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Umgang mit Homosexualität

Vettel: «Schwuler Formel-1-Fahrer wäre willkommen»

Berlin (dpa)

Der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel hat sich für einen offeneren Umgang mit Homosexualität in der Formel 1 ausgesprochen.

Von dpa

Setzt sich für einen offenen Umgang mit Homosexualität ein: Sebastian Vettel. Foto: Hasan Bratic/dpa

«Früher wäre das vielleicht nicht so gewesen, aber jetzt denke ich, dass ein schwuler Formel-1-Fahrer willkommen wäre - und das zu Recht», sagte der Aston-Martin-Pilot im Interview des britischen Schwulen-Magazins «Attitude». Er glaube, dass ein schwuler Fahrer dazu beitragen würde, «Vorurteile zu beseitigen und unseren Sport in eine bessere Richtung zu lenken. Ich denke und hoffe also, dass unser Sport für einen solchen Fahrer bereit wäre.»

Der 34-Jährige hatte sich bereits in der Vergangenheit für die Rechte der LGBTQ+-Gemeinschaft stark gemacht. Die englische Abkürzung steht für Menschen, die unterschiedliche Identitäten und sexuelle Orientierungen haben. Vettel hatte beim Grand Prix in Ungarn 2021 Schuhe in Regenbogenfarben getragen und beim Rennen in Saudi-Arabien einen Regenbogen-Helm.

«Können immer noch mehr tun»

Er selbst kennen keinen früheren oder aktuellen Formel-1-Fahrer, der schwul ist. «Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es welche gegeben haben muss. Ich schätze, ich würde nichts über sie wissen, weil sie nie damit herausgekommen sind, was eine Schande ist.» Es werde aber besser, denn man sehe jetzt «einige Ingenieure und Mechaniker, die sich in der Lage fühlen, offener zu sein. Aber wir können immer noch mehr tun, um die Vielfalt und Integration im Motorsport zu verbessern, nicht nur in Bezug auf die Sexualität, sondern auch durch die Unterstützung und Förderung von Frauen, Farbigen, Menschen mit Behinderungen und so weiter.»

Warum sich bisher kein Formel-1-Pilot geoutet hat, hänge vielleicht auch mit dem Bild des Rennfahrers zusammen. Der Hesse zog Vergleiche zum Fußball. «Rennfahrer müssen dem alten Bild eines Spielers oder Fahrers als "Held" mit bestimmten Kriterien entsprechen. Aber die Beurteilungskriterien sind einfach falsch. Es erfordert enormen Mut, sein wahres Ich zu zeigen, anstatt sich hinter einer Fassade zu verstecken, die darauf beruht, was die Leute erwarten.»

Sollte sich mal eines seiner drei Kinder outen, würde er es bedingungslos unterstützen: «Was auch immer sie tun oder wen auch immer sie lieben wollen, ich unterstütze sie. Es gibt also keine andere Reaktion als bedingungslose Unterstützung und Liebe.»

In Ländern, die sich offen gegen die LGBTQ+-Gemeinschaft aussprechen, nicht mehr zu fahren, sei keine Lösung. «Wenn wir keine Rennen veranstalten, können wir überhaupt nichts bewirken. Aber wenn wir in diesen Ländern Rennen fahren und höflich, aber bestimmt für das eintreten, was wichtig ist, können wir eine positive Wirkung erzielen. Werte und Prinzipien können nicht an Grenzen Halt machen.»

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