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Kommentar zum Freispruch für Blatter und Platini

Schmutzwäsche der Fifa strahlt plötzlich wieder blütenweiß

Münster

Die ehemaligen Fußballfunktionäre Sepp Blatter und Michel Platini sind am Freitag im Prozess um eine dubiose Millionenzahlung freigesprochen worden. Ein Kommentar.

Von Ansgar Griebel

Michel Platini, der ehemalige Uefa-Präsident, und der frühere Fifa-Chef Sepp Blatter (r.) sind freigesprochen worden. Foto: Imago/Sven Simon

Das Bundesstrafgericht der Schweiz hat sich mit spitzen Fingern der Schmutzwäsche aus alten Fifa-Zeiten angenommen, ­alles einmal durchgespült, trocken­geschleudert – und zwei blütenweiße Westen aus der Trommel gezogen. Die Freisprüche für Sepp Blatter und Michel Platini beweisen aber vor allem, wie gut diese übermächtigen Wirtschaftsbetriebe es verstehen, ihre ­Bilanzen zu verschleiern.

Platini kassierte zwei Millionen Euro von Blatters Fifa – und das Gericht gab sich schließlich damit zufrieden, dass es sich um Zahlungen für nicht näher genannte Dienste und Beratertätigkeiten gehandelt habe. Wie oft Platini für diese siebenstellige Summe den Rasen vorm Fifa-Hauptquartier hat mähen müssen, konnte nicht geklärt werden. Vielleicht hatte der Franzose aber auch innerhalb des trutzigen Komplexes auf dem Zürichberg etwas zu beratschlagen. Und da vor allem in einem der sechs schwer einsehbaren Untergeschosse. Tageslicht erreicht nur die oberen beiden Stockwerke, zu denen aber nur Fifa-Mitarbeiter und geladene Gäste Zutritt haben.

Wie viel dreckige Wäsche noch in den Kellern lagert, ist nach diesem Gerichtsurteil undurchsichtiger denn je.

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