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Olympia

Von Burritos und Marihuana: Stars in der Statistenrolle

Tokio (dpa)

Bei Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler war es der Rücken, der zweimalige Olympia-Champion Mo Farah war nicht mehr schnell genug. Der Leichtathletik fehlen in Tokio einige Stars. In einem Fall hat das Olympia-Aus mit einem Burrito zu tun.

Von dpa

US-Mittelstrecklerin Shelby Houlihan wurde für vier Jahre wegen Dopings gesperrt. Foto: Valentin Flauraud/KEYSTONE/dpa

Nur aus der Ferne können Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler oder der zweifache Kugelstoß-Weltmeister David Storl die Leichtathletik-Wettbewerbe in Tokio verfolgen.

Eine ganze Reihe an Stars muss aus verschiedenen Gründen für das Mega-Event passen. Besondere Fälle sind Caster Semenya oder Shelby Houlihan.

Thomas Röhler: Die Absage fiel ihm schwer. «Ich muss jetzt auf meinen Körper hören, da ich meinen Sport noch ein paar Jahre auf Top-Niveau ausüben möchte», sagte der Speerwurf-Olympiasieger und -Europameister über seinen Verzicht. «Mit einer Teilnahme an den Olympischen Spielen würde ich aufgrund der Rückenverletzung zu viel riskieren.»

Christoph Harting: Der Bruder von 2012er Olympiasieger Robert Harting hat seit seinem Triumph 2016 in Rio nie wieder an große Weiten anknüpfen können. In dieser Saison wurde er auch von der nationalen Konkurrenz überflügelt. So wurde der 31-Jährige nur noch als Ersatz für das Mega-Event berücksichtigt.

David Storl: Der DLV hat keinen Kugelstoßer nominiert - also auch nicht den zweifachen Weltmeister Storl. Der Leipziger, 2012 in London noch Silbermedaillengewinner, hat in dieser Saison wegen einer Rückenverletzung keinen Wettbewerb bestritten und verpasst damit die Olympischen Spiele.

Mo Farah: Der britische Altstar hat alles versucht. In Manchester wollte der zweimalige Olympiasieger über die 10 000 Meter seine letzte Chance nutzen und sich doch noch für Tokio qualifizieren. Doch geplagt von Knöchelproblemen durfte Mo Farah die Reise nach Japan gar nicht erst antreten.

Caster Semenya: Die zweifache 800-Meter-Olympiasiegerin darf nach einem CAS-Urteil zum Testosteron-Limit für Mittelstreckenläuferinnen mit intersexuellen Anlagen nicht mehr bei Wettbewerben zwischen 400 Metern und einer Meile starten. Selbst ein überraschender Start in Regensburg über 5000 Meter brachte ihr nicht das Tokio-Ticket.

Sha'carri Richardson: Mit ihren bunten Haaren und langen Fingernägeln ist sie ein Hingucker - nicht aber in Tokio dabei. Sie hatte bei den US-Ausscheidungskämpfen zwar die 100 Meter gewonnen. Weil Richardson danach aber positiv auf die in Marihuana enthaltene Substanz THC getestet wurde, wurde sie erst suspendiert und dann nicht nominiert.

Christian Coleman: Der US-Amerikaner wollte in Tokio über die 100 Meter eigentlich in Usain Bolts Fußstapfen treten. Coleman wurde jedoch wegen dreier verpasster Doping-Tests innerhalb eines Jahres bis Mai 2022 gesperrt. Ein Einspruch des Sprinters beim Internationalen Sportgerichtshof CAS scheiterte.

Brianna McNeal: Auch ein Einspruch der Hürden-Olympiasiegerin hatte keinen Erfolg. Wegen Manipulation einer Dopingprobe wurde McNeal für fünf Jahre gesperrt. Die Moskau-Weltmeisterin von 2013 war bereits einmal für ein Jahr außen vor, weil sie 2016 in drei Fällen für Kontrollen nicht zur Verfügung gestanden hatte.

Shelby Houlihan: Lag es am Burrito? Die US-Rekordhalterin über 1500 und 5000 Meter ist für vier Jahre wegen Dopings gesperrt worden. Houlihan war positiv auf das anabole Nandrolon getestet worden. Sie erklärte den Befund mit einem Burrito mit Schweinefleisch, den sie Stunden vor ihrer Doping-Kontrolle gegessen haben will.

Salwa Eid Naser: Es hätte ein Kracherduell über 400 Meter mit Shaunae Miller-Uibo werden können. Doch Doha-Weltmeisterin Salwa Eid Naser aus Bahrain ist wegen Verstoßes gegen die Anti-Doping-Regeln für zwei Jahre gesperrt. Die in Nigeria geborene Sprinterin war in einem Jahr dreimal nicht für Doping-Tests erreichbar gewesen.

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