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Unruhe in Bremen: Kritik an Brand - Werner Wunschtrainer

Kiel (dpa) –

Bei den letzten drei Spielen saßen drei verschiedene Trainer auf der Bank des SV Werder Bremen. Nach dem 1:2 bei Holstein Kiel werden Vorwürfe laut. Das Trainer-Vakuum soll nun schnell beendet werden.

Von Oliver Jensen und Franko Koitzsch, dpa

Christian Brand steht als Trainer von Werder Bremen im Spiel gegen Hostein Kiel an der Seitenlinie. Foto: Axel Heimken/dpa

Die Zerrissenheit beim einstigen Fußball-Ruhepol Werder Bremen trat nach einer weiteren sportlichen Enttäuschung offen zu Tage. 

«Man hat gesehen, dass wir eher eine verunsicherte Mannschaft sind als eine Mannschaft, die vor Selbstvertrauen strotzt», klagte Torschütze Niclas Füllkrug am Samstagabend bei den TV-Sendern Sky und Sport1 nach dem 1:2 (0:1) bei Holstein Kiel. «Wir hatten in den letzten drei Spielen drei verschiedene Trainer. Das ist schon kompliziert.»

Die Mannschaft ist zerrissen

Die Turbulenzen im Verein hinterlassen tiefe Spuren. Am 20. November trat Markus Anfang von seinem Traineramt zurück, nachdem bekannt geworden war, dass ein Ermittlungsverfahren wegen Impfpass-Fälschung gegen ihn läuft. Hastig übernahm noch am selben Tag Interimstrainer Danijel Zenkovic und betreute das Team beim 1:1 gegen FC Schalke 04. Kurz darauf infizierte er sich mit Corona. Als Ersatzmann für den Interimstrainer kam Christian Brand, der für die U19 des Vereins verantwortlich ist. Einen halben Tag nach dem 1:2 in Kiel reiste er mit seiner Juniorentruppe zum Spiel nach Osnabrück. Da war sein fünftägiges Cheftrainer-Intermezzo wohl wieder beendet.

Brand hatte allerdings selbst in dieser Kürze der Zeit noch schnell die Grundformation von Werders Profi-Team verändert. «Wir haben das erste Mal mit zwei Sechsern gespielt. Davor hatten wir immer mit einem System gespielt, und jetzt haben wir neue Aufgaben», beschwerte sich Füllkrug, der die Ursachen für die verlorenen Punkte auch an diesen Maßnahmen festmachte. Trainer Brand ließ den Vorwurf nicht auf sich sitzen: «Unser Problem war nicht die Grundordnung, sondern dass wir extrem viele Bälle verloren haben.»

Deutlich kam zum Vorschein: Die Mannschaft ist zerrissen, was die Einschätzung der komplizierten Lage betrifft. «Wir müssen uns an die eigene Nase fassen. Wir müssen mehr Verantwortung übernehmen und jetzt nicht irgendwelche Ausreden suchen», forderte Abwehr-Routinier Ömer Toprak.

Ole Werner ist Trainer-Top-Kandidat

Durch die Niederlage beträgt der Rückstand von Werder Bremen auf den Aufstiegsrelegationsplatz bereits acht Punkte. Nach unten, zum Abstiegsrelegationsrang, sind es nur noch sechs Zähler. Kommenden Freitag, wenn Erzgebirge Aue im Weserstadion zu Gast sein wird, soll der neue Cheftrainer an der Seitenlinie stehen. Nach wie vor ist Ole Werner der Top-Kandidat. Der Ex-Coach von Holstein Kiel war dort am 20. September zurückgetreten.  

Frank Baumann wollte den Namen Werner nicht bestätigen. Werners bis 2022 laufender Vertrag mit den Kielern ist noch nicht aufgelöst worden. «Trainer ist der wichtigste Job im Verein, da kann es trotz unserer finanziellen Lage sein, dass wir eine Ablöse bezahlen werden», sagte Baumann. Auch um diesen Wunsch von Füllkrug zu erfüllen: «Ich hoffe, dass wir schnell Klarheit haben und dass Ruhe in den Verein kommt. Die Schlagzeilen, die man über uns liest, haben wenig mit Fußball zu tun.»

An anderen Brennpunkten erscheint es trotz sportlicher Krisen noch vergleichsweise ruhig. Am stärksten um seinen Job bangen muss wohl Jan Zimmermann bei Hannover 96 nach dem 0:4 in Karlsruhe. Fortuna Düsseldorf stärkt trotz des 0:1 gegen Heidenheim und Abstiegs- anstatt Aufstiegskampf Christian Preußer weiter den Rücken. «Wir halten auch weiter felsenfest an dem Trainer fest. Wir glauben daran, mit Christian Preußer langfristig bei Fortuna etwas verändern können», sagte Vorstandsmitglied Klaus Allofs.

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