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Fußball-Nationalmannschaft

Nach Katar-Inspektion: Flick wartet auf die WM-Test-Kracher

Nyon (dpa)

Die Nations League war noch nie das ganz große Ding für den deutschen Fußball. 2022 hat der Wettbewerb aber eine besondere Bedeutung. Hansi Flick muss mit dem DFB-Team noch vor der WM sechs Mal ran.

Von Arne Richter, dpa

Bei der Auslosung zur UEFA Nations League ist eine Kracher-Gruppe für Deutschland möglich. Foto: Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa

Weltmeister Frankreich, Europameister Italien oder wieder einmal Angstgegner Spanien? Nach dem Probeliegen im möglichen WM-Hotel bekommt Hansi Flick noch voller frischer Eindrücke von der Drei-Tage-Inspektion in Katar seine letzten harten Testgegner präsentiert.

Die einst ungeliebte Nations League wird 2022 für die Fußball-Nationalmannschaft nämlich zum großen Probelauf für den Titelangriff im Wüsten-Emirat. «Wir nutzen diese Spiele natürlich auch, um uns einzuspielen», sagte der Bundestrainer vor der digital Zeremonie, die am Donnerstag (18.00 Uhr) in Nyon digital abgehalten wird.

Eine Kracher-Gruppe ist möglich

Peinliche Pannen wie bei der Champions-League-Auslosung sind diesmal im UEFA-Sitz nicht zu befürchten. Der Lose-Modus ist total einfach. Deutschland ist als Gruppenzweiter der letzten Nations-League-Auflage gemeinsam mit den Niederlanden, Portugal und Dänemark in Topf zwei eingruppiert. Oranje, Cristiano Ronaldo oder der EM-Halbfinalist um Leipzigs Yussuf Poulsen kommen als Gegner also nicht infrage.

Eine Krachergruppe droht dennoch. Denn außer Frankreich, Italien, Spanien oder Belgien aus dem Gruppensieger-Topf eins können aus Topf drei noch England, Vize-Weltmeister Kroatien oder Polen mit Robert Lewandowski zum DFB-Kontrahenten werden. Die Schweiz wäre da wohl eine angenehmere Option. Dritter Gegner wird einer aus dem Quartett der A-Liga-Aufsteiger: Wales, Österreich, Tschechien oder Ungarn.

Testturnier mit Pflichtspiel-Charakter

«Was ich versprechen kann, wir werden gut vorbereitet sein», hatte Flick sein Motto für das WM-Jahr schon ausgerufen. Die Nations League dient dabei in besonderer Weise als Testoption. Da die WM vom 21. November bis 18. Dezember den Jahreskalender durcheinanderbringt, werden gleich vier Gruppenspiele in dem Europa-Wettbewerb vom 2. bis 14. Juni ausgetragen.

Flick bekommt also im Sommer quasi ein kleines Testturnier mit Pflichtspiel-Charakter zur Vorauswahl aus dem Kreis seiner derzeit noch 30 bis 35 WM-Kandidaten. Nur zwei Monate vor dem Turnier-Anpfiff folgen dann die letzten beiden Gruppenspiele zwischen dem 22. und 27. September als letzte Länderspiele vor der Nominierung des 23er-Kaders.

Der Bundestrainer ist längst im Katar-Modus

Die Auslosung am 16. Dezember bestimmt auch schon Flicks Jahresauftakt. Neben einem Testspiel - wahrscheinlich gegen einen afrikanischen Gegner - am 26. März in Sinsheim entscheidet sich, welchen Klassiker Kapitän Manuel Neuer und seine Kollegen wenige Tage später auswärts bestreiten. «Es ist so, wir haben eine Anfrage von England, wir haben Anfragen von Holland und Spanien. Da werden wir gegen eine Mannschaft spielen», hatte Flick bereits in der Vorwoche im ZDF angekündigt. Gegner-Doppelungen sollen im WM-Vorlauf vermieden werden. Die erste Auslandsreise geht also wohl nach London, Amsterdam oder Madrid.

Flick ist längst im Katar-Modus. Mit DFB-Direktor Oliver Bierhoff und einer Planungs-Entourage war er in der ersten Wochenhälfte zum Landescheck am Golf. Ein Hotel direkt in Doha? Oder lieber nördlich der Hauptstadt, mit etwas mehr Ruhe? Bis zu vier Quartiere standen auf dem Besichtigungsprogramm. Flick denkt dabei mehr an sportliche Logistik als an Luxusoptionen. «Für uns ist wichtig, dass wir kurze Wege zum Trainingsplatz haben», sagte der 57-Jährige. Bierhoff betonte aber auch: «Wir wollen anhand von Gesprächen, Analysen und Vereinbarungen sicherstellen, dass unsere Geschäftspartner und Dienstleister vor Ort sich zur Einhaltung menschen- und arbeitsrechtlicher Standards bekennen und dies auch dokumentieren.»

Den gleich nach der Rückkehr aus Katar geplanten Abstecher zur Nations-League-Auslosung in die Schweiz mussten Flick und Bierhoff canceln. Corona macht die Zeremonie zum Digital-Event.

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