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EM-Qualifikation

Frust und Stolz bei Handball-Frauen nach knapper Niederlage

Rotterdam (dpa)

Die deutschen Handballerinnen kehren mit leeren Händen vom EM-Qualifikationsspiel in den Niederlanden zurück. Doch die Leistung macht Mut für die kommenden Aufgaben.

Von Eric Dobias, dpa

Die deutsche Nationalspielerin Antje Lauenroth kommt zum Wurf. Foto: Marco Wolf/dpa

In den Frust über die bittere Last-Minute-Niederlage im Prestigeduell mit den Niederlanden mischten sich bei den deutschen Handball-Frauen auch Zufriedenheit und Zuversicht.

«Stolz über die Leistungssteigerung und Frust, dass es nicht zu einem Punkt gereicht hat - es ist ein bisschen von beidem», beschrieb Kapitänin Emily Bölk die Gefühlslage nach dem 29:30 im vorletzten EM-Qualifikationsspiel in Rotterdam und betonte: «Ich fahre mit einem sehr guten Gefühl nach Hause.»

Zwar hat die DHB-Auswahl das Ticket für die EM-Endrunde vom 4. bis 20. November in Slowenien, Montenegro und Nordmazedonien immer noch nicht gelöst - doch das ist nach dem Ausschluss von Gruppengegner Belarus nur noch Formsache. Einziger verbliebener Rivale im Kampf um Platz zwei, der die Qualifikation sichert, ist der krasse Außenseiter Griechenland. Nach dem 36:10 im Hinspiel dürfte die deutsche Mannschaft auch im Rückspiel am 20. April keine Probleme haben und den erforderlichen Sieg einfahren.

Vertrag mit Groener vor Verlängerung

Bundestrainer Henk Groener, dessen Ende April auslaufender Vertrag demnächst verlängert werden soll, blickte bei seiner Analyse daher mehr auf die Entwicklung der Mannschaft binnen 48 Stunden nach dem 26:31 in Krefeld als das nackte Ergebnis. Es sei natürlich schade, «dass es am Ende so gelaufen ist, denn mein Team hätte mehr verdient gehabt», sagte der 61 Jahre alte Niederländer. Viel wichtiger war für ihn jedoch: «Wir konnten uns im Vergleich zum Donnerstag deutlich steigern. Den Fortschritt konnte man sofort sehen. Im ersten Spiel haben wir 30 Minuten gut gespielt, heute hat die Leistung über die gesamte Spielzeit gestimmt. Ein großes Lob an die Mannschaft.»

Mit einem couragierten Auftritt hatten die DHB-Frauen den Weltmeister von 2019 vor 1500 Zuschauern an den Rand einer Niederlage gebracht. Rückraumspielerin Alina Grijseels, die mit sieben Toren beste deutsche Werferin war, stellte daher fest: «Es ist bitter, mit einem Tor zu verlieren. Aber wir können sehr viel Positives mitnehmen, sowohl in der Abwehr als auch im Angriff. Man hat wieder gesehen, dass wir Schritte nach vorne gemacht haben und auch gegen Spitzenteams mithalten können.»

59 Minuten lang geführt

Neben der Co-Kapitänin überzeugten in der Offensive vor allem Kreisläuferin Luisa Schulze und Maike Schirmer (beide 4 Tore), die die verletzten Amelie Berger und Marlene Kalf auf Rechtsaußen bestens vertrat. Im Tor verrichtete Isabell Roch in Abwesenheit von Dinah Eckerle, die aus privaten Gründen fehlte, einen guten Job.

Erst in den letzten fünf Minuten verlor die DHB-Auswahl ein wenig den Faden und verspielte noch eine Drei-Tore-Führung. «Wir haben die Niederlande vor große Probleme gestellt und 59 Minuten lang geführt», sagte Rückraumspielerin Julia Maidhof. «Es wäre natürlich schöner gewesen, wenn wir gewonnen hätten. Aber trotzdem gehen wir nicht negativ aus diesem Spiel.»

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