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Fußball-Bundesliga: Trotz 2:0-Erfolgs gegen Berlin

Wermutstropfen im Freudenbecher: BVB sorgt sich um Reus

Dortmund

Borussia Dortmund hat seine Pflicht erledigt. Gegen Hertha BSC Berlin kam der BVB zu einem verdienten 2:0-Sieg. Aussetzer gab es bei Schwarz-Gelb allenfalls vor dem Spiel. Die Tendenz stimmt. Eine Personalie aber trübte die fröhliche Stimmung gewaltig.

Cedric Gebhardt

Schockmoment in der 80. Minute: Berlins Vladimir Darida erwischt Marco Reus mit einem Tritt an der rechten Achillesferse. Darida sieht dafür die Rote Karte. Der BVB-Kapitän wird in den nächsten Tagen medizinisch untersucht. Foto: Bernd Thissen/dpa

Norbert Dickel ist für gewöhnlich ein redegewandter Mensch. Beim Verkünden der Aufstellung von Hertha BSC Berlin geriet der Stadionsprecher von Borussia Dortmund aber dann doch ein ums andere Mal ins Stocken. Deyovaisio Zeefuik, Omar Federico Alderete Fernández und Javairô Joreno Faustino Dilrosun – Namen mit ganz schön vielen Buchstaben, die erst einmal im Mund sortiert werden mussten.

Der Vortrag der Borussen auf dem Rasen kam dagegen ganz ohne Aussetzer und Stotterer aus – sehr zur Freude von Dickel. Und auch die beiden Torschützen Julian Brandt (54.) und Youssoufa Moukoko (90+1.) gingen ihm beim verdienten 2:0-Sieg der Westfalen ganz flüssig über die Lippen.

Mit etwas mehr Fortune hätte die Liste gar noch erweitert werden können. Doch das Aluminium war zeitweise der hartnäckigste Abwehrspieler der Gäste. Gegen Marco Reus und Mahmoud Dahoud rettete die Latte, gegen Giovanni Reyna der Pfosten. Geschenkt, denn der Sieg des BVB geriet auch so nie ernsthaft in Gefahr.

„Der Countdown läuft“

Nach dem Einzug ins Viertelfinale der Königsklasse und dem Erreichen des Halbfinals im DFB-Pokal ist die Borussia nach turbulenten Wochen zu Jahresbeginn nun auf Kurs. In der Liga hat sich die Mannschaft stabilisiert.

Exakt einen Monat nach dem mit grotesken Defensivfehlern behafteten 2:2-Remis gegen die TSG Hoffenheim haben die Schwarz-Gelben der Null wieder einen echten Stellenwert eingeräumt. In der Bundesliga kassierten sie seither nur beim 2:4 gegen Bayern München Gegentore. Gegen Schalke 04 (4:0), Arminia Bielefeld (3:0) und nun Hertha BSC (2:0) hielt sich das Team schadlos. Allerdings waren das allesamt Gegner aus dem unteren Tabellendrittel. In den jetzt kommenden, entscheidenden Wochen muss die Mannschaft auch gegen Clubs anderer Güteklasse beweisen, ob sie den Aufwärtstrend nachhaltig fortsetzen kann. „Das ist der klare Auftrag. Jetzt sind es noch neun Spiele, der Countdown läuft. Wir werden alles reinhauen, um uns auch für die nächste Saison für die Champions League zu qualifizieren“, versprach BVB-Trainer Edin Terzic im „ZDF“.

Foul an Reus bereitet Sorgen

Inwieweit er dabei zunächst auf Abwehrchef Mats Hummels, Rechtsverteidiger Mateu Morey und Kapitän Marco Reus bauen kann, war am Sonntag noch ungewiss. Alle drei mussten gegen Berlin verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Bei Hummels (Kniebeschwerden) und Morey (Wadenprobleme) waren die Auswechselungen Vorsichtsmaßnahmen.

Am meisten Bedenken dürften die Dortmunder bei Marco Reus haben, der von Vladimir Darida (80.) mit einem Tritt am rechten Knöchel bzw. der Achillessehne erwischt wurde. Reus musste kurz danach vom Platz. Er soll zeitnah noch eingehender medizinisch untersucht werden. Darida sah Rot. Und war damit nicht allein. Stadionsprecher Norbert Dickel, der die Spiele seines Vereins auch fürs BVB-Netradio kommentiert, hatte es beim Betrachten der Szene kurz die Sprache verschlagen. Dann kam er aber doch rasch wieder kräftig in Fahrt. „Was für ein dreckiges Foul. Wie kann man da nur so reingehen?“, echauffierte sich Dickel.

Bleibt festzuhalten: Beim BVB sind sie auch in dieser Hinsicht wieder in der Spur.

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