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32-Jährige über ihre Sportart

Kim Bui: Wandel im Turnen erst «ganz am Anfang»

Berlin (dpa) - Die deutsche Turnerin Kim Bui sieht ihre Sportart durch die jüngsten Debatten um Pflichtverletzungen von Trainern erst am Anfang eines Wandels.

dpa

Turnerin Kim Bui sieht ihre Sportart erst am Anfang eines Wandels. Foto: Monika Skolimowska

«Wir haben Schutzkonzepte und Verhaltenskodizes. Aber der Punkt ist: Es wird nicht gelebt, und wenn etwas passiert, gibt es keine sichtbaren Konsequenzen. Dann geht es einfach so weiter, alle denken: alles in Ordnung», sagte die 32-Jährige der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». «Erst jetzt, weil es wirklich knallt, ist es ein Weckruf. Es muss etwas passieren. Wir sind nicht mitten im Prozess. Wir stehen ganz am Anfang.»

Bui nahm grundsätzlich Bezug auf Vorfälle in Chemnitz, in Amerika, Großbritannien, den Niederlanden und der Schweiz. «Es ist kein Stützpunktproblem, es ist ein länderübergreifendes Problem», sagte sie. Die Stuttgarterin hatte vor zwei Wochen die erste EM-Qualifikation der deutschen Turnerinnen gewonnen.

Aus ihrer Sicht sei Turnen als Leistungssport ohne psychische Gewalt denkbar. «Mit den richtigen Werkzeugen, der richtigen Ausbildung, der richtigen Sensibilisierung der Athleten und der Trainer und der Bereitschaft, das Thema anzusprechen, ohne dass Konsequenzen befürchtet werden müssen», sagte Bui. «Deshalb muss es eine Stelle geben, an der man sich anonym äußern kann, die das untersucht und dem nachgeht.»

© dpa-infocom, dpa:210403-99-77269/3

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