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Formel 1: Großer Preis von Saudi-Arabien

WM-Kampf zwischen Verstappen und Hamilton auf neuer Strecke in Dschidda

Münster

Zwei Rennen noch, dann steht der Weltmeister einer spektakulären Formel-1-Saison fest. Vor dem großen Preis von Saudi-Arabien am Sonntag hat TV-Experte Ralf Schumacher über den spannenden Titelkampf gesprochen - und McLaren-Teamchef Andreas Seidel gab erste Einblicke in die neue Strecke.

Von Camillo von Ketteler

Enges Duell: Auf unbekannter Strecke gehen Lewis Hamilton (l.) und Max Verstappen (r.) in das vorletzte Rennen. Foto: Imago/Motorsport Images

Seit Jahren wartet die Formel 1 sehnsüchtig auf ein spannendes Saisonfinale. Seine letzten vier Weltmeister-Titel holte Serien-Champion Lewis Hamilton vorzeitig, oft bereits mehrere Rennen vor dem Ende. Das letzte Mal, dass es so richtig eng war, liegt nun bereits fünf Jahre zurück, Hamilton hat es in keiner guten Erinnerung. In Abu Dhabi verlor er 2016 das finale Rennen gegen seinen deutschen Teamkollegen Nico Rosberg.

Völlig offen geht es in die letzten Rennen

Vor dem diesjährigen Schlussakkord herrscht nun seit langem mal wieder Hochspannung. Völlig offen geht es in die letzten beiden Etappen, Red-Bull-Pilot Max Verstappen liegt nach den jüngsten zwei Siegen des formstarken Mercedes-Fahrers Hamilton in Brasilien und Katar nur noch hauchdünn mit acht Punkten vorne.

Bevor es am Sonntag im saudi-arabischen Dschidda (18.30 Uhr/Sky) zum vorletzten Saisonauftritt kommt, hat sich Sky-Experte Ralf Schumacher begeistert über den Titelkampf der beiden Top-Fahrer geäußert. „Ich glaube, wir erleben eine der spannendsten Saisons seit langer Zeit in der Formel 1, aber auch das ganze Drumherum ist wahnsinnig interessant. Alle Nerven liegen blank“, sagte der 46-Jährige am Mittwoch, kurz bevor er sich auf den Weg nach Dschidda machte.

TV-Experte und Ex-Fahrer Ralf Schumacher ist begeistert von der spannenden Saison. Foto: Imago/HochZwei

„Ich kann jetzt nur hoffen, dass die Fahrer beide ihr Rennen fahren werden und wir keine unnötigen Crashs sehen“, sagt Schumacher, der selber 180 Auftritte in den Formel-1-Boliden von Jordan, Williams und Toyota absolvierte.

Wechselt Red Bull nochmal den Motor?

Was Schumacher mit dem „Drumherum“ meint, ist vor allem die ständige Diskussion um die Motoren. Beim vorletzten Rennen in Brasilien baute Mercedes einen neuen Antrieb ein, Hamilton pflügte danach nur so durch das Feld. Nachdem der neue Motor in Katar eine Pause bekommen hat, wird er in Saudi-Arabien wieder zum Einsatz kommen. Auch Red Bull denkt darüber nach, bei Verstappen nachzurüsten – das gäbe fünf Plätze Strafe in der Startaufstellung.

„Es ist so, dass man in den letzten zwei Rennen alles an Leistung haben muss, was da ist“, weiß Schumacher. „Ein frischer Motor kann da natürlich helfen. Das Risiko kann man schon eingehen.“ Zumal er Titelverteidiger Hamilton beim ersten Gastspiel überhaupt in Dschidda ohnehin vor seinem niederländischen Herausforderer sieht. „Bei der nächsten Strecke erwarte ich eher Mercedes vorne, bei der letzten könnte es eher Red Bull sein.“ Dschidda bietet den schnellsten Stadt-Kurs, den es je gegeben hat, auf durchschnittlich 252 km/h sollen die Fahrer in einer Qualifying-Runde kommen.

Strecke ist immer noch nicht ganz fertig

Fakt ist, Saudi-Arabien ist für alle neu – und der Kurs noch immer nicht ganz fertig. „Die Strecke ist noch im Bau. Wie viel Öl drückt es noch aus der Strecke, wie verändert sie sich? Das kann man gar nicht richtig simulieren“, sagt Schumacher. Am Dienstag wurde noch geteert, man darf von Glück sprechen, dass in Dschidda nicht tagsüber in der Sonne gefahren wird, sondern um 20.30 Uhr Ortszeit.

Andreas Seidel, deutscher Teamchef des McLaren-Rennstalls, ist bereits vor Ort und äußerte sich optimistisch. „Selber war ich noch nicht an der Strecke, aber soweit ich vom Team gehört habe, wird alles spätestens zum ersten freien Training fertig sein.“ Das findet Freitag statt – na dann.

Momentum und Druck bei Hamilton

Und wer macht es nun in diesem Jahr? „Schwierig zu sagen“, befindet Seidel, „das Momentum liegt bei Mercedes, aber wir haben schon mehrmals gesehen, dass Red Bull immer in der Lage ist, zurückzuschlagen.“ Schumacher sieht Hamilton mehr unter Druck. „Ich glaube, Lewis hat mehr zu verlieren, ihm geht vielleicht ein bisschen die Zeit aus, und er will diesen achten Titel unbedingt haben.“ Dann wäre er alleiniger Rekordweltmeister – und hätte Ralfs Bruder Michael überholt.

So wird Verstappen vorzeitig Weltmeister:

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