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Formel 1

Wolff über Horner: Habe fast eine Träne rausdrücken müssen

Austin (dpa)

Es geht hitzig zu. Teamchef Christian Horner attackiert verbal die Red-Bull-Kritiker, sein Mercedes-Kollege Toto Wolff kontert die Aussagen. Eine Lösung muss her, schnell. Das wissen alle.

Von dpa

Christian Horner (l)und Toto Wolff sitzen 2018 friedlich zusammen. Foto: Georg Hochmuth/APA/dpa

Mercedes-Teamchef Toto Wolff hat auch mit Spott auf die verbale Abrechnung von Christian Horner in der brisanten Budget-Affäre der Formel 1 reagiert. «Ich habe da fast eine Träne rausdrücken müssen, wie ich das gehört habe», sagte der 50 Jahre alte Österreicher dem Sender Sky am Samstag in Austin. 

Fakt sei, dass neun von zehn Teams unter der Ausgabengrenze geblieben seien, die in der betroffenen Saison 2021 bei 148,6 Millionen US-Dollar lag. Fakt sei auch, dass nun ein Team argumentiere, «dass sie mit vermeintlichen Nicht-Performance-Themen drüber gerutscht sind. Aber die gelten für uns alle. Wir haben auch darüber nachgedacht, wie viele Sandwiches wir den Leuten geben», sagte Wolff. Die neun anderen Teams seien das Opfer. 

Der Mercedes-Motorsportchef bezeichnete die Finanzregeln als eine «ganz wichtige Säule zusammen mit dem Technischen und dem Sportlichen Reglement». Der Grund, diese einzuführen, sei gewesen, dass alle Teams gegeneinander mit den gleichen Ausgaben kämpfen können. «Und wenn ein Team jetzt drüber schreitet mit welchen ausreden auch immer, ist das eigentlich gegen den Spirit, den man wollte», betonte Wolff.

Unklar ist noch immer, wie sehr Red Bull über dem Limit lag. Berichten zufolge knapp zwei Millionen US-Dollar. Horner hatte Zahlen, die in der Öffentlichkeit kursieren, allerdings als meilenweit von der Realität abgetan. 

Aussagen von Horner

Der 48 Jahre alte Brite, der den Rennstall seit dem Red-Bull-Einstieg 2005 leitet, hatte die offizielle Pressekonferenz für einen verbalen Gegenangriff auf die Konkurrenz genutzt, die sich für harte Sprachen bei einem solchen Verstoß ausgesprochen hat. Dazu zählte besonders auch der neben ihm sitzende McLaren-Geschäftsführer Zak Brown. Dieser hatte sich in einem Brief an den Chef des Automobilverbandes und der Formel 1 gewandt. Dass Red Bull darin ohne Fakten einfach Betrug unterstellt worden sei, sei «absolut schockierend», betonte Horner. 

Er vermutet eine «konzertierte Kampagne», damit sein Team eine drakonische Strafe bekommt. Horner hatte von Rufschädigung gesprochen, Gesundheitsbeeinträchtigungen der Mitarbeiter angedeutet und sogar von Mobbing von Kindern der Teammitglieder auf dem Spielplatz berichtet.  

Wie die Affäre endet, ist offen. Red Bull ist in Gesprächen mit der Fia. Sollten sie keine Einigung erzielen, wird es ein über weitere Monate dauerndes Nachspiel der Saison 2021. Dass in dem Zuge nun aber sogar Weltmeister Max Verstappen und sein Teamkollege Sergio Perez ausgepfiffen und als Betrüger beschimpft werden, wie aus Videos aus Austin, die in sozialen Netzwerken kursierten, hervorging, ist aber auch für Wolff völlig inakzeptabel. Das gehe «überhaupt gar nicht», betonte er. 

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