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Fußball: Bundesliga

Haaland und der BVB bejubeln Sanchos Show gegen Leipzig

Dortmund

Borussia Dortmund liegt auf Kurs. Mit dem 3:2 in einem ansehnlichen Top-Spiel gegen RB Leipzig, ist die Qualifikation für die Champions League weiter drin. Fünf Tage vor dem Wiedersehen der beiden Clubs im Pokalfinale stand Jadon Sancho im Zentrum des Jubels.

Von Wilfried Sprenger

Gefeiert: Thorgan Hazard, Marco Reus und Emre Can (von links) reihen sich um Doppeltorschütze Jadon Sancho. Foto: dpa

DortmundIrgendwie spielt Erling Haaland immer eine Rolle. Selbst dann noch, wenn er gar nicht auf dem Platz steht. Als Borussia Dortmund am Samstag in der Schlussphase der spektakulären Partie gegen RB Leipzig das 3:2 gelang und Schiedsrichter Daniel Siebert dann sechs Minuten später abpfiff, richteten sich die Kameras jeweils ziemlich schnell auf den verletzt zuschauenden Stürmer. Der bejubelte erst das entscheidende Tor von Jadon Sancho überschäumend, ehe er nach Spielende so behände und flink auf den Platz stürmte, dass niemand zu der Ahnung kommen konnte, dass den 20-Jährigen ein Muskel zwicken würde. Den BVB muss es vor dem Déjà Vu der Clubs am Donnerstag im DFB-Pokalfinale gefreut haben, seinen zuverlässigen Torjäger auf dem Weg der Genesung zu sehen. Derweil werden sich die Leipziger alsbald Gedanken darüber machen, wie sie an Himmelfahrt das eigene Tor nicht nur vor Sancho und Marco Reus, sondern dann wohl auch noch vor Haaland schützen.

Kameras auf Haaland

Trotz der Emotionalität der Bilder war es natürlich ein bisschen ungerecht, dass die Kameras am Samstag auf Dortmunds Norweger schwenkten. Verdienst am so wertvollen Sieg, der den BVB im Kampf um die Champions-League-Plätze hielt, hatten schließlich andere: Der treue Lukasz Piszczek (bald 36) in seinem dritten Frühling. Der oft gescholtene, aber aktuell sehr formstarke Kapitän Marco Reus (bald 32). Und natürlich Sancho (gerade 21), der junge Brite, der im Sommer 2017 für weniger als acht Millionen Euro von Manchester City zum BVB gewechselt war. Aktuell werden die feinen Füße des gebürtigen Londoners auf mehr als das Zwölffache taxiert. Anders ausgedrückt: Erst bei einem 100-Millionen-Angebot soll der Bundesligist bereit sein, über einen Verkauf seines trickreichen und ohne Klausel bis Juni 2023 gebundenen Unterschiedspielers nachzudenken. Und dann muss der junge Mann ja auch noch wollen. Aktuell, was im Profifußball allerdings immer nur als Tagesbeschreibung durchgeht, scheint er noch keine Veranlassung zu sehen, die Tapete zu wechseln. „Ich bin im Moment sehr glücklich in Dortmund“, sagte Sancho dem US-Fernsehsender ESPN am Samstag.

Das beschriebene Glück beruht im schwarz-gelben Revier auf Gegenseitigkeit. Jeder beim BVB weiß die außergewöhnlichen Fähigkeiten Sanchos zu schätzen. Und so knurrt auch niemand, wenn der Profi dreimal in Folge ein Dribbling verliert. Schließlich ist es nur eine Frage der Zeit, wann Sancho wieder den Weg vorbei an den Beinen des Gegners und in der Folge zum Tor findet.

An dünnem Faden

Gegen Leipzig tanzte er erst zum 2:0 (51.) und vollendete spät nach sehenswerter Kombination zum 3:2 (87.). Dortmunds Erfolg war verdient, hing nach einer Phase seltsamer Passivität, die der Gast zum Ausgleich nutzte, allerdings an einem sehr dünnen Faden. „Dieser Sieg gibt uns Kraft“, erklärte Marco Reus, Schütze zum frühen 1:0 (7.), später. Dabei drehten sich die Gedanken des Kapitäns gewiss auch um das Pokalendspiel am Donnerstag. Vermutlich ist Haaland dann wieder auf dem Platz. Was auch Sancho freuen wird. Der englische Nationalspieler zeichnet sich ja nicht durch nur Dribblings, Übersteiger und Abschlüsse aus. Sancho legt auch brillant auf. Vorzugsweise für Haaland.

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