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DOSB-Führungskrise

«FAZ»: Hörmann droht weitere Ethik-Untersuchung

Frankfurt/Main (dpa)

Von dpa

DOSB-Präsident Alfons Hörmann. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Athletenvertreter Jonathan Koch will in der Führungskrise beim Deutschen Olympischen Sportbund eine weitere Untersuchung der Ethikkommission bewirken.

Der Ruderer sagte der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung», er werde dem Gremium unter Leitung des früheren Bundesinnenministers Thomas de Maiziére einen Bericht zum Zwist über eine Ehrenerklärung für den DOSB-Chef Alfons Hörmann zukommen lassen.

Nach Bekanntwerden schwerer Vorwürfe aus dem Mitarbeiterkreis gegen die Spitze des Dachverbands hatten Präsidium und Vorstand Hörmann das Vertrauen ausgesprochen. In einer ersten Mitteilung war damals auch Koch als Athletenvertreter im Präsidium als Unterzeichner genannt. Etwas später hatte Koch aber öffentlich mitgeteilt, er habe sich bei der Abstimmung enthalten, weil er mit Teilen der Ehrenerklärung nicht einverstanden gewesen sei. Daraufhin entfernte der DOSB Kochs Namen aus der Stellungnahme.

Der «FAZ» zufolge habe Hörmann dem 35-Jährigen nun vorgeworfen, seine Position erst auf Druck von außen geändert zu haben. Dies habe der Zeitung zufolge auch die für Leistungssport zuständige Vizepräsidentin Uschi Schmitz so dargestellt und sich auf eine Aussage Kochs ihr gegenüber berufen. Unklar ist, inwieweit die Ethikkommission den Vorgang ohnehin bereits prüft.

Ausgelöst worden war der Zoff durch anonym in einem offenen Brief vorgetragene Anschuldigungen vor allem gegen Hörmann, dem psychischer Druck auf Mitarbeiter und ein laxer Umgang mit Corona-Vorschriften vorgeworfen wurde. Die Ethikkommission hatte dies geprüft und vorgezogene Neuwahlen der DOSB-Führung im Dezember empfohlen. Nach mehrtägigen Beratungen entschied die Verbandsspitze, zunächst in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die Vertrauensfrage zu stellen. Die Landessportbünde lehnen das ab und pochen auf Neuwahlen.

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