1. www.wn.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Erste-bundesliga
  6. >
  7. Zuschauer bei Sportevents: Eine Regelung für alle - und mehr Mut

  8. >

Kommentar

Zuschauer bei Sportevents: Eine Regelung für alle - und mehr Mut

Münster

Die Bund-Länder-Konferenz hat das Thema Zuschauerregelung bei Sportveranstaltungen nicht angepackt und wartet ab, dabei sind die bestehenden Vorschriften unfair und unverständlich. Die Lösung liegt auf der Hand.

Von Jonas Austermann

10.000 Zuschauer - so viele dürfen in Bayern ab sofort maximal wieder in die Stadien, den FC Bayern München wird's freuen.
Foto: Imago/MIS

Wenn ein Fußball-Funktionär wie Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke die großen Geschütze auffährt und mit rechtlichen Schritten droht, liegt der Reflex nahe, dem Fußball zu unterstellen, er nehme sich – mal wieder – zu wichtig. Mit Blick auf die Zuschauerregelungen und angesichts der Bund-Länder-Entscheidung, vorerst keine Lockerungen für Sportevents zu beschließen, wäre diese Bewertung von Watzkes Aussagen zu plump.

Der BVB-Boss, der auch als Aufsichtsratsvorsitzender der Proficlub-Vereinigung DFL das Wort erhebt, mahnt ein Vorgehen an, das in der deutschen Sportwelt schon lange kaum einer mehr versteht. Fußball-Drittligist 1. FC Magdeburg spielt vor knapp 13 400 Zuschauern (Fassungsvermögen des Stadions: 25 500), Basketball-Bundesligist Syntainics MBC darf die für maximal 3000 Fans ausgelegte Halle mit 750 Fans füllen, das Stadion des BVB dürfen ebenso viele Zuseher bevölkern – bei einer Kapazität von 81 300. Verständlich also, dass Watzke die Hutschnur platzt.

Der Freistaat macht vor, wie es gehen könnnte

Es gibt auch in der vierten Corona-Welle weiß Gott wichtigere Dinge als den Besuch eines Fußballspiels. Nach zwei Jahren unter Pandemie-Bedingungen ist aber wichtiger als je zuvor, dass die Menschen verstehen, warum welche Dinge wie reglementiert sind. Bei Freiluftveranstaltungen fällt das zunehmend schwer. Zumal noch immer nicht erwiesen ist, dass Partien in Deutschland in der Vergangenheit zu Super-Spreader-Events geworden wären.

Die Lösung liegt auf der Hand: Eine klare Regelung, zu wie viel Prozent Stadien und Hallen ausgelastet werden dürfen. Gerne auch mit einer Obergrenze, wie Bayern es bereits auf eigene Faust vormacht. So eine Regelung muss schnellstmöglich bundesländer- und ligen­übergreifend her. Der Ball liegt in der Hälfte der Politik.

Startseite
ANZEIGE