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Deutscher Fußball-Bund

Kommentar: Überfragt und unsouverän – Bierhoffs Aus ist folgerichtig

Münster

Nach 18 Jahren ist die Zeit von Oliver Bierhoff beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) beendet. Die erste Konsequenz des WM-Debakels von Katar ist eine logische. Die Entwicklung der letzten Jahre ist Bierhoff anzukreiden – ein Kommentar.

Oliver Bierhoff, der zuletzt Geschäftsführer Nationalmannschaften und Akademie beim Deutschen Fußball-Bund war, hat seinen Vertrag aufgelöst. Er hatte seit 2004 eine Funktion beim Verband inne gehabt.  Foto: Imago/Moritz Müller

 Das deutsche WM-Debakel von Katar hat den ersten prominenten Namen beim Deutschen Fußball-Bund zu Fall gebracht. Oliver Bierhoff, der seit 2004 Funktionär beim Verband und zuletzt Geschäftsführer war, hat seinen Vertrag aufgelöst. Ein erster logischer Schritt – dem bei der Aufarbeitung des schleichenden Niedergangs der deutschen Nationalmannschaft weitere folgen müssen.

Am Mittwoch hätte Bierhoff gemeinsam mit Bundestrainer Hansi Flick zur Krisensitzung in der Verbandszentrale erscheinen sollen. DFB-Präsident Bernd Neuendorf wollte kein „Weiter so“ hören, sondern eine klare Fehleranalyse und vor allem eine Vision, wie die EM 2024 im eigenen Land zu einer Erfolgsgeschichte wird. Mit seinem Rückzug, auf den sich Geschäftsführer und DFB offiziell „verständigt“ haben, sendet Bierhoff das klare Signal, mit seinen Kräften am Ende zu sein. Oder ging er bloß den Weg des geringsten Widerstands?

Trotz des Weltmeistertitels 2014 und einer durchaus beachtlichen Entwicklung des DFB-Teams seit 2004 bleibt an Bierhoff haften, dass er in sportlichen oder sportpolitischen Krisen oft unsouverän und überfragt wirkte. Seine Aufgabe wäre es gewesen, diese Krisen kommen zu sehen und ihnen gegenzusteuern. Diesen Auftrag hat er zuletzt zunehmend verfehlt.

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