1. www.wn.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Euro-2016
  6. >
  7. Österreichs „Enfant terrible“ Arnautovic von der Uefa gesperrt

  8. >

Fußball: Europameisterschaft

Österreichs „Enfant terrible“ Arnautovic von der Uefa gesperrt

München

Marko Arnautovic, Stürmerstar der österreichischen Nationalelf, ist für das zweite EM-Spiel in Amsterdam gegen die Niederlande von der Uefa gesperrt worden. Er hatte den Nordmazedonier Edzjan Alioski beleidigt. Die EM-Euphorie in Österreich kommt damit nicht zum erliegen.

Von Alexander Heflik

Marko Arnautovic wird den Österreichern im zweiten Gruppenspiel gegen die Niederlande fehlen. Foto: Imago/GEPA pictures

Wer in Österreich von Arnie spricht, der meint in der Regel meist den steierischen Muskelprotz Arnold Schwarzenegger. „I’ll be back“, lautet Schwarzeneggers Losung im Hollywood-Blockbuster „Terminator“ einst. Nun gibt es einen neuen Arnie: Arnie II., Marko Arnautovic. Er kommt nicht zurück wie Schwarzenegger, er ist schon da. Wobei: Am Donnerstag in Amsterdam bleibt Arnautovic draußen. Der Nationalspieler wurde von der Uefa wegen Beleidigung eines Gegenspielers für eine Partie gesperrt.

Der europäische Dachverband kramte in seinem Regelwerk und der Sportrichter fand, dass Artikel 15(1)(a)(iV) der Rechtspflegeordnung erfüllt sei. Nordmazedonien hatte Beschwerde eingelegt, weil Arnautovic Gegenspieler Edzjan Alioski beleidigt haben soll. Das nicht spruch­reife Zitat soll homophob, frauenfeindlich und mit der ungefähr übersetzten Aus­sage „Scheiß-Ausländer“ garniert gewesen sein.

„Ich bin kein Rassist“, erklärte Torschütze Arnautovic nach dem 3:1-Auftaktsieg, ging in die nordmazedonische Kabine und entschuldigte sich persönlich bei ­Alioski. War doch alles nur Trashtalk auf dem Feld. Alles gut? Eher nicht.

Aufkommende Euphorie

In Österreich dämpft das die aufkommende Euphorie nach dem ersten EM-Sieg überhaupt nicht. Nationalcoach Franco Foda, der sich als „Piefke“ bei Sturm Graz als Clubtrainer Meriten verdiente, kann am Donnerstag gegen die Niederlande auf ein Aufgebot zurückgreifen, das die Deutsche Fußball-Liga DFL stolz machen würde. 21 von 26 Kadermitgliedern spielen in der Bundesliga.

Eine der Ausnahmen ist dabei Arnautovic, der zuletzt bei Shanghai Dongya FC in China spielte. Jetzt kehrt er wohl nach Europa zurück, dem FC Bologna sind das 2,7 Millionen Euro jährlich bei einem Drei-Jahres-Kontrakt wert. In der österreichischen Auswahl ist er praktisch Alleinunterhalter in der Angriffsmitte.

Angriffsfläche bietet der 32-Jährige, der aus dem 21. Wiener Gemeindebezirk Floridsdorf stammt, sowieso. Er, der in der Nationalelf besonders gut mit David Alaba kann, wurde schon oft auf die Schippe genommen in Radio-Shows oder bei „Willkommen Österreich“ von Stermann & Grissemann. Die Late Night Show hat Arnie II. schon häufig parodiert. Was dem Fußballer scheinbar egal ist.

Nicht so genau bei der Wortwahl

Er nimmt es nicht so ­genau mit der Wortwahl. Einem Polizisten schmetterte er bei einer Polizeikontrolle entgegen: „Ich verdiene so viel, ich kann dein Leben kaufen. Ich bin etwas Höheres als du.“ So gesehen ist eine Verbal-Attacke gegen Edzjan Alioski nicht auszuschließen. Dabei sollte der Österreicher mit serbischen Wurzeln bei allen Beleidigungen aufpassen, aber besonders bei ausländerfeindlichen. „Më falni“, postete der 32-Jährige auf Albanisch eine Entschuldigung. Das ist auch besser so. Wie der Historiker Jens Schmitt von der Uni Wien im „Standard“ schrieb, bedeutet der Name „Arnautovic“ eigentlich: Albanisch.

Startseite