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Badminton: Bundesligastart

Wipperfeld – wer sonst? Union Lüdinghausen runderneuert

Lüdinghausen

Am Sonntag beginnt die 52. Erstligasaison. Wer Meister wird? Wer besser nach unten schaut? Wie stark Union Lüdinghausen ist? Welche ausländischen Stars künftig in Liga eins aufschlagen? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt’s hier.

Von Florian Levenig

Aram Mahmoud und Co. schafften es im April ein drittes Mal zum Final Four. Union Lüdinghausen hat danach wichtiges Personal verloren, aber mit Selena Piek und Robin Tabeling zwei Top-Spieler verpflichtet. Foto: flo

Am Sonntag (11. September) beginnt die 52. Spielzeit in der Badminton-Bundesliga. Union Lüdinghausen, ab 14 Uhr bei BW Wittorf zu Gast, ist seit 20 Jahren erstklassig. Alle wichtigen Fragen zum Saisonstart, wer die Favoriten sind und was die Nullachter ausrichten können: hier der Überblick.

Was ist anders 2022/23?

Es gibt nur zehn Teams, eins weniger als in der Vorsaison. Heißt auch: ein Heimspiel weniger und damit geringere Tageseinnahmen. Branchenkrösus Wipperfeld wird das kaum jucken. Für nicht ganz so betuchte Vereine wie Lüdinghausen zählt indes jeder Euro. Union-Teammanager Michael Schnaase findet die Rückkehr zur alten Staffelgröße dennoch gut: „Bei der Vielzahl an Terminen, die gerade die Top-Leute haben, ist es schwer genug, überhaupt ausreichend Wochenenden zu finden.“

Welche Platzierungen sind von Belang?

Der Erste und der Zweite sind wie gehabt direkt fürs Final Four qualifiziert, die Ränge drei bis sechs berechtigen zur Teilnahme an den Playoffs. Der Letzte steigt ab, der Neunte bestreitet eine Dreierrunde mit den Zweitligameistern (Nord/Süd) um zwei Tickets in der Beletage.

Wann und wo steigt das Final Four?

Steht noch nicht fest. Sicher ist laut Liga-Vize Heinz Kelzenberg nur, „dass wir Ende April durch sein müssen, da am 1. Mai die Quali für die Spiele 2024 in Paris beginnt“. Möglich, dass die Mannschafts-DM abermals im Rahmen des Porsche-Tennis-Grand Prix in Stuttgart ausgetragen wird. Bei der Premiere im April gab es Lob, aber auch Kritik von den Beteiligten. Ein entscheidendes Wörtchen bei der Vergabe dürfte Badminton-Großsponsor Yonex mitreden, der auch zu den Tennis-Ausrüstern zählt.

Kjaersfeldt und Merkle zum Meister

Wer wird Meister?

Erster Anwärter ist, ganz klar, der 1. BC Wipperfeld. Der amtierende Meister hat seinen eh schon erlesenen Kader im Sommer weiter veredelt. Neue Nummer eins bei den Damen ist die dänische Weltklassespielerin Line Kjaersfeldt. Zudem haben die Oberbergischen Ligakonkurrent SG Schorndorf den starken Franzosen Arnaud Merkle abgeluchst. BCW-Boss Andreas Lamsfuß macht keinen Hehl daraus, dass dem ersten Titel weitere folgen sollen. Der SV Fun-Ball Dortelweil hat mit der langjährigen Lüdinghauserin Yvonne Li die bei weitem beste Deutsche unter Vertrag genommen und hofft ebenfalls auf den großen Coup.

Ist die Ära des 1. BC Bischmisheim damit vorbei?

Schnaase hält jegliche Abgesänge auf die Saarländer, die zwischen 2006 und 2021 zehn Mal Deutscher Meister waren, für verfrüht. Die Verpflichtung des Niederländers Mark Caljouw (aktuell die Nummer 27 der Welt und damit im internationalen Ranking besser platziert als jeder andere Einzelspieler in Liga eins) könne man auch als Kampfansage an die Konkurrenz verstehen. Zudem schlägt Ex-Unionistin Linda Efler künftig gemeinsam mit ihrer etatmäßigen Doppelpartnerin Isabel Lohau für die Saarbrücker auf. In jedem Fall scheinen Wipperfeld, Dortelweil und Bischmisheim fürs Final Four gesetzt.

Vier Verfolger

Und dahinter?

Um das letzte Ticket für die DM-Endrunde kämpfen nach Lage der Dinge der TV Refrath, BW Wittorf, der 1. BC Beuel – „und vielleicht wir“, so der 08-Teammanager. Refrath hatte sich bereits im Vorsommer klug verstärkt und setzt zusätzlich auf Eigengewächse wie Top-Talent Selin Hübsch. Bonn baut auf Rückkehrer Max Weißkirchen, der zwischen 2020 und 2022 in Diensten der Steverstädter stand. Neu bei Nordlicht Wittorf ist – ein echter Transfer-Knaller – Brian Young. Allerdings wird der Weltranglisten-30. aus Kanada wohl nur für ausgewählte Matches eingeflogen.

Wie stark ist Lüdinghausen?

Abwarten. Der Aderlass im Sommer war gewaltig. Neben Li, Weißkirchen und Efler hat auch Eva Janssens (zum TV Refrath) die Nullachter verlassen. Dafür haben Selena Piek (spielte bereits von 2011 bis 2015 beim SCU) und Robin Tabeling in der Drei-Burgen-Stadt angeheuert. Gerade im Mixed dürfte es ligaweit keine bessere Paarung geben. Jaymie Laurens, ebenfalls aus den Niederlanden und trotz ihrer erst 19 Jahre bereits nationale Vizemeisterin, sowie die Schottin Rachel Sugden sind fürs Damen-Einzel vorgesehen, werden Li aber kaum adäquat ersetzen können. Der junge Belgier Julien Carraggi (kommt von Absteiger TSV Trittau) ist die künftige Nummer eins bei den Männern. Bitter: Lara Käpplein, aus Bonn gekommen und als Paarspielerin fest eingeplant, fällt nach ihrer Knie-OP monatelang aus. Ziel der runderneuerten Truppe, die es zuletzt drei Mal in Folge ins Final Four schaffte? Irgendwas zwischen Klassenerhalt und Endturnier.

Wer schaut besser nach unten?

Schorndorf und der TSV Neuhausen-Nymphenburg müssten wohl schon über sich hinauswachsen, um das Viertelfinale zu erreichen. Der 1. BC Offenburg ist auf dem Papier das am schwächsten besetzte Team. Allerdings mag Schnaase den Aufsteiger nicht vorschnell abschreiben: „Die anderen Team müssen erstmal verletzungsfrei durch die Saison kommen. Und häufiger Personal für internationale Aufgaben abstellen. Das kann für Offenburg auch eine Chance sein.“

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