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Fußball-Superstar

PSG bestätigt: Messi-Wechsel ist perfekt

Paris (dpa)

Auf einmal geht alles ganz schnell. Lionel Messi hat bei Paris Saint-Germain unterschrieben. Er trägt die Nummer 30 - und die weckt Erinnerungen.

Von Jens Marx, dpa

Bonjour Paris: Superstar Lionel Messi nach seiner Ankunft in Frankreichs Hauptstadt. Foto: Sameer Al-Doumy/AFP/dpa

Anderthalb Stunden vor Mitternacht herrschte endlich Gewissheit: Lionel Messi hat einen Vertrag bei Paris Saint-Germain unterschrieben.

«Ich freue mich darauf, in Paris ein neues Kapitel meiner Karriere zu beginnen», wurde Messi in einer Mitteilung zitiert. Darüber ein Foto, wie er lächelnd sein neues Trikot in die Höhe hält. Demnächst sollen es Trophäen sein. «Ich bin fest entschlossen, etwas Besonderes mit dem Club und den Fans aufzubauen», sagte Messi. Vergessen die Tränen des Abschieds von seinem Herzensclub FC Barcelona nur gut zwei Tage zuvor.

Vertrag über zwei Jahre - plus Option

Messi unterzeichnete einen Vertrag über zwei Jahre, plus Option für eine weitere Saison. Er wäre dann Ende Juni 2024 37 Jahre alt. Er kommt ablösefrei, nachdem es nach 21 Jahren zu keinem neuen Vertrag mit seinem schwer verschuldeten Herzensclub aus Katalonien gekommen war. Er trägt die Nummer 30 - wie bei seinem Profistart bei Barcelona.

In einer Autokolonne hatte Messi mit seiner Familie um die Mittagszeit sein Anwesen in Castelldefels verlassen, aus dem Flieger nach Paris postete seine Ehefrau das Foto eines glücklichen Pärchens auf dem Weg in die Stadt der Liebe: «Auf dem Weg in ein neues Abenteuer.»

In Paris erwartete ihn so etwas wie die Messi-Mania: Unter riesigem Rummel begann das spannende und weltweit beobachtete Kapitel für den sechsmaligen Weltfußballer.

Vor dem Flughafen Le Bourget jubelten hunderte Fans dem Superstar zu, vor dem Parc des Princes warteten die Anhänger gebannt und gespannt auf ihren neuen Liebling. Empfangen wie ein Rockstar. Demonstrativ trug Messi ein T-Shirt mit dem PSG-Slogan («Ici c'est Paris» - Hier ist Paris). Polizisten sperrten Wege ab, passten auf Messi und dessen Familie auf, die in einem Nobelhotel eincheckten und auch von einem Balkon die Willkommensfeiern der Fans für Lionel Messi beobachteten.

«Neuer Diamant in Paris»

Angeheizt auch durch PSG: «Neuer Diamant in Paris» stand in einem kurzen Video, das PSG am Nachmittag veröffentlichte, dazu Bilder eines Flugzeugs und einer Unterschrift sowie des Eiffelturms und sechs Bällen. Messis Ankunft versetzte Fußball-Frankreich in Ekstase, während sein riesiges Abbild vom legendären Camp Nou in Barcelona entfernt wurde.

Sie seien stolz, dass Messi nun für Paris spiele, sagte Clubboss Nasser Al-Khelaifi. Messis Bereicherung für «unsere Weltklasse-Mannschaft» sei die Fortsetzung einer sehr strategischen Ausrichtung und erfolgreicher Transfers, betonte der Geschäftsmann aus Katar.

Messi einigte sich am frühen Dienstag mit den Bossen von Paris Saint-Germain. Und das sorgte auch in seiner künftigen Mannschaft für Jubel. «Wieder zusammen», postete der Brasilianer Neymar in einer Instagram-Story: «Neymar jr. & Leo Messi». Dazu ein Herz in rot, eines in blau. Beide spielten beim FC Barcelona schon zusammen und bildeten ein kongeniales Angriffspaar, ehe Neymar im Sommer 2017 für die Rekordablöse von 222 Millionen Euro zu PSG wechselte.

Den obligatorischen Medizincheck im Amerikanischen Krankenhaus meisterte Messi freilich auch. Am Abend tauchten dann bereits Bewegtbilder von Messi auf, mit Ball, auf dem Rasen des Parc des Princes und im Trikot von PSG. TV-Sender strahlten Sondersendungen aus, Zeitungen ließen ihre Liveticker auf Hochtouren laufen. «Meeessi, Meeessi, Meeessi»-Rufe hallten dem Südamerikaner entgegen, wo er auftauchte - und auch nicht.

Verhandlungen seit Freitag

Seit Freitag hatten Messis Vater und die Anwälte mit PSG verhandelt. Am Abend zuvor war bekanntgeworden, dass es keine Fortsetzung der Ära Messi beim FC Barcelona geben würde. Viele Vereine hätten sich daraufhin gemeldet, PSG sei eine Option, hatte Messi danach am Sonntag bei seiner Pressekonferenz in Barcelona betont und vom «schwierigsten Kapitel» seiner Karriere gesprochen.

Er hatte den FC Barcelona, zu dem er als 13-Jähriger gekommen war, verlassen müssen, obwohl beide Seiten die Zusammenarbeit fortsetzen wollten. Die Statuten des Financial Fair Play der spanischen Liga ließen es aber nicht zu, der Club ist mit fast 490 Millionen Euro hoch verschuldet. Auch ein Verzicht auf die Hälfte seines üppigen Gehaltes hatte den Konflikt nicht lösen können. In Paris soll Messi - so berichteten diverse Medien vor der Einigung - 40 Millionen Euro netto im Jahr plus Prämien bekommen.

PSG-Starensemble wächst

Bei PSG wird Messi unter anderen mit dem deutschen Nationalspieler Thilo Kehrer und Ex-Weltmeister Julian Draxler zusammenspielen. Die Mannschaft des argentinischen Trainers Mauricio Pochettino dürfte allein von den Namen her das Beste werden, was die Fußball-Vereinswelt zu bieten hat: Neben Neymar spielen dort unter anderen Weltmeister Kylian Mbappé aus Frankreich, die beiden italienischen Europameister Gianluigi Donnarumma und Marco Verratti sowie die ehemalige Real-Ikone Sergio Ramos.

«So sehr ich alle Spieler schätze, die bei Paris Saint-Germain auflaufen», sagte Bayern Münchens Vorstandschef Oliver Kahn kurz bevor die Einigung Messis mit PSG laut Medien bekannt wurde, «es wird sich zeigen müssen, ob das dann auch eine Mannschaft ist, ein Team ist, ob sich alles zusammenfügt.»

Messis neue Mitspieler aber konnten es schon nicht mehr erwarten. «Er ist der Beste der Welt», sagte Europameister-Torwart Donnarumma Sky Sport Italia ebenfalls noch vor den Schlagzeilen um den Vertragsdurchbruch: «Ich bin aufgeregt und glücklich, wenn ich daran denke, ihn im Team zu haben.»

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