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Katja Kraus kritisiert DFB wegen Beraterkreis

Hamburg (dpa)

Das Ex-HSV-Vorstandsmitglied Katja Kraus hätte sich Namen wie Verena Bentele, Franziska von Almsick oder Dirk Nowitzki im DFB-Beraterkreis gewünscht. Der Branche wirft sie Selbstzufriedenheit vor.

Von dpa

Katja Kraus ist Mitbegründerin der Initiative «Fußball kann mehr». Foto: David Inderlied/dpa

Der nur mit Männern besetzte Beraterkreis des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) löst bei Katja Kraus wenig Begeisterung aus.

Natürlich hätten die hinzugezogenen Personen Erfolge vorzuweisen, «aber Erfolge der Vergangenheit: Erfahrung ist definitiv ein Wert, aber eben auch nur einer. Um die Zukunft zu gestalten, braucht es Offenheit für Veränderungen», sagte die 52-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. 

Die von 2003 bis 2011 im Vorstand des Hamburger SV wirkende Kraus erneuerte die von einigen Seiten vorgetragene Kritik, dem Beraterkreis mangele es an unterschiedlichen Perspektiven. «Warum werden nicht Persönlichkeiten wie Franziska van Almsick, Dirk Nowitzki oder Verena Bentele einbezogen?», fragte sie.

Kraus: Erfahrungshorizonte bereichernd

Es könne nur bereichernd sein, Menschen mit vielfältigen Erfahrungshorizonten hinzuzuziehen, auch aus anderen Sportarten. Bentele holte als Biathletin und Skilangläuferin mehrfach Gold bei den Paralympics, Ex-Basketballer Dirk Nowitzki triumphierte 2011 mit den Dallas Mavericks in der NBA. Die frühere Weltklasse-Schwimmerin Franziska von Almsick gewann unter anderem zehn Medaillen bei Olympischen Spielen.

Nach dem Vorrunden-Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Katar hatte der DFB einen externen Beraterkreis - unter anderem besetzt mit Karl-Heinz Rummenigge und Matthias Sammer - initiiert. Dieser soll auch dabei helfen, einen Nachfolger für den zurückgetretenen DFB-Direktor Oliver Bierhoff zu finden. «Es gibt immer schnell eine Debatte über Namen, ohne ein klares Anforderungsprofil zu definieren. Mir ist bis heute nicht klar, was dieser Beraterkreis genau machen soll», bemängelte Kraus.

Im Fußballgeschäft fehle es an Selbstkritik und Reflexionsfähigkeit, meinte Kraus. «Es besteht eine hohe Selbstzufriedenheit in der Branche.» Man gehe davon aus, «aus den Erfolgen der Vergangenheit zwangsläufig die richtigen Schlüsse für die Zukunft zu ziehen.»

Kraus kritisierte zudem, dass Kampagnen des DFB wie «diversity wins» (Diversität gewinnt) nicht mit Leben gefüllt würden. «Die Lust daran, andere Perspektiven einzuholen und das eigene Bild zu bereichern, die kann ich tatsächlich viel zu selten erkennen», sagte Kraus. Dass der Fußball in eine Glaubwürdigkeitskrise gerutscht sei, liege auch an fehlender Nahbarkeit und dem Verständnis dafür, was die Menschen bewege.

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