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Titelkämpfe in Frankreich

Hinze nach WM-Bronze nicht mehr die Gejagte

Saint-Quentin-en-Yvelines (dpa)

Nach zwei WM-Titeln, der Champions League und EM-Gold wurde Emma Hinze bei der Bahnrad-WM als Sprintkönigin entthront. Der große Druck ist weg, jetzt soll der Spaß zurückkommen.

Stefan Tabeling, dpa

Mathilde Gros (M) gewann im Sprint Gold, Lea Sophie Friedrich (l) und Emma Hinze (r) holten Silber und Bronze. Foto: Thomas Samson/AFP/dpa

Irgendwie wirkte Emma Hinze ein wenig befreit, als im Konfettiregen - ganz ungewohnt - die Marseillaise erklang und die deutsche Bahnrad-Königin mal nicht auf dem obersten Podest stand.

«Es ist schon so, dass es mental anstrengend ist, wenn man immer die Gejagte ist», sagte Hinze, nachdem sie auf der Olympia-Bahn von Paris 2024 in der Königsdisziplin Sprint von der Französin Mathilde Gros entthront worden war. Sie wolle sich von allen Zwängen befreien. «Ich muss gar nichts, ich muss einfach nur Spaß haben.»

Nach zwei WM-Titeln, der Champions League und dem EM-Triumph von München reichte es für Hinze dieses Mal zur Bronzemedaille. Teamkollegin Lea Sophie Friedrich holte Silber, konnte die von 5000 Franzosen getragene Gros aber auch nicht bezwingen. «Es ist ein kleiner Vorgeschmack auf Paris», meinte Friedrich, die am Ende auf Silber stolz war, auch «wenn mir dieser Titel noch fehlt».

Vogel: «Man fällt, um wieder aufzustehen»

Vielleicht war es ein lehrreicher Abend für Hinze und Co. auf das, was ihnen bei Olympia blühen könnte. «Lieber bei der Generalprobe geht es schief und bei Olympia läuft es gut. Damit könnten wir leben. Man fällt, um wieder aufzustehen», sagte Rekord-Weltmeisterin Kristina Vogel der Deutschen Presse-Agentur und weiß aus eigener Erfahrung, wie groß der Druck als Gejagte ist: «Es ist superschwer, mit dem Druck umzugehen. Rückblickend kann ich ja sagen, dass ich hier und da auch mal mental ein Wrack war. Das habe ich nach außen nicht gezeigt, aber innerlich war ich da ein Angsthase. Im Halbfinale sind alle nervös.»

Wie schwer die Last ist, immer als Favoritin ins Rennen zu gehen, ließ Hinze durchblicken: «Ich bin seit zwei Jahren immer ins Finale gefahren. Ich merke das jetzt schon ein bisschen. Eine Pause wäre auch mal ganz gut. Ich weiß, dass es für mich ein harter Weg war und ich viele Rennen hatte.»

Noch ist an eine Pause nicht zu denken, am heutigen Samstag geht es im Velodrome von Saint-Quentin-en-Yvelines für Hinze und Friedrich schon weiter im 500-Meter-Zeitfahren. Und am Sonntag folgt noch der Keirin-Wettbewerb. «Ich hoffe, dass Emma und Lea wieder zu ihrer Stärke finden und im Kopf wieder stark werden. In den Beinen ist es, man muss es nur abrufen können.»

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