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Bundesliga

BVB feiert Haaland als Retter in der Not

Dortmund (dpa)

Prickelnde Spannung, irre Wendungen und ein finale furioso - das 3:2 des BVB gegen Hoffenheim gerät zu einem Spektakel. Tormaschine Erling Haaland versetzt Fans und Mitspieler in Ekstase.

Von Heinz Büse, dpa

Dortmunds Torschütze Erling Haaland jubelt nach seinem Last-Minute-Treffer zum 3:2-Endstand. Foto: Marius Becker/dpa

Noch Minuten nach dem Spektakel stand Erling Haaland mächtig unter Strom. Berauscht vom furiosen Schlussakt beim 3:2 (0:0) über die TSG 1899 Hoffenheim setzte der Dortmunder Torjäger zu einem langen Jubellauf vorbei an allen Tribünen an.

Der Norweger ließ sich für seinen brachialen Siegtreffer in der Nachspielzeit feiern. «Erling ist eine Maschine. Ich kann kaum beschreiben, wie gut er ist. Es ist unglaublich, was er da macht», schwärmte Mitspieler Jude Bellingham voller Freude über Haarlands Schuss mit immenser Wucht ins Glück.

Haaland-Treffer in der Nachspielzeit

Für die wankende Borussia erwies sich Haaland als Retter in der Not - nicht zum ersten Mal. Sein dritter Saisontreffer nur eine Minute nach dem verdienten Ausgleich der starken Hoffenheimer durch Joker Munas Dabbur (90.) ersparte Marco Rose weitere Diskussionen über fehlende Konstanz, die eine Woche zuvor beim 1:2 beim SC Freiburg eingesetzt hatten. «Ich freue mich sehr, dass die Jungs für ihre Leidenschaft belohnt wurden. Wenn man solch ein Spiel 3:2 gewinnt, gibt einem das Ruhe und Zeit. Das ist wichtig vor der Länderspielpause», kommentierte der erleichterte neue Dortmunder Fußball-Lehrer.

Ähnlich sah es Aushilfsinnenverteidiger Axel Witsel: «Es war verrückt. Umso glücklicher sind wir. Es ist ein fantastisches Gefühl, im letzten Moment zu treffen und die drei Punkte mitzunehmen.»

Kein Auftritt eines Titelaspiranten

Doch der mit viel Einsatz, reichlich Glück und großer Hilfe von Torhüter Gregor Kobel erkämpfte zweite Saisonsieg machte deutlich, dass der BVB noch immer nicht wie ein Titelaspirant auftritt. Nach der holprigen Vorbereitung mit erst spät zurückgekehrten EM-Teilnehmern und den Ausfällen der Nationalspieler Mats Hummels und Emre Can, dessen Oberschenkelverletzung laut «Kicker» eine wochenlange Zwangspause erforderlich machen könnte, mangelt es vor allem in der Defensive an Stabilität. Die nun folgende zweiwöchige Zeit ohne Bundesliga soll helfen, sich den eigenen hohen Ansprüchen anzunähern.

Dazu könnte auch ein letzter Transfer kurz vor dem Ende der Wechselfrist am kommenden Dienstag beitragen, der durch den Verkauf von Thomas Delaney (FC Sevilla) finanziell möglich wurde. Nach Medienberichten bemüht sich der BVB um eine Verpflichtung von Rechtsverteidiger Diogo Dalot. Der 22 Jahre alte portugiesische Nationalspieler von Manchester United soll demnach für ein Jahr ausgeliehen werden. «Lasst euch überraschen, was wir noch machen werden», sagte Sportdirektor Michael Zorc vor der Partie bei DAZN.

Welch großes Potenzial auch schon im aktuellen BVB-Kader steckt, lässt das junge Alter der Torschützen vermuten. Denn neben dem 21 Jahre alten Haaland trafen mit Giovanni Reyna (48.) und Jude Bellingham (69.) zwei erst 18 Jahre alte Fußballjuwele. Die erneut starke Leistung des englischen Nationalspielers Bellingham veranlasste Rose trotz seiner Hinweise auf die «Willensleistung des gesamten Teams» zu einem Extralob: «Jude gibt uns eine Menge. Er hat eine gute Dynamik, will immer gewinnen und bringt für sein Alter eine Menge mit. Wir sind sehr froh, dass wir den Jungen haben.»

Hoeneß «stolz» auf das Auftreten seiner TSG

Bei allem Frust über den späten Gegentreffer konnten auch die Hoffenheimer mit der Niederlage leben. «Wir haben ein Topspiel gegen eine Topmannschaft gemacht. Das Positive müssen wir mitnehmen. Wir können erhobenen Hauptes rausgehen», befand Linksverteidiger David Raum, der von Bundestrainer Hansi Flick in den Kader der deutschen Nationalmannschaft für die drei WM-Qualifikationsspiele gegen Liechtenstein und Island berufen wurde.

TSG-Trainer Sebastian Hoeneß pflichtete bei: «Unterm Strich sind wir sehr enttäuscht über das Ergebnis, aber stolz darauf, wie wir aufgetreten sind. Das war Werbung für den Fußball. Aber meiner Meinung nach muss es keinen Sieger geben.»

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