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Australian Open

Pressestimmen zur Ausnahmegenehmigung für Novak Djokovic

Melbourne (dpa)

Dank einer medizinischen Ausnahmegenehmigung darf der offenbar ungeimpfte Tennis-Weltranglisten-Erste Novak Djokovic bei den Australian Open teilnehmen.

Von dpa

Die australischen Medien finden klare Worte zur Ausnahmegenehmigung für Novak Djokovic. Foto: Manu Fernandez/AP/dpa

Australische Pressestimmen dazu:

«TheAge»: «Novak Djokovic wäre gut beraten, seine übliche «herzzerreißende» Freudenfeier in der Rod Laver Arena zu unterlassen. Nach dem Spott zu urteilen, den seine medizinische Ausnahmegenehmigung für den Kampf um den 10. Australian Open-Titel in Melbourne hervorgerufen hat, ist er wohl im Begriff, der am wenigsten beliebte Besucher des Landes zu werden, seit Katie Hopkins letztes Jahr ausgewiesen wurde, weil sie damit geprahlt hatte, die Hotelquarantäne gebrochen zu haben.

Eine Stadt, die sechs Lockdowns überstanden hat und in der eine zweifache Impfung die Bedingung für den Zugang zu jedem öffentlichen Gemeinschaftsraum ist, wird es wahrscheinlich nicht gutheißen, dass der führende Impfskeptiker des Tennis durch die VIP-Spur am Flughafen Tullamarine geleitet wird.»

«The West Australian»: «Der Djoker hat sich in den Joker verwandelt und sich selbst schamlos die Rolle als Bösewicht zugeteilt, bevor er seinen Versuch startet, die Tenniswelt zu regieren.»

«The Canberra Times»: «Heben Sie die Hand, wenn Sie wirklich überrascht waren, als Novak Djokovic eine medizinische Ausnahmegenehmigung für die Australian Open erhalten hat. Entsetzt vielleicht. Wütend, ja. Frustriert, enttäuscht, angewidert, das Gefühl, als hätten wir alle gerade eine massive Ohrfeige bekommen.

Es ist traurig für die Bewohner dieses Landes, denen während dieser Pandemie immer wieder internationale und zwischenstaatliche Reisen verweigert wurden, selbst um ihre sterbenden Lieben zu sehen. Für diejenigen, die von ihren Kindern getrennt wurden oder nicht an der Beerdigung eines engen Freundes oder Familienmitglieds teilnehmen konnten. Leider sind die Regeln anders, wenn Sie ein globaler Sport-Superstar sind, auch wenn Sie keinerlei Respekt vor einem Virus gezeigt haben, das in den letzten zwei Jahren fast 300 Millionen Menschen auf der ganzen Welt infiziert hat.»

«TheHerald Sun»: «Die medizinische Ausnahmegenehmigung für Novak Djokovic, damit er die Australian Open spielen kann, ist eine kranke Heuchelei. Seine Teilnahme ist eine Beleidigung für jeden Australier, der wegen Covid durch die Hölle gegangen ist.»

Großbritannien:

«Daily Mail»: «Nachdem Australien seine Bürger mit unerbittlichem Eifer im Kampf gegen Corona drangsaliert hat, hat es mit Novak Djokovic einem Mann eine öffentliche Plattform gegeben, der für die andere Seite zu arbeiten scheint... Sie sollten sich schämen.»

«The Telegraph»: «Novak Djokovics Ausnahmeregelung beweist, dass Australiens harte Corona-Haltung nicht für die Reichen und Berühmten gilt»

Schweiz:

«Aargauer Zeitung»: «Extrawurst für Novak Djokovic ist eine bodenlose Frechheit und der Höhepunkt seiner Selbstinszenierung»

«Tagesanzeiger»: «Djokovic hätte es in der Hand gehabt, die Kontroverse zu verhindern. Er erschwert dem Sport mit seiner Weigerung, sich impfen zu lassen, die Zeit der Pandemie zusätzlich. (...) Er hat sich längst zu einem Kämpfer entwickelt, der umso stärker wird, je grösser die Widrigkeiten sind, die er antrifft. Und ist daran, auch die letzten Rekorde zu brechen, die ihm noch nicht gehören. Dass er das nach dem Leitsatz des italienischen Philosophen Niccolò Machiavelli tut – der Zweck heiligt die Mittel –, muss ja nicht jeder gut finden.»

Spanien:

«Marca»: «Am Ende hatten wirtschaftliche und sportliche Interessen - die Tatsache, den Weltbesten in Australien zu haben - Vorrang vor den Gesundheitsvorschriften, die jeder nach den Gesetzen seines Landes einhalten muss angesichts einer Pandemie, die die Welt seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt hat.»

«El Mundo»: «Die Behörden des Bundesstaates Victoria, die prinzipiell zögerlich sind, Ausnahmen zu gewähren, unterstützten das Zugeständnis an Djokovic. All dies geschieht inmitten einer Welle von Ansteckungen in der Bevölkerung, die die Krankenhäuser in Melbourne unter Druck gebracht hat.»

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