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Vier-Nationen-Turnier

Flick und Bierhoff verabschieden DFB-Frauen nach England

Frankfurt/Main (dpa)

Die Gegner in der WM-Qualifikation sind selten ein Maßstab für das deutsche Frauen-Nationalteam. Im EM-Jahr aber wird die DFB-Auswahl nach langer Pause wieder richtig gefordert.

Von Ulrike John, dpa

Werden die DFB-Frauen zum Vier-Nationen-Turnier in England verabschieden: DFB-Oliver Bierhoff (l) und Bundestrainer Hansi Flick. Foto: Tom Weller/dpa

Zur ersten von zwei wegweisenden Reisen nach England in diesem Jahr werden Deutschlands Fußballerinnen von Hansi Flick und Oliver Bierhoff verabschiedet.

Der Männer-Bundestrainer und der DFB-Direktor treffen das Frauen-Nationalteam am kommenden Dienstag am Frankfurter Flughafen. Das bevorstehende Vier-Nationen-Turnier Arnold Clark Cup ist für den Olympiasieger von 2016, der nach dem WM-Viertelfinal-Aus 2019 die Sommerspiele in Tokio verpasste, eine extrem wichtige Standortbestimmung: Im Juli steht die Europameisterschaft ebenfalls in England an.

«Es ist erstmal ein Mittagessen geplant mit Oliver Bierhoff und Hansi Flick - im Kreise der Mannschaft. Ob Oliver und Hansi noch zur Mannschaft sprechen, weiß ich gar nicht», sagte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg bei einer Video-Pressekonferenz am Mittwoch zu dieser ungewöhnlichen Maßnahme.

Die deutschen Frauen treffen beim Arnold Clark Cup am 17. Februar in Middlesbrough auf Spanien. Weitere Gegner sind am 20. Februar in Norwich Olympiasieger Kanada und zum Abschluss am 23. Februar in Wolverhampton Gastgeber England. Auch bei der EM ist Spanien mit «Weltfußballerin» Alexia Putellas vom FC Barcelona - neben Dänemark und Finnland - Vorrundengegner. «Für mich ist Spanien gerade das kompletteste Team in der Welt», sagte Voss-Tecklenburg. Meistens stünden beim Gegner neun Spielerinnen vom Champions-League-Sieger FC Barcelona und zwei von Real Madrid auf dem Platz.

Mehrere Leistungsträgerinnen fehlen

Voss-Tecklenburg bestätigte, dass Mittelfeldspielerin Melanie Leupolz vom FC Chelsea wegen Long Covid bei dem Vier-Nationen-Turnier fehlt. «Sie wird noch mindestens zwei, bis drei Wochen im Aufbau sein in allen Facetten. Das ist schon eine sensible Geschichte, die sie da begleitet», sagte sie. Die 54-Jährige bestätigte auch, dass es im Kreis der Nationalmannschaft eine Spielerin gebe, die ungeimpft ist: «Das hat einen medizinischen Hintergrund.»

Die DFB-Frauen müssen bei der EM-Generalprobe in England ohne ein erfahrenes Trio antreten: Kapitänin Alexandra Popp (VfL Wolfsburg), wurde erneut am Knie operiert. Verletzt sind auch Abwehrchefin Marina Hegering (FC Bayern München) und Spielmacherin Dzsenifer Marozsan (Olympique Lyon).

Voss-Tecklenburg plädiert für größere Kader

Wegen der Corona-Situation hatte die Bundestrainerin für eine Vergrößerung der EM-Kader plädiert, «dass wir statt wie bisher 23 Spielerinnen vielleicht 25 oder 26 nominieren dürfen». So könnten kurzfristige Ausfälle aufgefangen werden. «Wir sind da bei der UEFA weiter ran», betonte die Bundestrainerin.

Für die Weiterentwicklung des Frauenfußballs, die sich der DFB wieder einmal auf die Fahnen geschrieben hat, ist ein erfolgreiches EM-Abschneiden enorm wichtig. Voss-Tecklenburg spricht angesichts der Vorrunden-Auslosung von einer «schweren Herausforderung». Aber die frühere Nationalstürmerin erklärte ebenso: «Das kann auch ein Vorteil sein: Wir müssen sofort im Turnier sein. Und wir sind auch selbstbewusst: Wir wissen, dass uns die anderen auch nicht gerne in der Gruppe haben wollen.»

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