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Basketball: 2. Bundesliga Pro B

WWU Baskets sorgen gegen ETV Hamburg schnell für klare Fakten

Münster

Das war eine (fast) runde Sache. Auch im dritten Saisonspiel gingen die WWU Baskets Münster mit einem klaren Sieg vom Feld. Einzig eine Phase vor dem Seitenwechsel gefiel Trainer Björn Harmsen beim 96:61 gegen den ETV Hamburg gar nicht.

Von Henner Henning

Top-Scorer Ryan Richmond (20 Zähler) – hier gegen Fabian Paetsch (h.) und Vladimir Migunov (r.) – überzeugte auch als cleverer Passgeber, neun seiner Assists verwerteten seine Mitspieler beim ungefährdeten 96:61-Erfolg über den ETV Hamburg. Foto: Wilfried Hiegemann

Auch in ihrer dritten Partie der Saison wurden die WWU Baskets Münster nicht bis auf das Äußerste gefordert. Gegen den überschaubar starken ETV Hamburg gewann der Pro-B-Ligist von Trainer Björn Harmsen ungefährdet mit 96:61 (48:32) und beendete dabei die hanseatische „Steilwand-Expedition“ – so hatte der Gast seine Auswärtsaufgabe zuvor bezeichnet –, bevor sie überhaupt angefangen hatte.

11:0 nach 4:10 Minuten – ob der Blitzstart der WWU Baskets mit der verspäteten Ankunft der Norddeutschen, die auf der A 1 im Stau gestanden und erst 40 Minuten vor Beginn die Halle Berg Fidel erreicht hatten, zu tun hatte, sei dahingestellt. Denn der Gastgeber hatte sein Visier von der Dreierlinie einfach richtig gut eingestellt, fünf von acht Versuchen aus der Distanz fanden in Viertel eins den Weg durch die Reuse. Dabei verteilten sich die Punkte wieder auf acht Spieler, Stefan Weß war mit sechs Zählern (zwei Dreier) in den ersten zehn Minuten der erfolgreichste.

Komfortable Führung

Doch trotz der hohen, komfortablen Führung (27:12) war nicht alles in Ordnung, schon da deuteten sieben Turnover mitunter auf Schludrigkeit und Fahrigkeit hin. Eben diese Unzulänglichkeiten setzten sich im zweiten Viertel (wieder waren es sieben Ballverluste) fort, die unnötigen Fehler luden den ETV zu leichten Punkten ein. Mubarak Salami, Hamburgs Alleinunterhalter, bestätigte in dieser Phase seinen Ruf als Zocker. Neben 19 Punkten standen drei Ballgewinne sowie ein spektakulärer Assist, als er Helge Wezorke tunnelte und auf Leonard Elkmann ablegte, zur Halbzeit in seiner Statistik. Zufrieden war Harmsen ganz und gar nicht mit diesem Abschnitt, den Münster dank seiner Treffsicherheit aus der Distanz (vier Dreier, darunter zweimal der wiedergenesene Jasper Günther) noch mit 21:20 für sich entschied. „14 Ballverluste sind katastrophal. Es lag ja nicht daran, dass wir unter Druck geraten sind oder Hamburg wechselnde Verteidigungen gespielt hat. Das war einfach unkonzentriert“, bemängelte Harmsen. „Das hat dazu geführt, dass unser Spiel krampfhaft und damit unansehnlich wurde. Das hat mich geärgert.“

Richmond fast mit Double-Double

In der Kabine aber schien der 39-jährige Coach die richtigen Worte gefunden zu haben, kamen die Baskets doch mit einem anderen Auftreten zurück. Die ersten 107 Sekunden nach der Pause gehörten dabei Ryan Richmond: Eine überlegte Ablage zu Cosmo Grühn, dazu vier eigene Punkte – der Kanadier, der mit 20 Zählern und neun Assists nur knapp ein Double-Double verpasste, führte Münster zum 54:32. Die Machtverhältnisse waren längst geklärt, auch wenn Salami (am Ende 35 Punkte) immer wieder mit seinen Aktionen für ein Raunen auf den Rängen sorgte. Die Baskets aber hielten mit ihrer kollektiven Qualität dagegen, spielten Team-Basketball – auch wenn nicht immer alles gelang, gefährlich ließen die Hausherren die Hanseaten nicht mehr werden. Die Turnover-Quote sank beträchtlich (nur einer im dritten Viertel, drei weitere bis zum Schluss), dazu blieb Münster unter den Brettern überlegen und gestaltete das Rebound-Verhältnis deutlich zu seinen Gunsten (46:35).

Die Folge: Mit einem satten 28-Punkte-Vorsprung ging es in den letzten Abschnitt, in dem Thomas Reuter nach 3:20 Minuten per Dreier die ersten münsterischen Punkte nachlegte. Es war das finale Signal für eine kurzweilige, attraktive Schlussphase, in der sich 98 Sekunden vor Schluss unter lautem Jubel von der Bank und den Rängen auch Youngster Joshua Sievers aufs Scoreboard brachte. „Die zweite Halbzeit war deutlich besser, da konnten wir unser Spiel genießen“, sagte Harmsen nach dem dritten Sieg, der Münster vorerst die Spitzenposition bescherte.

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