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Bundesliga

Schalke auf schwieriger Rettungsmission

Gelsenkirchen (dpa)

Eigentlich schien die lange Winterpause bestens dazu geeignet, neuen Mut zu schöpfen. Stattdessen leidet beim Bundesliga-Schlusslicht Schalke die Stimmung. Das erschwert den Liga-Restart.

Heinz Büse, dpa

Schalke-Trainer Thomas Reis hat sein Team in der Türkei auf die Rückrunde vorbereitet. Foto: Tim Rehbein/dpa

Schwere Verletzungen, gescheiterte Transfers, dürftige Testspiele - die Gemengelage beim FC Schalke 04 verheißt wenig Gutes. Selbst die lange Winterpause trug beim Bundesliga-Letzten nicht zur Stimmungsaufhellung bei. Vielmehr scheint es, als habe sich die Sorge um den Klassenverbleib in der spielfreien Zeit vergrößert.

Ungeachtet dieser gewachsenen Skepsis im Umfeld wirkt Trainer Thomas Reis vor dem Liga-Restart am Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei Eintracht Frankfurt erstaunlich gelassen: «Ich mag schwere Aufgaben. Das versuche ich der Mannschaft zu vermitteln. Ich versuche, die nötige Souveränität und Ruhe auszustrahlen.»

Schalker Personalnot

Gut möglich, dass diese Fähigkeit des Fußball-Lehrers in den kommenden Monaten verstärkt gefragt sein wird. Die anhaltende Personalnot passt ins Bild eines unglücklichen Saisonverlaufs. In Angreifer Sebastian Polter und Ersatzkeeper Justin Heekeren zogen sich gleich zwei Profis im Trainingslager von Belek (Türkei) schwere Kreuzbandverletzungen zu. Für beide Profis ist die Saison vorzeitig beendet.

Zudem lässt die erhoffte Genesung von Stammkräften wie Thomas Ouwejan, Rodrigo Zalazar und Alex Kral weiter auf sich warten. Auch der vor wenigen Tagen vom FSV Mainz 05 ausgeliehene Neuzugang Niklas Tauer kann wegen einer Muskelverletzung vorerst nicht helfen. «Wir hatten bislang tatsächlich großes Verletzungspech mit zum Teil richtig bitteren Geschichten», klagte Torjäger Simon Terodde.

Beim Versuch, das Team durch Wintertransfers signifikant zu verstärken, blieben mutmachende Erfolge aus. Mehr als die spärlichen Zukäufe des finnischen Linksverteidigers Jere Uronen , des Mittelfeldspielers Tauer und des Angreifers Michael Frey ließ der hohe Schuldenstand bisher nicht zu. Mit Angreifer Tim Skarke vom 1. FC Union Berlin sollen sich die Schalker einig gewesen sein, doch der Wechsel des Wunschspielers scheiterte dem Vernehmen nach am Veto des Berliner Trainers Urs Fischer.

Die Aussicht auf einen Erlös von angeblich 1,5 Millionen Euro verleitete die Clubführung gar, den erst im Sommer für 500.000 Euro verpflichteten Franzosen Florent Mollet an den FC Nantes abzutreten. Dabei hatte der Mittelfeldspieler zuletzt für Lichtblicke gesorgt. Gleichwohl verkniff sich Reis Kritik an der Transferpolitik: «Natürlich habe ich mir als Trainer gewünscht, dass Spieler da sind. Aber ich kann den handelnden Personen keinen Vorwurf machen. Wir haben mit einigen Spielern gesprochen und sind mit einigen in Kontakt.»

Immerhin gelang es noch vor dem Spiel in Frankfurt, einen Polter-Ersatz zu finden. Zur Freude von Reis wurde der 28 Jahre alte Frey zunächst bis Saisonende von Royal Antwerpen ausgeliehen: «Michael hat eine gute Präsenz auf dem Platz und bewegt sich geschickt in den gefährlichen Räumen. Er ist für jeden Abwehrspieler eklig zu verteidigen. Das ist genau das, was ich von der gesamten Mannschaft sehen will», kommentierte der Coach.

Kein Sieg in den Testspielen

Dass in allen sechs Testspielen der Vorbereitung kein Sieg gelang, werteten viele Beobachter als weiteres Indiz für fehlende Bundesliga-Tauglichkeit. «Wenn du kein Testspiel gewinnst, wird das Umfeld natürlich nervös», sagte Terodde. Der Torjäger erinnerte jedoch an die passablen Aufritte vor Beginn der Winterpause gegen Bremen (1:2), Mainz (0:1) und den FC Bayern (0:2): «Da haben wir gezeigt, dass wir konkurrenzfähig sind. Das macht Hoffnung.»

Ähnlich wie der Angreifer setzt auch Reis darauf, dass die Mannschaft an diesen Formanstieg anknüpfen kann - trotz der Rückschläge in der Winterpause: «Ich erwarte, dass man sich zerreißt, dass man das Gefühl hat, diese Mannschaft stemmt sich gegen den Abstieg. Wir haben die verdammte Verantwortung, diesen Funken, der auf dem Platz ist, auf die Zuschauer zu übertragen. Das ist unsere verdammte Pflicht.»

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