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Olympische Spiele

Kein Tokio-Ticket für Leichtathleten Storl und Harting

Frankfurt/Main (dpa)

Die olympische Kernsportart Leichtathletik hat ihr Tokio-Team nominiert. In einer schwierigen Saison mit vielen Verletzten fehlen einige Routiniers.

Von Ulrike Johhn, dpa

Sucht weiter nach seiner Form: Diskuswerfer Christoph Harting. Foto: Michael Kappeler/dpa/Archivbild

Ohne den zweifachen Kugelstoß-Weltmeister David Storl und voraussichtlich auch ohne Diskus-Olympiasieger Christoph Harting fliegen die deutschen Leichtathleten nach Tokio.

Der Goldmedaillengewinner von Rio 2016 ist nur Ersatz im Aufgebot für die Sommerspiele, das der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am Samstag in seiner weiteren Nominierungsliste veröffentlicht hat. Größte Hoffnungsträger sind Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo, der derzeit weltweit herausragende Speerwerfer Johannes Vetter und Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul.

Das DLV-Team umfasst nun insgesamt 90 Sportler, zuvor waren bereits neun Marathonläufer und Geher nominiert worden. Für Kugelstoßerin Christina Schwanitz (35) vom LV 90 Erzgebirge sind es bereits die vierten Spiele, für Hindernisläuferin Gesa Krause (Trier) die dritten.

Dabei ist auch Siebenkämpferin Carolin Schäfer. Die frühere WM-Zweite aus Frankfurt/Main hatte wegen Nebenwirkungen einer Corona-Impfung ihre Teilnahme in Götzis und Ratingen abgesagt. «Caro hatte die Olympianorm im Jahr 2019 erreicht und nimmt zudem im World Ranking eine vordere Platzierung ein», sagte Idriss Gonschinska, der DLV-Vorstandsvorsitzende Leistungssport. Ihre zuletzt gezeigten Leistungstests würden eine klare Tendenz nach oben zeigen.

Christoph Harting, der Bruder von 2012-Olympiasieger Robert Harting, hatte seit seinem Triumph 2016 in Rio nie wieder an große Weiten anknüpfen können und wurde in dieser Saison auch von der nationalen Konkurrenz überflügelt. Nur wenn Daniel Jasinski (Wattenscheid), Clemens Prüfer (Potsdam) oder David Wrobel (Magdeburg) ausfallen, darf der 31-Jährige für die am 30. Juli beginnenden Leichtathletik-Wettkämpfe in Tokio nachrücken.

Nur ein Rio-Medaillengewinner in Tokio dabei

Nachdem Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler aus Jena wegen Rückenbeschwerden vergangenen Montag abgesagt hat, ist Jasinski, der vor fünf Jahren Bronze holte, der einzige verbliebene Medaillengewinner von Brasilien 2016. Wie erwartet hat der DLV keinen Kugelstoßer nominiert. Der 30 Jahre alte Leipziger Storl, Silbermedaillengewinner von 2012, konnte in dieser Saison wegen einer Rückenverletzung keinen Wettbewerb bestreiten und verpasst die Spiele. Der frühere Stabhochsprung-Weltmeister Raphael Holzdeppe hatte wegen einer Knie-Operation bereits seinen Verzicht erklärt.

Angeführt wird das DLV-Team von seinem Spitzentrio Mihambo (LG Kurpfalz), Kaul (Mainz) und Vetter (Offenburg). Zu den Medaillenkandidaten zählt auch Speerwerferin Christin Hussong aus Zweibrücken. Die Berliner Sprinterin Gina Lückenkemper, EM-Zweite über 100 Meter, kämpfte zuletzt mit einem Muskelfaserriss im Oberschenkel und ist wie Harting nur Ersatz.

In einem komplizierten Qualifikationsmodus, wo auch noch Leistungen aus dem WM-Jahr 2019 und die Weltrangliste zählten, sind Weitspringer Fabian Heinle (Stuttgart) und Dreispringerin Neele Eckhardt-Noack (Göttingen) wegen noch zu klärender Formalien unter Vorbehalt nominiert.

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