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Bundesliga

Kohfeldts Lob und Kruses Einstand: VfL kann doch gewinnen

Wolfsburg (dpa)

Nicht den Trainer auszutauschen, sondern wichtige Teile der Mannschaft: Diese Strategie des VfL Wolfsburg ist vorerst aufgegangen. Beim 4:1 gegen Fürth endete am Sonntagabend eine zweieinhalb-monatige Negativserie.

Von dpa

Wolfsburgs Trainer Florian Kohfeldt bedankt sich bei seinen Spielern. Foto: Swen Pförtner/dpa

Die Gefühlslage beim VfL Wolfsburg fasste Renato Steffen in drei Sätzen zusammen. «Die Erleichterung ist groß», sagte der Schweizer Nationalspieler. «Sicher macht das etwas mit dem Kopf, dieses Gefühl zu haben: Hey, wir können noch gewinnen!»

Der 4:1 (1:1)-Erfolg gegen den Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth beendete am Sonntag eine Serie von elf Pflichtspielen ohne Sieg. Statt in der Tabelle der Fußball-Bundesliga auf den Relegationsplatz abzurutschen, kletterten die «Wölfe» auf Platz zwölf. Für's Erste durfte sich die sportliche Leitung aus Geschäftsführer Jörg Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer darin bestätigt sehen, am Trainer festgehalten und stattdessen den Kader umgebaut zu haben. Drei Namen standen deshalb besonders im Blickpunkt.

FLORIAN KOHFELDT: Eine weitere Niederlage - und der Trainer hätte seinen erst Ende Oktober angetretenen Job wahrscheinlich wieder verloren. Auch deshalb sagte Kohfeldt: «In einer nicht ganz einfachen Ausgangslage für uns haben wir vom Kopf her eine sehr gute Leistung gezeigt.»

Der 39-Jährige wusste immer, dass Schmadtke und Schäfer vom Grundsatz her hinter ihm stehen. Deshalb überstand er die lange Krise. Und deshalb finanzierte ihm die sportliche Leitung auch noch einmal teure Verstärkungen wie seinen engen Vertrauten Max Kruse und den Dänen Jonas Wind. Aber Kohfeldt musste und muss auch weiter Ergebnisse liefern. «Wir sollten auf keinen Fall denken, dass jetzt sofort alles besser läuft. Das war erst ein erster wichtiger Schritt», sagte er.

MAX KRUSE: Eine Großchance vorbereitet (28.), eine Großchance vergeben (48.) und dann nach 82 Minuten vom Platz: So lief grob zusammengefasst der erste Einsatz des prominenten Stürmers nach seiner Rückkehr zum VfL.

Kruses persönlicher Anteil an diesem Erfolg war überschaubar, aber Kruses Einfluss auf diese Mannschaft - da sind sich alle einig - wird noch groß. Er sei jetzt schon ein Führungsspieler, bestätigte Kohfeldt. Und der erfahrene Steffen sagte als einer der fünf dienstältesten Profis des VfL: «Man merkt im Training und an seiner Präsenz, dass er sehr wichtig ist. Er kann uns als Mannschaft nochmal einen Schritt nach vorne bringen. Er ist ein ganz lockerer Typ und kann diese Lockerheit auch auf die Mannschaft übertragen. Aber das Gute an ihm ist: Er ist in den richtigen Momenten da. Er weiß genau: Wenn es zum Training geht, dann haut er alles raus, was er hat.»

JONAS WIND: Obwohl der dänische Nationalstürmer vom FC Kopenhagen rund zwölf Millionen Euro kostete, stand er in den vergangenen Tagen immer im Schatten von Kruse. Auch Trainer Kohfeldt sagte am Sonntag: «Bei Max Kruse wusste ich, was bei seinem ersten Pflichtspiel kommt. Bei Jonas Wind wusste ich das noch nicht. Aber er hat mich positiv überrascht. Er war sehr ballsicher. Das war ein sehr guter Einstand von ihm.»

Kruse, Wind und der zweifache Torschütze Aster Vranckx bildeten gegen Fürth den Drei-Mann-Sturm des VfL, was diese bislang so harmlose Offensive etwas spielstärker und unberechenbarer machte als zuletzt. «Es war eine schöne Woche. Jeder hat mich mit offenen Armen empfangen», sagte der 22 Jahre alte Wind. «Als ich von dem Interesse des VfL gehört habe, fühlte ich mich geschmeichelt. Denn auch wenn diese Saison bislang nicht gut lief, ist Wolfsburg ein großer Club. Sie haben große Ambitionen, wollen immer international spielen. Hoffentlich werden wir in den nächsten Spielen wieder häufiger gewinnen und dann sehen, welche Qualität die Spieler hier haben.»

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