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Fußball: Bundesliga

„Es ist einfach wunderbar gerade“ – Moukoko entscheidet Derby für den BVB

Dortmund

Mit nicht mal 18 Jahren hat Youssoufa Moukoko das erreicht, wovon andere Profis eine ganze Karriere lang träumen. Durch seinen Treffer zum 1:0 entschied er das Revierderby gegen den FC Schalke 04 für Borussia Dortmund. Nun winkt die Startelf.

Von Wilfried Sprenger

Abgehoben: Youssoufa Moukoko feierte nach seinem entscheidenden Treffer zum 1:0 im Derby gegen den FC Schalke 04. Foto: dpa

Und dann wusste Youssoufa Moukoko gar nicht mehr wohin mit seinen Gefühlen. Einfach stehenbleiben und auf die Huldigungen der Spielkameraden warten – keine Zeit. Also raste der 17-Jährige einfach mal los. Mit weit aufgerissenen Augen und komplett ausgebreiteten Armen, die den imposanten Tragflächen eines Adlers zur Ehre gereicht hätten, kam er erst an der Eckfahne zwischen Süd- und Westtribüne wieder zum Stillstand.

Vielleicht waren diese wenigen Momente, die aufregendsten und erfüllendsten in der noch jungen Karriere des Fußball-Profis. Unvergesslich werden sie für ihn immer bleiben. „Mal ein Derby zu entscheiden, davon habe ich in der Jugend jeden Tag geträumt. Und mir dann in meiner Fantasie ausgemalt, wie ich jubeln würde. Es ist einfach wunderbar gerade. Die Nacht wird lang“, sagte Moukoko kurz nach dem Dortmunder 1:0-Erfolg über den in großer Rivalität verbunden Reviernachbarn FC Schalke 04.

Anthony Modeste enttäuscht im Derby

Erst eine Viertelstunde vor seinem Tor (79.) hatte Trainer Edin Terzic das Sturmtalent eingewechselt. „Ich hatte ein bisschen Wut im Bauch“, bekannte Moukoko später. Er, der in der Jugend immer spielte, mag es nicht, auf der Bank zu schmoren. Erst als Terzic konstatieren musste, dass der enttäuschende Anthony Modeste dem BVB an diesem Tag nicht zum Glück verhelfen würde, ließ er den flinken Hochbegabten von der Leine. Moukoko dankte es ihm mit dem Kopfballtor nach Flanke von Marius Wolf.

Entwarnung für Reus

Und so ging auch der Coach mit einem Lächeln ins Bett. Derby gewonnen, Fans glücklich gemacht. „Es sind die süßesten Punkte, die wir in einer Saison gewinnen können“, sagte Terzic. Lange rannte der BVB am Samstag vergeblich an. Er spielte um den Strafraum herum, in die gefährliche Zone drang er selten vor. Schalke, der Außenseiter, verteidigte kompakt, kollektiv und leidenschaftlich. Offensiv ging nahezu nichts, aber vor dem eigenen Kasten fast alles. „Wenn das Gegentor so spät fällt, ist es natürlich ärgerlich. Wir haben das Spiel lange offen gestaltet. Am Ende aber steht die Null, das ist bitter“, erklärte Sportdirektor Rouwen Schröder. Trainer Frank Kramer lobte die Knappen für einen „richtigen Fight. Beim Gegentor haben wir nicht präzise genug verteidigt.“

Moukoko ist jüngster Derby-Torschütze

Am Ende machte Dortmunds Wechsel vom bulligen Modeste auf Ballstreichler Moukoko den entscheidenden Unterschied im zähen Duell. Modeste lag komplett an der Kette, Moukoko strahlte schon bei seinen ersten Ballaktionen mehr Gefahr aus als der Franzose in der guten Stunde zuvor. In einem A-Junioren-Spiel gegen Schalke war er einmal angefeindet und übel beleidigt worden. Die Antwort gab der in Kamerun aufgewachsene Offensivspieler später via Instagram. „Gott hat uns alle schön gemacht, wir sind alle besonders, denn egal, ob arm, reich, schwarz, weiß, am Ende des Tages bluten alle gleich“, schrieb er damals.

Im Sommer 2016 war Moukoko vom FC St. Pauli zum BVB gewechselt. Dort reißt er eine Rekordmarke nach der anderen ein. Seit Samstag ist er auch jüngster Derby-Torschütze aller Zeiten. Vielleicht wird ihn Terzic im nächsten Punktspiel in Köln mit einem Starteinsatz belohnen.

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