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Tennis: Wimbledon

Zurück an der Church Road nach fast zwei Jahren

Münster

Im Vorjahr fiel Wimbledon aus. Diesmal aber gab es grünes Licht. Die Favoritenfrage bei den Männern fällt wie üblich aus, und bei den Frauen gibt es wie so oft keine echte Siegesanwärterin. Alles, was man wissen muss vor dem Start des Traditionsturniers, haben wir aufgelistet.

Von Henner Henningund

Novak Djokovic (v.) und Roger Federer bestritten am Foto: Imago/Hasenkopf

Das bislang letzte Spiel auf dem heiligen Rasen von Wimbledon liegt zwei Jahre zurück – und war ein historisches. Nie zuvor hatte ein Endspiel so lange gedauert wie das zwischen Roger Federer und Novak Djokovic, der nach 4:57 Stunden und der Abwehr zweier Matchbälle mit 7:6, 1:6, 7:​6, 4:6, 13:12 gewann. Es war sein fünfter Triumph an der Church Road, nicht nur deswegen ist der Serbe der Favorit in London. Doch wer sind seine ärgsten Widersacher? Eine von vielen Fragen vor dem Start am Montag.

Wer gehört in Wimbledon bei den Herren zum Favoritenkreis? Vor den French Open lautete die größte Frage, wer Rafael Nadal stoppen könnte. Es war letztlich Djokovic, der den in London pausierenden Spanier im Halbfinale ausschaltete und später selbst triumphiert. So ist der 34-Jährige auch auf Rasen der große Favorit, den es zu schlagen gilt – zumal der Weltranglistenerste Titelverteidiger ist und beide Grand-Slam-Turniere des Jahres bereits gewonnen hat. Als Rekordchampion (acht Titel) muss man auch Federer immer auf der Rechnung haben, auch wenn der Schweizer in Halle frühzeitig scheiterte. Matteo Berrettini tritt mit der Empfehlung des Queens-Sieges an, dazu gehören Daniil Medvedev, Alexander Zverev und Paris-Finalist Stefanos Tsitsipas, der allerdings auf Rasen seit zwei Jahren kein Match mehr bestritten hat, auf jede Favoritenliste.

Wer könnte bei den Damen das Rennen machen? Wie die French Open mit dem großen Favoritinnen-Sterben gezeigt haben, ist das Feld derzeit offen wie selten. Titelverteidigerin Simona Halep sagte am Freitag kurzfristig erneut ab. Weltranglistenerste Ashleigh Barty ist hingegen dabei. Serena Williams, die immer noch ihren 24. Titel bei einem Major gewinnen will, Iga Swiatek oder die zweifache Wimbledonsiegerin Petra Kvitova (2011, 2014) haben ebenfalls Ambitionen.

Wie viele deutsche Spielerinnen und Spieler sind dabei? Zverev als Nummer fünf der Setzliste führt die DTB-Riege an, neben ihm stehen Jan-Lennard Struff, Dominik Koepfer, Yannick Hanfmann und Philipp Kohlschreiber im Hauptfeld. Aus der Qualifikation schafften es Daniel Masur und Oscar Otte. Sollte aus diesem Sextett einer in die zweite Woche kommen, wäre dies als Erfolg zu werten. Bei den Damen geht Angelique Kerber, die 2018 noch in Wimbledon triumphiert, als 26. der Setzliste ins Turnier, dazu kommen noch Laura Siegemund und Andrea Petkovic. Ein überschaubares Kontingent.

Wie hoch ist das Preisgeld? Auch wenn im Vergleich zu 2019 gut fünf Prozent weniger Preisgeld ausgeschüttet wird, liegt es immer noch bei über 40 Millionen Euro. Bis ins Viertelfinale wird dabei mehr an die Spieler ausgezahlt, danach wurde das Preisgeld reduziert. Die Sieger erhalten somit noch 1,98 statt zuvor 2,64 Millionen.

Wie beeinträchtigt die Corona-Pandemie das Turnier? Die Spieler dürfen sich nur in ihrer Blase (Turnier- und Trainingsgelände, Hotel) frei bewegen, bei Verstößen kommt es zu Geldstrafen und im schlimmsten Fall zum Ausschluss. Zudem sind an der Church Road Fans (vollständig geimpft oder aktuell negativ getestet, Maskenpflicht auf der Anlage) erlaubt. Zunächst beträgt die Zuschauerkapazität 50 Prozent, zu den Endspielen soll der Center Court dann mit 15 000 Zuschauern voll besetzt sein.

Wo wird Wimbledon im TV übertragen? Ausschließlich bei Sky. Der Pay-TV-Sender hält bereits seit 2007 die Rechte – und tut dies noch bis 2022. Auf fünf Kanälen überträgt Sky die Partien, dazu gibt es auf dem „Wimbledon-Channel“ Reportagen und Interviews. In der ersten Woche fungiert die frühere Wimbledon-Finalistin Sabine Lisicki als Expertin, in der zweiten Woche steigen dann Michael Stich und Julia Görges ein.

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