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Kurzbahn-WM in Abu Dhabi

Wellbrock im Vorweihnachtsstress: Drei Langdistanzen

Abu Dhabi (dpa)

Florian Wellbrock und die Kurzbahn - das passt lange nicht zusammen. In dieser Saison ist das anders, das will der Freiwasser-Olympiasieger auch in Abu Dhabi bei der WM unter Beweis stellen.

Von Gerald Fritsche, dpa

Freiwasser-Olympiasieger Florian Wellbrock peilt einen Erfolg in Abu Dhabi an. Foto: Sergei Grits/AP/dpa

Florian Wellbrock ist auf den Geschmack gekommen. Wenn der Olympia-Dritte über 1500 Meter Freistil bei der Kurzbahn-WM in Abu Dhabi zum Wenden-Karussell ins Wasser springt, hat er den Titel im Visier. Und das im bislang so ungeliebten 25-Meter-Becken.

Seine Weltcup-Auftritte sowie der Europameister-Titel im Herbst haben ein Umdenken bewirkt. «Vielleicht wird das ja noch eine Liebesheirat. Es hat in dieser Saison jedenfalls sehr viel Spaß gemacht, ich habe einen Titel gewonnen», sagte Wellbrock.

Und nicht nur das. Vor allem das Wie und seine derzeitige Form trotz eines anstrengenden dreiwöchigen Höhentrainingslagers in der Sierra Nevada in Spanien schüren den Optimismus des 24-Jährigen. «Bei der EM haben wir uns mit Gregorio Paltrinieri einen super Fight und eine große Show geliefert», meinte Wellbrock, der am Sonntag bei einem EM-Qualifikationswettbewerb in Magdeburg noch einmal seine Tempohärte - allerdings auf der 50-Meter-Bahn - testete und völlig überrascht seine Zeit über 1500 Meter zur Kenntnis nahm: 14:50,81 Minuten.

«Mit dieser Zeit kann ich mit Blick auf die Rennen in Abu Dhabi sehr zufrieden sein. Ich fahre nicht zur WM, um dort nur dabei zu sein. Dass ich bei der EM aus dem vollen Training heraus so knapp am Weltrekord dran war, hatte uns überrascht. Diesen nun aber direkt ins Visier zu nehmen, wäre übertrieben», sagte der Magdeburger in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

«Es gilt, die Basics einzuhalten»

Zumal er nicht nur die 1500 Meter schwimmt. Am Mittwoch und Donnerstag springt er noch ins Freiwasser, um über 4 x 1500 Meter und schließlich 10 Kilometer die nicht unerheblichen Siegprämien beim Weltcup-Finale anzupeilen. Sorgen, dass das innerhalb einer Woche ein zu straffes Programm ist, hat er nicht. «Das ist gar nicht so problematisch, wir haben im Trainingslager ja den Grundstein gelegt. Es ist wichtig, schnell zu regenerieren und vor Ort professionell zu arbeiten. Es gilt, die Basics einzuhalten: langes Ausschwimmen, viel Elektrolytgetränke, gesundes Essen, Physiotherapie», erklärte der Freiwasser-Olympiasieger von Tokio.

Seine Freundin Sarah Köhler, die in Tokio ebenfalls Bronze über 1500 Meter holte und in Abu Dhabi ihr Weltcup-Debüt über die 10 Kilometer im Freiwasser gibt, erwartet von Wellbrock kaum Tipps. «Frauen und Männer über 10 Kilometer sind schon anders. Jeder muss seine eigene Taktik haben, anders als im Becken kann man sich nur wenig abgucken», sagte die 27-Jährige.

Vorfreude auf Weihnachten

Froh ist Wellbrock, dass es nach der EM nun wieder richtigen Wettkampfstress gibt. Das Höhentrainingslager habe doch physisch und auch psychisch geschlaucht. «Drei Wochen in den Bergen sind nicht so einfach, man ist dort zum Trainieren, man kommt kaum raus. Da stellt sich nach spätestens zwei Wochen schon so etwas ähnliches wie ein Lagerkoller ein», berichtete Wellbrock.

In jedem Fall freut er sich schon jetzt auf die Weihnachtstage daheim bei seinen Eltern zusammen mit Freundin Sarah Köhler und dort besonders auf «lecker Fondue essen. Ich freue mich auf die Familie», sagte Wellbrock. Bis dahin muss er aber auf vorweihnachtliche Stimmung verzichten. Im 30 Grad warmen Abu Dhabi passiere da nichts, meinte der 1500-Meter-Weltmeister von 2019.

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