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Fußball: WM in Katar

Katar, Ecuador, One Love und Infantino – Das bringt der erste WM-Tag

Münster

Am Sonntag geht's rund: Gastgeber Katar eröffnet die Fußball-WM. Tags zuvor hatte Fifa-Präsident Gianni Infantino bereits seinen großen Auftritt. Wir sagen, was der WM-Tag Nummer eins alles so mit sich bringt.

Von Alexander Heflik

Fifa-Präsident Gianni Infantino hielt am Tag vor dem WM-Eröffnungsspiel zwischen Katar und Ecuador eine denkwürdige Rede – in vielerlei Hinsicht. Foto: Imago/Ulmer/Teamfoto

Wirklich? Jetzt rollt der Ball? Das Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar steht an. Nun gut, auf den ersten Blick taugt die Paarung zwischen dem Gastgeber und Ecuador nicht zum Gassenhauer, aber wenn um 17 Uhr der Italiener Daniele Orsato die Partie im Al-Bayt Stadium anpfeift, stellt sich die Frage, wo eigentlich der VAR-Keller zu finden ist. Wird in Katar überhaupt unterkellert beim Neubau. Der Video-Schiedsrichter dürfte auch bei der WM im Mittleren Osten eine Rolle spielen, dafür braucht man keine Kaffeesatzleserei. Die Verständigungsschwierigkeiten sind ja schon in nationalen Wettbewerben riesengroß. Mal sehen, was international so geht.

Katars Fußball-Nationalmannschaft war derweil auf Tauchstation, nicht im Keller, sondern zum Training. Keiner weiß so recht, was der Asienmeister von 2019 so leisten kann. Und da das Thema Geld auch vor dieser Partie nicht Halt macht, wird gerade in Sozialen Netzwerken darüber spekuliert, dass einigen Spielern der südamerikanischen Mannschaft Geld-Angebote von katarischer Seite gemacht worden seien. Das Kicker-Sportmagazin sah in seinem Favoriten-Check ohne Bestechungsgerüchte eine reele Chance bis hierhin, dass Katar zumindest das Achtelfinale erreichen kann. Weitere Gruppengegner sind die Niederlande mit dem Trainer-Haudegen Louis van Gaal sowie der Senegal.

Infantinos Rechenschwäche

Aus dem deutschen Lage war zu hören, dass Niclas Füllkrug von Werder Bremen an einem viralen Infekt leide – sein Einsatz am Mittwoch im WM-Auftaktspiel gegen Japan ist gefährdet. Dafür meldeten sich Antonio Rüdiger und Thomas Müller wieder im Training zurück. Größter nichtsportlicher Aufreger war, dass die Mannschaftskapitäne mit Spielführer-Binden der Fifa auflaufen sollen. Nö, nö – so oder so ähnlich sagte das DFB-Kapitän und der Weltmeister-Torwart von 2014, Manuel Neuer. Er werde die „One-Love“-Spielführerbinde tragen, die als Zeichen gegen Diskriminierung und für Menschrechte steht.

Wer gedacht hat, dass jetzt nur noch über Fußball gesprochen werden würde, der wurde am Samstag sowieso eines Besseren belehrt. Gianni Infantino, der Chef des Fußball-Weltverbandes Fifa, keulte 24 Stunden vor Turnierstart gegen die „Doppelmoral“ Europas aus. Um moralische Lektionen anderen zu erteilen, müsse sich Europa erst „3000 Jahre entschuldigen, was wir in den letzten 3000 Jahren rund um die Welt getan haben“. Das wäre sogar für das komplette Jahrtausend vor Christi Geburt…

Er wüsste als Sohn eines Gastarbeiters, was das bedeuten würde. Und überhaupt, seine Fifa und Katar hätten schon so viel erreicht. Also nutzte er ein gottgleiches Bild, um seine Person zu beschreiben. Er sei heute, gemeint ist Samstag im Moment der Pressekonferenz: „Heute fühle ich mich als Katari, als Afrikaner, als Araber, als Homosexueller, als Behiderter, als Wanderarbeiter.“ Infantino ist alles auf einmal, das ist keine Doppelmoral, sondern Hybris im Quadrat. Er könne sich auch vorstellen, dass eine WM im Iran oder Nordkorea ausgetragen werden könne. Wenn der Klimawandel es zulässt, wird er auch die Olympischen Sommerspiele am Nordpol austragen. Man darf gespannt sein, was der Montag, der zweite Tag der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 bringen wird.

Weitere Informationen zur WM 2022 in Katar finden Sie auf unserer Special-Seite. Und unter folgendem Link steht Ihnen das gesamte WN-Angebot vier Wochen kostenfrei zur Verfügung: wn.de/digitalbasis

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