspielten Sieg des FC Bayern im Topspiel gegen Dortmund (2:2) die Münchner Profis kritisiert.

Von dpa

Sieht Bayerns bisherigen Saisonverlauf durchaus kritisch: Lothar Matthäus. Foto: Christian Charisius/dpa

«Sie haben in den 70 Minuten vergessen, das dritte Tor zu schießen, und in den letzten 20 Minuten wollten sie nur verwalten. Bayern hat sich hinten reindrängen lassen, nicht mehr attackiert, ist nicht mehr in den Zweikampf gekommen. Das war absolut nicht Bayern-like», sagte Matthäus am Sonntagabend bei «Sky90». 

«Nicht Bayern-like»

Er gebe damit Bayerns Ehrenpräsidenten Uli Hoeneß recht, sagte Matthäus. Es gehe aber nicht nur um das Spiel am Samstag, als der Meister eine 2:0-Führung verspielte. «Sechs Bundesligaspiele, ein Sieg - das ist auch nicht Bayern-like. Ich glaube, es ist über zwei Jahrzehnte her, dass man das letzte Mal so ein Ergebnis hergegeben hat», meinte der 61-Jährige.

«Vielleicht sind einige Spieler in dieser Saison nicht mehr so bereit wie in den Jahren zuvor. Sie haben alles gewonnen und konzentrieren sich mehr auf die Champions League. Dieses Quälen, dass Bayern München in Augsburg dagegen hält oder auch in Dortmund die letzten 20 Minuten, das muss wieder in die Mannschaft rein», sagte Matthäus.

Zugleich warnte er Trainer Julian Nagelsmann vor den Folgen von Personalentscheidungen. «So was wird natürlich in der Kabine beobachtet und auch diskutiert. Da muss er vorsichtig sein, der Julian. Die Kabine darf er nicht verlieren», sagte Matthäus und bezog sich dabei vor allem auf die hochgelobten Neuzugänge Ryan Gravenberch und Mathys Tel, die bisher kaum  zum Einsatz kommen.

Vor allem Tels Nichtberücksichtigung kann Matthäus nicht nachvollziehen. «Vor der Saison sagt Julian: Von Tel erwarte ich zehn Bundesliga-Tore. Dann muss er ihn spielen lassen», sagte Matthäus. Aufgrund seiner Schnelligkeit wäre Tel in Dortmund wahrscheinlich der interessantere Spieler gewesen. 

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