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8. Spieltag

Trotz Überzahl: Schalke zahlt auch gegen Augsburg Lehrgeld

Gelsenkirchen (dpa)

Mit viel Moral kämpft sich Schalke nach einem 0:2-Rückstand zurück ins Spiel. Am Ende stehen die Königsblauen doch mit leeren Händen da - und das in Überzahl.

Der Augsburger Elvis Rexhbecaj (l) im Zweikampf mit dem Schalker Sebastian Polter. Foto: David Inderlied/dpa

Simon Terodde war kaum zu bändigen. Voller Adrenalin und augenscheinlich auch voller Frust, leistete sich der Stürmer des FC Schalke 04 zunächst eine Rangelei mit Torhüter Rafal Gikiewicz, dann stapfte er laut fluchend über den Platz.

Der Ärger war groß bei Aufsteiger FC Schalke 04, der in der Fußball-Bundesliga weiter kräftig Lehrgeld zahlt und schon nach einem Viertel der Saison tief im Tabellenkeller steckt. Im wegweisenden Spiel gegen den FC Augsburg kassierten die Königsblauen trotz eines aufgeholten 0:2-Rückstands und Überzahl in den letzten 20 Minuten eine 2:3 (1:2)-Heimniederlage. Mit nur einem Sieg und sechs Punkten aus acht Spielen sind die Schalker 15.

Schalkes Schröder: «Ich bin sehr enttäuscht»

Die Augsburger gewannen dagegen als einziges Team der Liga die letzten drei Spiele allesamt. Mit zwölf Zählern ist der FCA zwar nur Zehnter. Doch während der Relegationsplatz sieben Punkte entfernt ist, beträgt der Rückstand auf den FC Bayern München, der zuletzt 0:1 in Augsburg verlor, auf Rang drei nur drei Punkte.

«Ich bin sehr enttäuscht», sagte Schalkes Sportchef Rouven Schröder bei DAZN: «Wenn man null Punkte auf dem Konto hat, ist es kein Fortschritt. Aber wir haben alles abgerufen. Wie wir zurückgekommen sind, das ist Schalke. Der Kopf bleibt oben. Diese Einstellung brauchen wir.» Doch der Frust überwiegt, wie Tom Krauß erklärte: «Es tut extrem weh, dass wir so einen Nackenschlag bekommen.» Vom Abstiegskampf wollte Krauß aber noch nicht sprechen. «Das ist viel zu früh.»

Demirović trifft doppelt

Ermedin Demirović hatte den FCA mit einem Doppelpack (9./21.) in Führung gebracht. Der Bosnier, vor der Saison aus Freiburg gekommen, hat nun mit vier Treffern die Hälfte der acht Augsburger Saisontore erzielt. Torjäger Simon Terodde (33.) und U21-Nationalspieler Tom Krauß mit seinem ersten Bundesliga-Tor (63.) sorgten für den Ausgleich. Dann sah der von FCA-Manager Stefan Reuter für die Nationalmannschaft empfohlene Mërgim Berisha Gelb-Rot (70.), doch das Siegtor schoss Augsburg durch André Hahn (77.).

«Von Anfang an war es ein emotionales Spiel. Wir sind froh, drei Punkte mitgenommen zu haben. Wir sind extrem stolz », sagte Demirovic und Hahn ergänzte: «Es war ein grandioser Tag für uns. Wir haben immer an uns geglaubt und im Endeffekt auch verdient gewonnen.»

Schalkes Trainer Frank Kramer hatte nach der extrem defensiven Spielweise im Derby bei Borussia Dortmund ein Zeichen gesetzt und die beiden klassischen Mittelstürmer Terodde und Sebastian Polter erstmals als Sturm-Duo in die Startelf beordert. Das hatte zur Folge, dass es die Gastgeber noch mehr denn je mit langen Bällen in die Spitze versuchten. Die Augsburger setzten von Beginn an Nadelstiche und gingen auch früh in Führung. Eine Flanke von Hahn verlängerte Henning Matriciani unglücklich mit dem Hinterkopf und Demirovic schlenzte den Ball flach zum frühesten Augsburger Saisontor ins lange Eck.

Ein ganz langer Ball vor Torhüter Alexander Schwolow bescherte den Königsblauen dann die erste Chance. Doch Abnehmer war nicht Terodde oder Polter, sondern Dominick Drexler, der keineswegs wie ein Torjäger agierte und den Ball weit übers Tor drosch (15.). Kurz darauf mussten die Schalker den nächsten Nackenschlag hinnehmen. Der lange Ball wurde wie so oft direkt abgefangen, Hahn schaltete mit einem schnellen Diagonalball um, Berisha bediente Demirovic, der per Flachschuss erfolgreich war. Mehr noch als beim 0:1 schien der Ball nicht unhaltbar. Schalke schien geschlagen, war es aber noch lange nicht. Terodde traf nach einem Doppelpass mit Drexler. Und die Schalker Fans, die ohnehin unentwegt durchsangen, wurden wieder richtig laut.

Schock für die Schalker

Die zweite Halbzeit begann jedoch mit einem Schock für die Schalker, als sich Innenverteidiger Sepp van den Berg am Knöchel verletzte und vom Platz getragen werden musste (50.). Schröder meinte hinterher, dass womöglich sogar ein Bruch vorliege. Sein Team rannte aber unverzagt an, auch wenn die spielerischen Mittel begrenzt waren. Die Gäste standen nun etwas tiefer und setzten nur noch gelegentlich Konter. Einen tückischen Schuss von Berisha parierte Schwolow aber diesmal gut (61.). Fast im Gegenzug fiel der Ausgleich, Doppelpass-Partner von Krauß wie zuvor von Terodde war wieder Drexler.

Schalke hatte nun Oberwasser, erst recht nach Berishas Platzverweis - und wurde dennoch kalt erwischt. Nach Flanke von Robert Gumny ist Hahn per Kopf zur Stelle. Die Schalker versuchten noch einmal alles, sogar Torhüter Schwolow stürmte am Ende mit und hatte eine Chance (90.+5).

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