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DEL-Finale

Eisbären Berlin wieder Meister: Grandioser Sieg in München

München (dpa)

Dank Mathias Niederberger fiel die Titel-Entscheidung in der Deutschen Eishockey Liga klar aus. Wegen des überragenden Torhüters kürten sich die Eisbären Berlin beim EHC Red Bull München zum Meister.

Von Klaus Bergmann und Carsten Lappe, dpa

Die Eisbären Berlin jubeln nach dem Finalsieg mit dem Pokal im Konfettiregen. Foto: Peter Kneffel/dpa

Bei seiner Abschiedsvorstellung für Eishockey-Champion Eisbären Berlin zeigte Nationalkeeper Mathias Niederberger eine seiner spektakulärsten Leistungen.

Ausgerechnet bei seinem wohl künftigen Arbeitgeber EHC Red Bull München war Niederberger beim grandiosen Berliner 5:0 (1:0, 3:0, 1:0) der Matchwinner im vierten Playoff-Finale. Nach dem neunten Titelgewinn des Rekordchampions der Deutschen Eishockey Liga stürmten die Berliner Feldspieler euphorisiert aufs Eis, warfen Helme und Schläger weg und stürmten auf Niederberger zu.

«Er war der große Unterschied, keine Frage»

«Das war vielleicht das beste Spiel, das ich jemals von ihm gesehen habe», jubelte Eisbären-Meistercoach Serge Aubin bei MagentaSport und auch sein Münchner Kollege Don Jackson lobte anerkennend: «Er war der große Unterschied, keine Frage.» Der frühere Berliner Meistertrainer konnte sich trotzdem etwas freuen: In der kommenden Saison soll Niederberger für den EHC spielen. «Ich habe alles gegeben, was ich hatte», sagte der Goalie.

Neben dem 29 Jahre alten Düsseldorfer im Berliner Tor waren gnadenlose Effizienz und routinierte Alt-Stars für den entscheidenden dritten Sieg in der Best-of-five-Serie verantwortlich. Um 22.09 Uhr jubelten die Eisbären im goldenen Konfettiregen in München mit dem Meisterpokal. Kurz zuvor war der bereits 37 Jahre alte Verteidiger Frank Hördler zum wertvollsten Spieler der DEL-Playoffs ausgezeichnet worden. Drei Treffer von Matthew White (9./37./60. Minute) und weitere Tore von Frans Nielsen (25.) und Marcel Noebels (26.) sorgten vorzeitig für den nötigen dritten Sieg in der Finalserie.

Die Eisbären zogen mit dem neunten Titel an den je achtfachen Meistern Düsseldorf, Köln und Mannheim vorbei, die ihre Titel allesamt oder teilweise noch in der früheren Bundesliga sammelten. Die Berliner bestätigten damit den Titel aus dem vergangenen Jahr, der noch unter anderen Bedingungen erspielt wurde. Bei noch strengeren Corona-Regelungen hatte die vergangene Saison ganz ohne Zuschauer stattgefunden. In den Playoffs waren vor Jahresfrist zudem nur zwei Siege zum Weiterkommen oder zum Titelgewinn notwendig.

Abgeklärte und selbstbewusste Eisbären

Inzwischen sind längst wieder Fans in den Hallen zugelassen und die 5533 Zuschauer in der ausverkauften kleinen Münchner Olympiahalle sorgten für einen stimmungsvolleren Meister-Rahmen als 2021. Dabei war das Publikum schnell konsterniert angesichts des abgeklärten und selbstbewussten Eisbären. Auch FC-Bayern-Coach Julian Nagelsmann im Publikum brachte dem EHC kein Glück.

Die Hausherren begannen druckvoll, verkrampften aber zu schnell angesichts des Drucks, unbedingt siegen zu müssen. Der frühe Knackpunkt im Spiel war die neunte Minute: Ein EHC-Treffer von Justin Schütz wurde korrekterweise wegen einer Behinderung Niederbergers nicht anerkannt. Kurz darauf schlugen die Berliner zu. Einen Traumpass des in den Playoffs starken Routiniers Frank Hördler verwertete White abgeklärt. Dies zeigte Wirkung. Bei den Eisbären wuchs aber das Selbstbewusstsein. Im Mittelabschnitt sorgte dann ein eiskalter Doppelschlag der Eisbären für die Vorentscheidung.

Zunächst traf der inzwischen 38 Jahre alte langjährige dänische NHL-Star Nielsen bereits zum dritten Mal in der Finalserie. Nur 51 Sekunden später erhöhte Nationalstürmer Noebels. Spätestens nach einer erneuten Glanztat Niederbergers in der 35. Minute gegen Ben Street schien klar: Der EHC muss weiter auf den vierten Titelgewinn warten. Erneut White per abgefälschtem Schuss und einem Treffer ins leere Netz in der Schlussminute machte den Berliner Finalsieg schon nach vier von fünf möglichen Spielen perfekt. Das dürfte auch Bundestrainer Toni Söderholm gefreut haben: Von den beiden Finalteams könnte noch gut ein halbes Dutzend Spieler zum Kader für die Weltmeisterschaft in Finnland (13. bis 29. Mai) stoßen.

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