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Schalkes Hoffnung auf den Wiederaufstieg: Terodde vor Rekord

Gelsenkirchen (dpa)

Er trifft und trifft. Nur noch ein Tor trennt Simon Terodde, um mit dem bisherigen Zweitliga-Rekordschützen Dieter Schatzschneider gleichzuziehen. Selbst die Nationalmannschaft wird ein Thema.

Von Heinz Büse, dpa

Hat den Zweitliga-Torerekord im Blick: Schalkes Simon Terodde. Foto: Danny Gohlke/dpa

Im Fußball-Unterhaus ist er die derzeit größte Attraktion, für den FC Schalke die Hoffnung auf den Wiederaufstieg.

Binnen weniger Wochen ist Neuzugang Simon Terodde beim zuletzt leidgeprüften Revierclub zu einer Kultfigur aufgestiegen. Gelingt dem 33 Jahre alten Angreifer am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) im Spiel gegen den FC Ingolstadt ein weiterer Treffer, ist ihm ein Ehrenplatz in den Zweitliga-Annalen sicher. Schließlich würde er mit dem bisherigen Rekordschützen Dieter Schatzschneider gleichziehen, der von 1978 bis 1987 153 mal für Hannover 96 und Fortuna Köln traf.

Der aktuelle Rekordhalter könnte den Verlust der über 34 Jahre alten Bestmarke verschmerzen. «Simon ist ein guter Junge», sagte die 63 Jahre alte Vereinslegende von Hannover 96 in einem NDR-Interview. Schmunzelnd fügte er an: «Ich hoffe natürlich, dass Schalke aufsteigt. Nicht, dass er noch ein Jahr 2. Liga spielt, dann ist er bei 200 Toren. Das ist dann ein Rekord, der nie mehr zu knacken ist.»

Ablösefreier Glücksgriff

Die ablösefreie Verpflichtung des ehemaligen HSV-Profis Terodde in diesem Sommer erwies sich für den finanziell angeschlagenen Bundesliga-Absteiger aus Gelsenkirchen als Glücksgriff. Imposante zehn der 13 bisherigen Saisontreffer des Teams gehen auf sein Konto. Dass es neben Terodde mit Marius Bülter (2) und Dominick Drexler (1) nur zwei weitere Torschützen gibt, stimmt Trainer Dimitrios Grammozis nachdenklich: «Es geht um das große Ganze. Ein Terodde reicht nicht. Ich wünsche mir mehr Torschützen.»

Dennoch hätte der Coach sicher nichts dagegen, wenn Terodde zum vierten Mal nach 2016, 2017 und 2019 Zweitliga-Torschützenkönig wird. Den großen Torhunger des Routiniers beschrieb er unlängst in schon fast poetischen Worten: «Simon braucht das Geräusch des Netzes.»

Der einstige Schalker Mittelstürmer Klaus Fischer empfahl Terodde gar für die Nationalmannschaft. «Das müsste doch möglich sein. Bei der Euro in diesem Jahr haben acht Viertelfinalisten einen festen Mittelstürmer in ihrer Stammelf gehabt», sagte der WM-Zweite von 1982 den «Ruhr Nachrichten». Dass der Hochgelobte seine weitaus meisten Treffer in der 2. Liga erzielte und sich im Fußball-Oberhaus oft schwertat, sieht Fischer nicht als Hinderungsgrund: «Hätte Simon in der Bundesliga in einer Spitzenmannschaft gespielt, hätte er seine Tore gemacht, weil er gute Vorbereiter braucht.»

Schalke-DNA verinnerlicht

Kaum vorstellbar, dass Bundestrainer Hansi Flick der Empfehlung folgt. Doch allein der Vorschlag Fischers ist Ausdruck der großen Wertschätzung, die Terodde auf Schalke genießt. Der im nur gut 50 Kilometer von Gelsenkirchen entfernten Bocholt geborene Profi hat die DNA des Clubs vom ersten Tag an verinnerlicht. «Man sieht, dass er sich sehr wohlfühlt auf Schalke. Er ist mit ganzem Herzen dabei, schon seit dem ersten Gespräch, das ich vor seiner Verpflichtung mit ihm hatte», lobte Grammozis.

Ähnlich wie der Coach hofft auch Sportvorstand Peter Knäbel, dass die Tore von Terodde den Weg zurück in die Bundesliga ebnen. Nicht zuletzt deshalb kann er dem Vorstoß von Fischer wenig abgewinnen: «Wir brauchen Simon hier zu 100 Prozent. Ich denke, dass wir in Deutschland genügend Stürmer haben, die es verdienen, in der Nationalmannschaft zu spielen.»

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